Herzogenrath/Nordkreis - Gefährliche Staus vor den Kitas sollen der Vergangenheit angehören

Gefährliche Staus vor den Kitas sollen der Vergangenheit angehören

Von: Elisa Zander
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Handeln: Mit Buttons wollen die Kinder ihre Eltern und Großeltern auf die gefährliche Verkehrssituation aufmerksam machen. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath/Nordkreis. Fabian ist an diesem Morgen etwas Ärgerliches passiert. Er war mit seiner Mutter auf dem Weg zum Kindergarten, als er auf dem Bürgersteig plötzlich nicht mehr weiter mit seinem Roller fahren konnte. Denn dort stand ein Auto.

Einzige Ausweichmöglichkeit: die Straße, eine Sackgasse, in der Autos nur schwer gewendet werden können und teilweise in der zweiten Reihe stehen.

Die Situation, die Esther Tewes mit Handpuppe „Fabian” erzählt, kennen viele Kinder der Bärengruppe des Kindergartens St. Katharina nur zu gut. Fast täglich spielt sie sich in der Katharinenstraße ab. Dort ist der Eingang zum Kindergarten, den etwa 125 Kinder besuchen.

„Besonders zur Bring- und Abholzeit kommt es hier zum Verkehrschaos”, erzählt René Breuer, wie Esther Tewes Mitglied im Elternrat. Eltern und Großeltern parken dann in der kleinen Straße. „Nur mal kurz” heißt es dann oft, erzählt Esther Tewes. Sogar das Eingangstor wird regelmäßig durch Autos versperrt, ein zusätzliches Risiko, da dies auch der Rettungsweg ist.

Seit über drei Jahrzehnten gibt es dieses Problem, wie Kindergarten-Leiterin Gisela Cohandel-Wiggars berichtet. Vieles haben die Eltern schon im Sinne ihrer Kinder versucht, um auf die Verkehrssituation aufmerksam zu machen; Briefe wurden geschrieben, persönliche Gespräche geführt. „Und manchmal bekommt man dann Antworten wie ?Ich habe keine Zeit, spazieren zu gehen oder ,Manche Menschen müssen zu allem ihren Senf dazugeben”, erzählt René Breuer und mahnt: „Es geht schließlich um die Sicherheit aller Kinder!”

Dabei liegt die Lösung nahe: In der anliegenden Kreutzstraße gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten, „doch Bequemlichkeit und Zeitdruck stehen deutlich im Vordergrund”, sagt Esther Tewes.

So hat der Elternrat jetzt die Initiative „Nina” aufgegriffen, eine Kampagne der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW. Mit der Frage „Warum stehst du auf meinem Weg?” und der Aussage „Wir wünschen uns Richtigparker” soll nicht von oben herab, sondern über die Kinder Gehör bei den Verursachern gefunden werden. „Wenn ich von meinem Kind darauf angesprochen werde, warum ich den Gehweg versperre, muss ich mich erklären”, sagt René Breuer. „Das ist viel schwieriger, als einem Erwachsenen zu antworten.”

Um die Kinder zu sensibilisieren, sind Breuer und Tewes mit „Fabian” in die Gruppen gegangen. Viele Kinder fangen an zu erzählen. Die Idee von Hannes (4), einen Polizisten einzuschalten, greift René Breuer direkt auf: „Was haltet ihr davon, wenn wir alle kleine Polizisten sind?” Begeisterte Zustimmung, und so machen sich alle daran, Buttons zu basteln, die von den Kindern mit Stolz auf der Brust getragen werden.

Das Anliegen kommt bei den Kindern an, das ist auch Leiterin Gisela Cohandel-Wiggars aufgefallen, „selbst bei den Kindern unter drei Jahren”.

Und bei den Eltern ist der Denkprozess angelaufen, „wie nachhaltig das ist, wird sich zeigen”, sagt Esther Tewes. Die Einsicht sei bei vielen aber da, unterstreichen die Elternratmitglieder.

Ab Freitag: Plakate und Zettelaktion

Um auch öffentlich auf die gefährliche Parksituation aufmerksam zu machen, stellen die Mitglieder des Elternrats am heutigen Freitag an den Straßenlaternen Plakate auf. Persönliche Gespräche sollen das Anliegen unterstreichen.

Darüber hinaus werden in den nächsten Wochen an auf dem Bürgersteig parkende Autos Handzettel mit der eindringlichen Frage „Warum stehst du auf meinem Weg?” geklemmt.

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