Gedenkfeier: Frieden und Sicherheit müssen gepflegt werden

Von: ehg
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Stete Mahnung: Deutsche und Niederländer legen Blumen vor dem Kreuz auf dem Ehrenfriedhof an St. Sebastian ab. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Der niederländische Oberstleutnant a.D., Math Weijers, der 37 Jahre seinem Land als Soldat diente, hielt die Gedenkrede bei der von der Stadt ausgerichteten zentralen Gedenkveranstaltung der Deutschen Kriegsgräberfürsorge in der Aula der Realschule.

Neben Abordnungen der Würselener Vereine begrüßte Bürgermeister Arno Nelles ihn und als Repräsentanten der katholischen Kirche, Kaplan Andreas Möhlig, an einem Morgen gemischter Gefühle – weil durch den schrecklichen Terroranschlag in Paris „unser Sicherheitsdenken erschüttert worden ist“. Den niederländischen Gastredner begleitete eine Abordnung des Bonds van Wapenbroeders des Bezirks Roermond und Venlo, dessen Vorsitzender der Soldat im Ruhestand ist. In aller Stille wurde der Opfer von Paris gedacht.

Heimgesucht worden sei das Land der Würselener Partnerstadt Morlaix. Die freundschaftlichen Beziehungen, deren 40-jährige Dauer im nächsten Jahr gefeiert wird, seien beiden Ländern nicht in den Schoß gefallen, sagte Nelles. Da Frieden und Sicherheit unteilbar seien, müsse man sich gemeinsam den Herausforderungen unserer Zeit stellen, damit derartige Vorfälle sich nicht wiederholten. „Wir alle müssen gemeinsam Frieden stiften“, mahnte Nelles angesichts der vielen Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen.

Für den niederländischen Gast, der in Afghanistan im Rahmen einer Friedensmission mit deutschen Soldaten zusammenarbeitete, war es eine Ehre, die Gedenkrede halten zu dürfen. Der Volkstrauertag entspreche dem „Dodenherdenking“ (Totengedenken) am 4. Mai in den Niederlanden. Dann stehe um 20 Uhr zwei Minuten lang die Uhr still. Wie sich in den Nachbarländern in den verflossenen 70 Jahren seit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht mit dem Soldaten in Uniform in Deutschland die militärische Einschätzung der Weltlage verändert habe, beleuchtete Weijers an Beispielen.

Er verwies auf das Zusammenwirken bei der Errichtung des deutsch-niederländischen „Legerkorps“ mit Sitz in Münster, das jetzt 20-jähriges Bestehen feierte. Er bedauerte, dass beide Länder die finanziellen Mittel für die Verteidigung drastisch gekürzt habe. Schließlich seien Deutschland und die Niederlande in Sachen Kooperation zum Vorreiter in Europa geworden. Weijers zitierte die niederländische Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert, „dass das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt wach hält für Frieden und Freiheit“.

Die Gedenkfeier wurde mit getragener Musik umrahmt vom Kammermusikreis unter Leitung von Julia Prinsen-Feneberg. Zu Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ ging es zum Ehrenfriedhof, wo Kränze niedergelegt wurden.

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