Garde ganz zünftig: Im Stadl ist was los!

Von: Stefan Schaum
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Keine Show ohne tanzende Gardisten: In ihren Stiefeln haben die uniformierten Jungs einmal mehr gute (Hebe)-Figur gemacht. Foto: Stefan Schaum
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Der Elferrat kochte sein eigenes Süppchen. Und zwar als „Josef, Supp und Süppchen“. Wer mochte dafür bloß das Vorbild sein? Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Dieser Brückenschlag hat glänzend funktioniert: Jeckes aus dem Rheinland und Zünftiges aus Bayern hat die Alsdorfer Prinzengarde in einen Topf geworfen und ein feines Süppchen draus gekocht. „Prinz, Gardisten, fesche Madel(n) – feiern gern im Gardestadl“: Unter diesem Motto gab es mehr als vier Stunden lang Hüttenstimmung und Schunkelflair satt in der Alsdorfer Stadthalle.

Dass ein Frederik Rybacki kein Florian Silbereisen ist, war schon mal ein klarer Vorteil dieser Stadl-Show. Mit Schmackes statt Schmalz ging der Moderator zur Sache und durfte dabei auf einen ganzen Haufen toller Nummern vertrauen. Allesamt bestritten von eigenen Kräften, wie es sich bei der Prinzengarde seit eh und jeh versteht. Die Zahl der Abteilungen nimmt sogar noch zu. Jüngstes Kind der närrischen Abteilung der Alsdorfer Kolpingsfamilie: Die „Freaky Dummies“. Diese Tanztruppe brachte bei ihrer Premiere eine geplatzte Hochzeit als Tanz auf die Bühne, der clever zwischen Kunst und Quatsch balancierte.

Im Krachledernen waren die „Steps“ zur Stelle, die Showtanz mit Schuhplattler kreuzten und auch den Top-Modetanz noch einmal auspackten, als es hieß: Prinzengarde goes Gangnam-Style. Nicht bloß Tanz, sondern auch Gesang hatten die Damen und Herren von „Karnical“ zu bieten. Mit Volldampf ging es dabei zurück in die 1980er Jahre: Nena, Wolfgang Petry und die Spider Murphy Gang – haufenweise Hits, die das Publikum bei der Premiere der von unserer Zeitung präsentierten Sitzung fleißig mitsang. Dazu gab es noch „Heidi“, die als Heldin der Berge im Lauf des Abends in vielen Fassungen auftauchte.

Nicht erscheinen konnte Alsdorfs Prinzessin Gerti, denn die musste mit einer ausgekugelten Schulter ins Krankenhaus. Keine Frage, dass die Prinzengarde ihren Horst I. auf der Bühne nicht allein dastehen ließ: Die Jacob Sisters hatte sie für ihn als weibliche Unterstützung parat! Wobei so manche Rundung unter deren Kleidern doch eher männlich wirkte. . .

Recht ähnlich war das bei Manni Dreschers, der als „Chantalle“ in die Bütt ging und fleißig die Gürtellinie entlangrutschte. „Wenn ein Mann zu einer Frau sagt: ‚Du bist die erste Liebe meines Lebens!‘, dann denkt die: ‚Verdammt, schon wieder ein Anfänger!‘“ Ein ganz ähnlicher Fall: „Er: ‚Schatz, lass uns Liebe machen.‘ Sie: ‚Ach, machen wir doch lieber was, das Du kannst!‘“

Ein besonderes Englisch

Das Elferrats-Theater konnte auch etwas, nämlich ein ganz besonders feines Englisch. Mit Hilfe von hochgehaltenen Worttafeln bastelten die Herren Sätze, die seltsam Deutsch klangen. Da wurde aus den Wörtern „Fair peace dish, drag suck“ ganz schnell das hier: „Verpiss Dich, Drecksack“. Richtung Aachen wurde auch geschielt: Ein paar Ausschnitte der jüngsten AKV-Sitzung hatte der Elferrat im Schnelldurchlauf im Angebot, inklusive des Ordensträgers Cem Özdemir – auch wenn der in Alsdorf nur ein Toni Klein mit angeklebten Koteletten war.

Hart und herzlich, flott und lustig – so ist die Prinzengarde. Von den tanzenden Gardisten, die in voller Montur auch diesmal beeindruckende Hebefiguren zustande bekamen, bis zum Spendenaufruf, den RTL-Moderatorin Inka Bause via Bildschirm bei der Sitzung startete. Für eine Kinderstation in einem Krankenhaus bat sie um Unterstützung, die gewährt wurde. Lebkuchenherzen konnten die Besucher dazu erstehen – und die waren nach Preview und Premiere bereits ausverkauft. Gut 1000 Stück! Rybacki: „Wir backen gleich neue.“ Denn der Sitzungsmarathon im Stadl geht ja noch weiter.

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