Baesweiler - Gebühren für Bestattungen: Baesweiler verzichtet auf Erhöhung

Gebühren für Bestattungen: Baesweiler verzichtet auf Erhöhung

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Die Gebühren für Bestattungen und Grabstellen auf Friedhöfen der Stadt Baesweiler werden für 2018 nicht verändert.

Baesweiler. Die Gebühren für Bestattungen und Grabstellen auf Friedhöfen der Stadt Baesweiler werden für 2018 nicht verändert. Dies zu beschließen, empfiehlt der Haupt- und Finanzausschuss dem Stadtrat, der dies nicht anders bewerten dürfte.

Zuletzt waren Gebühren in den Jahren 2015 und 2017 erhöht worden. Diese Anpassungen hatten jedoch das Auflaufen eines Minus in Höhe von zuletzt rund 100.000 Euro nicht verhindern können. Während Überdeckungen (Mehreinnahmen) aus Gebühren innerhalb von vier Jahren ausgeglichen werden müssen, steht es den Kommunen rechtlich grundsätzlich frei, Defizite durch Gebührenerhöhungen in Folgejahren auszugleichen oder eben auch nicht.

Von diesem Ermessensspeilraum wird Gebrauch gemacht. In der Kalkulation für 2018 wurde bewusst auf Anhebungen verzichtet, wie Bürgermeister Dr. Willi Linkens (CDU) im Haupt- und Finanzausschuss darlegte. „Die weitere Entwicklung und damit auch die Gebühren sind angesichts der sich verändernden Bestattungskultur nur schwer vorherzusagen“, sagte Linkens mit Blick auf die wachsende Zahl von Urnenbestattungen.

Für Friedhofsleitungen besteht nach Bestattungsrecht kein Benutzungszwang. Es können die entsprechenden Einrichtungen frei gewählt werden (Stichworte Waldbestattungen, Friedwälder).

Hinzu kommt, dass bei zeitversetzten Anhebungen von Gebühren „neue“ Gebührenzahler zur Kasse gebeten werden, also die „Zeche“ für frühere teilweise mitzahlen müssen. Das sieht die Stadt Baesweiler kritisch.

Als Basis für die Beratungen in Ausschuss und Stadtrat hatte die Verwaltung eine umfassende Gebührenbedarfsberechnung angestellt. Demnach kostet beispielsweise ein Reihengrab für 25 Jahre 307 Euro (Bestattung 394 Euro), ein Urnenreihengrab 209 (Bestattung 167 Euro). Ein Wahlgrab kommt bei 25 Jahren bei bis zu fünf Grabstellen je Einheit, auf 1250 Euro. Ein Reihengrab auf Rasenflächen mit liegender Gedenktafel ohne Bepflanzung kostet für den selben Zeitraum 1189 Euro.

Für die in der Verabschiedungshalle auf dem Friedhof in Oidtweiler geschaffenen Urnenkammern gelten neue Gebühren. So kostet die Nutzung einer Urnenkammer für die Dauer von 25 Jahren und bis zu zwei Bestattungen je Kammer 1810 Euro. Für weitere 25 Jahre wird die gleiche Gebühr erhoben. Für die Bestattung in einer Urnenkammer werden 123 Euro fällig.

Derzeit umfassen die Friedhöfe im Stadtgebiet insgesamt 82.694 Quadratmeter, die sich wie folgt aufteilen: Der Friedhof in Baesweiler ist rund 38.800 Quadratmeter groß, der in Beggendorf 6156, in Oidtweiler 4990, Loverich 3906, Puffendorf 2289 und Setterich 26.534 Quadratmeter. Nach Nutzungsarten gesehen, stehen in der Summe rund 24 980 Quadratmeter für Bestattungen zur Verfügung. Der Erschließung dienen 16.500 Quadratmeter. Die Grünfläche nimmt den Löwenanteil in Anspruch: 41.190 Quadratmeter.

Gerade die Grünflächen sind neben ihrer eigentlichen Funktion als würdiger Rahmen für Grabstätten auch wichtig für städtebauliche und ökologische Aspekte wie „Stadtteilauflockerung, Klimaverbesserung und Parkanlagen nicht nur für Grabbesucher“, wie die Stadtverwaltung hervorhebt.

Das führt dazu, dass ein von der Kommune bestimmbarer Anteil der Pflegekosten nicht dem Gebührenzahler, sondern der Allgemeinheit zugerechnet wird und somit aus Steuergeldern finanziert wird. Dieser Anteil wird für das Jahr 2018 von 10 auf 15 Prozent erhöht – und entlastet damit die Gebührenzahler. Das lobte Rolf Beckers (Bündnis 90/Die Grünen) ausdrücklich.

Und der auf Umweltthemen setzende Fraktionsvorsitzende dürfte sich auch noch über eine Prognose freuen: Für die Zukunft erwartet die Stadt Baesweiler eine weitere Zunahme der Grünflächen. Alte Gräber werden aufgegeben, anstatt dessen wird ein wachsender Anteil von Urnenbeisetzungen mit geringem Platzbedarf stattfinden, lautet die Begründung.

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