Alsdorf - Gefährden Wohnmobile den Parkfrieden?

Gefährden Wohnmobile den Parkfrieden?

Von: Stefan Schaum
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Vorne ein Lenkrad, hinten ein Bett: Peter Koch vom Wohnmobilclub „Albatros“ genießt die Flexibilität, die ihm sein Gefährt bietet. Jüngst hat er damit zwei Nächte auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule am Alsdorfer Weiher verbracht. Foto: Stefan Schaum
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Das geht besser: Wohnmobil-Freund Karl Schwartz hat für den Alsdorfer Stellplatz noch einige Vorschläge.

Alsdorf. Karl Schwartz hat schon richtig schicke Stellplätze für sein Wohnmobil gefunden. An Seen in Dänemark hat er geschlafen, in den italienischen Bergen, bei Weinfesten an der Mosel. Auf Plätzen mit viel Flair, das Wohnmobilfreunde schätzen.

„Man ist flexibel und kann ganz spontan schöne Stellen finden“, sagt er. Doch immer klappt das nicht. Jüngst hat der Alsdorfer sein Mobil fast vor der Haustür abgestellt. Auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule am Weiher, direkt neben der B 57. Sein Fazit nach zwei dort verbrachten Nächten fällt eher diplomatisch aus: „Das ist ausbaufähig.“

Gemeinsam mit seinen Freunden vom Dürener Wohnmobilclub „Albatros“ hat der Vorsitzende die Vereinsfeier dort verbracht, wo sonst angehende Mofafahrer Verkehrsregeln üben oder Tierparkbesucher parken. Seit ein paar Monaten hängen auf dem Platz auch Schilder, die Wohnmobilisten das Parken erlauben. Was die Infrastruktur betrifft, war es das auch schon.

„Ein bisschen wenig“, findet Karl Schwartz. Dass die Fahrer mit ihren bis zu acht Meter langen Gefährten willkommen sind, ist die eine Seite. Dass sie nichts vorfinden, was ihnen den Aufenthalt schmackhaft macht, ist die andere. „Wir sind im Grunde weitgehend unabhängig, denn Wasser und eigene Toiletten haben wir an Bord“, sagt Schwartz. Doch gewohnt ist er Plätze, auf denen er frisches Wasser beziehen und das gebrauchte auch wieder loswerden kann.

Keine Versorgungsstation

Es sieht nicht so aus, als ob der Alsdorfer Platz so rasch eine so genannte Versorgungsstation bekommen wird. „Die kostet gut 30.000 Euro, da ist der Einbau noch nicht mal drin“, sagt Ernst Erasmus, Geschäftsführer der Alsdorfer Freizeitobjektegesellschaft (Foga). Die Investition lohne sich nur, wenn man auch Einnahmen durch die Wohnmobilfahrer erzielen könnte. Er ist da realistisch: Noch sieht es nicht danach aus. Im vergangenen Jahr – der Testphase, die auch dieses Jahre andauern soll – hat er 116 Übernachtungen gezählt. Bislang zahlen Mobilisten zwei Euro, wenn sie den Platz an der Schranke wieder verlassen – so viel wie jeder Pkw-Fahrer. Das ist günstig.

Es hat aber auch Tücken. „Ob wir hier im Sommer auch Platz für unsere Mobile gefunden hätten?“, fragt sich Karl Schwartz. Wenn es warm wird, füllt sich der Tierpark, dann ist Parkraum richtig knapp. Vor allem an Wochenenden ist der Platz nicht selten komplett dicht. Wenn dann ein acht Meter langes Wohnmobil reinkurvt und keinen Platz findet, kommt es womöglich so rasch nicht wieder raus. Schwartz ahnt: In Begegnungen von Auto- und Wohnmobilfahrer kann Konfliktpotenzial stecken.

„Hier wäre eine räumliche Trennung besser“, sagt Schwartz, der bei einem möglichen Ausbau des Platzes gern beratend zur Seite stehen würde. Im Grunde begrüßt er nämlich die Möglichkeit, in Alsdorf eine Anlaufstelle zu haben. „Das ist gut für Familien mit Wohnmobil, die von weiter her kommen und den Tierpark besuchen möchten.“ Aber um Wohnmobilclubs anzulocken, „müsste sich einiges tun“.

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