Fusion: Nur noch ein Verein, aber zwei Plätze

Von: Karl Stüber
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FC Sparta und Sportclub-Bardenberg planen die Fusion zum 1. Juli. Foto: Karl Stüber
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An den Spielstätten Birkenstraße und Zechenstraße (Foto) wollen sie festhalten. Foto: Karl Stüber

Würselen. Auf den ersten Blick könnte der Eindruck entstehen, dass zwei Rasensport betreibende Vereine einen Blankoscheck von der Stadt Würselen unterzeichnet wissen wollen und dies auch so schriftlich zugesichert erhalten – als Bestandssicherung ihrer Sportstätten an der Zechenstraße (Sport-Club 1930 Bardenberg) und der Birkenstraße (FC Sparta 1913 Würselen) nach (noch ausstehender) Fusion.

Diesem (falschen) Eindruck beugte Beigeordneter Roger Nießen in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Sport und Kultur vor. „Wir haben nicht Interna der Vereine überprüft, ob der Fortbestand nur so möglich ist“, sagte Nießen. Vielmehr sei dem nun in zwei gleichlautenden E-Mails formulierten Anliegen beider Vereine ein Gespräch mit der Verwaltung vorausgegangen. „Wir sind froh, dass Vereine fusionieren und so dem demografischen Wandel gerecht werden.“

Die Stadtverwaltung begrüße, dass Vereine auf diese Weise ihre guten Leistungen aufrechterhalten wollen. Es könne seitens der Stadt aber nicht um eine „Lebensgarantie“ gehen. Der Eindruck wäre falsch, wenn die Kommune bei der Sportstättenplanung nicht mehr weiterdenken würde. So ist folgerichtig in der Beratungsvorlage zu lesen: „Damit kann jedoch kein Bestandsschutz auf alle Zukunft verbunden sein, da es solchen auch nicht für die Einzelvereine gibt.“

Zum Hintergrund: Beide Vereine, so die Mitteilung aus den Vorständen, streben die Fusion zum 1. Juli 2017 an. Der neue Verein soll FC Sparta Bardenberg heißen – um den gemeinnützigen Zweck gemeinsam unter einem neuen Dach weiterverfolgen zu können.

„Zu einer sinnbringenden Verwirklichung dieses Vorhabens ist es unabdingbare Voraussetzung, dass die beiden bestehenden Sportstätten ‚Zechenstraße‘ und ‚Birkenstraße‘ dem neu zu gründenden Verein auch in der weiteren Zukunft in gegenüber dem heutigen Stand unveränderten räumlichen wie zeitlichem Ausmaß zur Verfügung stehen“, steht in den E-Mails der beiden Vereine an die Stadt Würselen.

Nach derzeitigem Stand würden zum Beispiel etwa 375 Jugendliche am Trainings- und Wettkampfbetrieb teilnehmen. Es wird um eine „verbindliche schriftliche Stellungnahme der Stadt Würselen“ gebeten. „Der Erhalt einer solchen Bestätigung ist darüber hinaus auch für die noch zu leistende Überzeugungsarbeit zur Zustimmung der Vereinsmitglieder zur Fusion der beiden Vereine von wohl ausschlaggebender Bedeutung“, heißt es weiter.

Unabhängig davon benötigten beide Vereine „zur Erfüllung der seitens des Fußballvereins Mittelrhein gesetzten Obliegenheiten ein gesondertes Schreiben, in dem sinngemäß beide Sportstätten dem noch zu gründenden neuen Verein für die Spielzeit 2017/18 zur Verfügung stehen werden“.

SPD-Ratsherr Karl-Heinz Pütz, zugleich 2. Vorsitzender von FC Sparta Würselen, betonte: „Es ist uns klar, dass bei den Sportstätten weiter gedacht und geplant werden muss. Uns geht es um Planungssicherheit für die nächsten Jahre.“ Hans Carduck (FDP), dem VfR Würselen seit Jahren eng verbunden, sagte: „Wir begrüßen jeden Versuch, dass Plätze erhalten bleiben und Vereine weiter leben können.“

Der Sportausschuss nahm letztlich die geplante Fusion „positiv zur Kenntnis“ und sicherte dem neu entstehenden Verein zu, „die angestrebte Fusion nicht zum Anlass für die Schließung eines Standortes oder einer ähnlichen Einschränkung zu nehmen“. Das klingt keineswegs nach Blankoscheck. Denn finanzielle und stadtplanerische Aspekte könnten durchaus zu solchen Überlegungen führen. Und weiteres Denken und Planen hat die Kommune ja für sich in Anspruch genommen – mit Recht.

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