Würselen - Gebühren für Trauerhallen werden wieder nach oben angepasst

Gebühren für Trauerhallen werden wieder nach oben angepasst

Von: Beatrix Oprée
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90 Euro Gebühr kostet es bis dato, vor der eigentlichen Beisetzung noch eine Andacht in der Trauerhalle abzuhalten - 150 sollen es in Zukunft sein. Foto: vm

Würselen. Da wollte Heinz Viehoff (SPD) im Stadtrat nicht mehr mitziehen: Als übertrieben und gar „Abzocke“ beurteilte er das, was Hinterbliebenen künftig für die Nutzung von Trauerhallen auf den Friedhöfen in Rechnung gestellt werden soll.

Lediglich eine Anpassung der Gebühren habe man vorgenommen, erläuterte ihm daraufhin die Sachbearbeiterin, eine höhere Frequenz bei den Hallen sei nämlich ausgeblieben. Viehoff versagte der Neufestsetzung der Friedhofsgebühren dennoch sein Votum. Die ebenfalls zu beschließende und ab 2018 geltende neue Gebührensatzung für die Friedhöfe der Stadt Würselen passierte das Ratsgremium dann allerdings wieder einstimmig.

Zum Hintergrund: Für den Zeitraum von zwei Jahren war die Anpassung der Gebühren für die Trauerhallennutzung gesenkt und aus dem allgemeinen Haushalt entsprechend bezuschusst worden - in der Hoffnung, so einen Anreiz zu geben und wieder mehr Trauernde bei Beerdigungen in die Trauerhallen locken zu können. Doch der erhoffte Effekt ist nicht eingetreten, die Tendenz sogar weiter negativ.

90 Euro Gebühr kostet es bis dato, vor der eigentlichen Beisetzung noch eine Andacht in der Trauerhalle abzuhalten, 119 Euro die Nutzung der Leichenzelle, die Kombination aus beidem folglich 209 Euro. „Sollten sich die Nutzungszahlen der Trauerhalle weiterhin nicht verändern, würde dies bedeuten, dass der städtische Haushalt mit rund 66.418 Euro belastet würde“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Diese Summe ist offenbar auch für die Politik zu hoch, die – mit besagter Ausnahme – eine stattliche Nutzungspreiserhöhung absegnete: Ab kommendem Jahr wird die Trauerhalle mit 150 Euro zu Buche schlagen, die Leichenzelle mit 205 Euro, macht zusammen 355 Euro.

Eine Steigerung, die den bisherigen Zuschussbedarf nicht einmal halbiert, wie die Verwaltung darlegt. Sie prognostiziert eine Belastung des allgemeinen Haushalts von 39.592 Euro, falls die Trauerhallen nicht doch wieder mehr in Anspruch genommen werden sollten. Mit Blick auf die beschriebenen Preisanpassungen dürfte damit jedoch kaum zu rechnen sein.

Zum Vergleich die jährlichen Kosten: Sie werden für die Trauerhallen mit 69.980 Euro beziffert und für die Leichenzellen mit 34.990 Euro. Wie die Verwaltung darlegt, stehen dem 202 respektive 171 Nutzungen gegenüber, was einem reellen Gebührensatz von 346 respektive 205 Euro entsprechen würde, für die Kombination aus beidem immerhin stolze 551 Euro.

Wie in anderen Städten hat sich die Art der Bestattung auch in Würselen längst gewandelt, weg vom Einzel- beziehungsweise Doppelwahlgrab (11 bzw. 24 von 417 Bestattungen im Jahr 2016) hin zu preiswerteren und für die Hinterbliebenen vor allem pflegeleichteren Grabarten. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich das Urnenreihengrab auf Rasen (45 Bestattungen in 2016), das anonyme Urnenreihengrab (40) und vor allem das Reihengrab mit Rasenplatte (114).

Insgesamt 22 Grabarten stehen auf den 83.509 Quadratmetern Bestattungsflächen in Würselen zur Verfügung. Während bei den „herkömmlichen“ Einzel- und Doppelgräbern die Pflege den Hinterbliebenen obliegt, fallen bei den neueren Grabarten auf regelmäßig zu mähenden Rasenflächen entsprechende Kosten für städtisches Personal und Maschinen an. Das hat Auswirkungen auf die Gebührenentwicklung: Das 30-jährige Nutzungsrecht für ein Einzelwahlgrab etwa war seit 2016 für 2970 Euro zu haben und kostet ab 2018 „nur“ noch 2425 Euro.

Besonders deutlich ist die Senkung beim Doppelwahlgrab, für das bisher 5940 Euro berechnet wurde und das ab kommendem Jahr 1091 Euro preiswerter sein wird. Um 105 Euro teurer wird hingegen die Nutzung von Rasenreihengräbern mit Platte oder Stele. Und 727 Euro kostete bisher ein Rasenurnen-Reihengrab, mit 755 Euro wird es ab Januar zu Buche schlagen.

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