Würselen - Geburtshilfe am MZ soll doch erhalten bleiben

CHIO Freisteller

Geburtshilfe am MZ soll doch erhalten bleiben

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
10349300.jpg
Die Bezirksregierung hat sich nach Aussage von Städteregionsrat Helmut Etschenberg gestern klar für einen erhalt der Geburtsklinik am Medizinischen Zentrum in Würselen ausgesprochen. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Die Entscheidung über den Fortbestand der Geburtsklinik am Medizinischen Zentrum Würselen (MZ) wird zwar erst – wie geplant – in der Sondersitzung des Aufsichtsrates Ende März fallen. Aber es gibt durchaus prominente Argumentationshilfe, wie sich die Anteilseigner Knappschaft Bahn-See und Städteregion Aachen entscheiden könnten, ja sollten – und zwar von der Bezirksregierung in Köln. Die Behörde will, dass die Geburtsklinik in Würselen erhalten bleibt.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) berichtete gestern auf Anfrage unserer Zeitung auf dem Rückweg von einem „sehr konstruktiven Besuch“ bei der Aufsichtsbehörde: „Das Gespräch hat ergeben, dass aus Sicht der Bezirksregierung die Geburtshilfe aufrechterhalten werden sollte – auch wenn dies in einem geringen Umfang wäre.“ Das entspricht dem Einwurf der Aufsichtsbehörde, es passe nicht zu einem Krankenhaus der obersten Kategorie „Haus der Maximalversorgung“, die Einrichtung mit Blick auf zurückgehende Geburtenzahlen zu schließen. Die MZ-Geschäftsführung hatte geplant, die finanziell defizitäre Geburtshilfe in Würselen zu schließen, weil sie eine Last für die Bilanz des Krankenhauses sei. Das MZ muss Gewinne verzeichnen, um Kredite für den Umbau des Hauses bedienen zu können.

Die Bezirksregierung hatte daraufhin interveniert und in Aussicht gestellt, gegebenenfalls von der Moderatorenrolle in die „Bestimmerrolle“ zu wechseln, um die Geburtshilfe am MZ zu erhalten. Im Konfliktfall würde das Gesundheitsministerium den Richter spielen, hieß es aus Köln.

Diese Steilvorlage nutzte MZ-Aufsichtsrat Etschenberg am Dienstag, um in Köln nachzuhaken, ob denn mit finanzieller Unterstützung bei Umbau und Erhalt der Geburtshilfe zu rechnen sei – und vielleicht noch mehr. Derzeit wird der Krankenhausbedarfsplan neu aufgestellt. Die Bettenzahl in den NRW-Krankenhäusern sollen deutlich reduziert werden. Etschenberg will in diesem Prozess die Position des MZ bei der Bezirksregierung stärken. Noch ist aber nicht klar, ob die Kölner Behörde dem Würselener Haus Mittel zur Verfügung stellen kann.

Positiv bestärkt fühlt sich Etschenberg durch Reaktionen von Medizinern. Kinderärzte hätten sich zwischenzeitlich bei ihm gemeldet – mit konstruktiven Vorschlägen, wie denn die Geburtshilfe am MZ erhalten und entsprechend die Geburtenzahl dort stabilisiert werden könnten.

Fest steht, dass das MZ nun einen Förderantrag bei der Bezirksregierung stellen wird, sagt Etschenberg. Dabei gehe es auch um „Veränderungen im Sinne der Konzentration vom Standort Bardenberg auf den Standort Marienhöhe“. Gemeint ist, die Kliniken für Lungenheilkunde und die Urologie von Bardenberg nach Marienhöhe zu verlegen.

Es würde vier bis sechs Wochen der Orientierung benötigen, um sich über Weiteres klar zu werden, weil es hierbei noch keine Erfahrungswerte gebe, habe es in Köln geheißen. Die Zeitspanne will Etschenberg gemeinsam mit dem Mitgesellschafter Knappschaft Bahn-See nutzen und auch Gremien der Städteregion einbeziehen, um die „Bezirksregierung von dem Konzept zu überzeugen“. Ob die Kliniken von Bardenberg nach Marienhöhe verlegt werden, hänge nicht zuletzt auch von den finanziellen Möglichkeiten ab. „Das ist noch völlig offen“, so Etschenberg.

Positiv habe die Bezirksregierung auf Überlegungen reagiert, in Bardenberg die Ausbildung für Kranken-, Kinder- und Altenpflege modernen Zuschnitts zu konzentrieren. Dazu zähle auch das Amt für Altenarbeit der Städteregion.

Zum Gesamtpaket der Maßnahmen gehört im Übrigen auch die Verlegung der Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung von Bardenberg nach Marienhöhe, weil das Medizinische Zentrum die eigene Notfallmedizin dort bereits konzentriert hat.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert