Würselen - Ganztagsschulen in Würselen: Genehmigungen stehen an

Ganztagsschulen in Würselen: Genehmigungen stehen an

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
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Die Anmeldungen für die neue Schule beginnen nach der Ausgabe der Halbjahrszeugnisse am 28. Januar. Foto: imago

Würselen. Der Schulfrieden in einer Stadt ist ein hohes Gut. Wird er gestört, gibt es viele Verlierer – bei Schülern, Eltern und Lehrern. Auch der Schulträger verliert Vertrauen, was sich in der Regel an den Anmeldezahlen für die städtischen Schulen ablesen lässt. Fakt ist, dass die Schullandschaft in Würselen vor großen Veränderungen steht.

Zur Erinnerung: Stadtrat und Verwaltung haben sich als Reaktion auf das Hauptschul-Aus für die Errichtung einer vierzügigen Gesamtschule ab dem Schuljahr 2013/14 ausgesprochen. Denn alle Schulabschlüsse sollten in Würselen weiterhin möglich sein. Die Genehmigung für die Errichtung der Gesamtschule hat der Regierungspräsident (RP) bereits erteilt.

Die Anmeldungen für die neue Schule beginnen nach der Ausgabe der Halbjahrszeugnisse am 28. Januar. Realisiert werden soll die Gesamtschule am Standort Wisselsbach – vorausgesetzt: Die gesetzlich vorgeschriebene Zahl an Anmeldungen von mindestens 100 Schülern wird erreicht. Nach einer Elternbefragung sind die Initiatoren dabei recht zuversichtlich, was dieses Klassenziel anbelangt.

Voraussichtlich Ende Januar

Vor einschneidenden Veränderungen stehen wohl auch die bereits bestehenden weiterführenden städtischen Schulen. So soll die Realschule, falls die Gesamtschule ihren 1. Schultag erleben wird, nur noch zweizügig geführt werden. Und obwohl sich die Schulkonferenz gegen die Einführung des Ganztagsbetriebs ausgesprochen hat, um sich profilschärfend vom potenziellen Nachbarangebot abzuheben, soll dieser eben doch eingeführt werden – mit Mensa und allem Drum und Dran.

Vielen Eltern, Schülern und Lehrern schmeckt das aber nicht. Das gilt auch für das städtische Gymnasium an der Klosterstraße. Dort soll ebenfalls der Ganztag eingeführt werden, aber auch hier hatte sich die Schulkonferenz zum jetzigen Zeitpunkt dagegen ausgesprochen. Mit Bedauern hatte das wiederum der Rat zur Kenntnis genommen, aber die Politik hält unverdrossen an ihrem Beschluss fest und hat die Ganztagsanträge beim RP in Köln eingereicht.

Den Eingang bestätigte RP-Sprecherin Freia Johannsen auf Anfrage dieser Zeitung. Die Unterlagen seien an das Ministerium für Schule und Bildung in Düsseldorf weitergeleitet worden. „Mit der Entscheidung ist voraussichtlich Ende Januar zu rechnen“, sagte Johannsen.

Bürgermeister Arno Nelles hatte sich erst kürzlich beim Neujahrsempfang sehr verwundert über die aktuelle Schuldebatte geäußert. Er sagte: „Ich habe die Welt nicht mehr verstanden.“ Er betonte: In einem ungewöhnlichen Schulterschluss aller politischen Entscheidungsträger habe der Rat beschlossen, die Errichtung einer Gesamtschule und die Einrichtung des Ganztagsbetriebs an Realschule und Gymnasium bei der Regierung zu beantragen.

Rat und Verwaltung seien einvernehmlich der Ansicht gewesen, dass eine Stadt wie Würselen seinen jungen Menschen alle möglichen Bildungsabschlüsse bieten sollte. Ihn störe an der aktuellen Diskussion, „dass unser eigentliches Ziel, die Optimierung der Bildungschancen unserer Kinder, aus den Augen verloren wird“. Er werde kurzfristig mit allen Beteiligten Gespräche führen. In einer Stellungnahme hatte er betont: „Die alleinige Verantwortlichkeit für die Ausgestaltung der Schullandschaft einer Stadt hat der Schulträger. Dieser Verantwortung muss sich der von Bürgern gewählte Rat stellen.“

Erster Beigeordneter Werner Birmanns, zuständig für den Bereich Schulen im Rathaus, zeigt auf: „Ziel ist es, weiter alle Schulabschlüsse anzubieten und für so viele Kinder wie möglich ein schulisches Angebot in der Stadt zu erhalten und zu schaffen. Die Entscheidungen sind an den Bedarfen der Schüler und Eltern, aber auch an den durch das Land gesetzten Rahmenbedingungen zu orientieren.

Eine groß angelegte Umfrage bei den Eltern bis in den ältesten Kindergartenjahrgang hinein wurde ebenso in die Entscheidung mit einbezogen wie die durch das Land dargestellten finanziellen und schulpolitischen Rahmenbedingungen. Hier ist die strategische Ausrichtung, mittelfristig alle Schulen in den verpflichtenden Ganztag zu überführen. Dieses landespolitische Ziel soll auch dadurch vorbereitet werden, dass den Kommunen durch fast fünffach höhere Schlüsselzuweisungen für Ganztagsschüler Anreize geschaffen werden, jetzt schon die Einführung des Ganztages zu beantragen.“

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