Für Sie im Landtag: Gespräch mit Eva-Maria Voigt-Küppers

Von: Thomas Vogel
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MdL Eva-Maria Voigt-Küppers auf ihrem Platz im Sitzungssaal der SPD-Fraktion: Als Mitglied des Fraktionsvorstandes ist der 54-Jährigen ein Platz an prominenter Stelle sicher. Foto: Thomas Vogel

Nordkreis/Düsseldorf. Ob Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD) aufgeregt war, als sie 2010 erstmalig in den Landtag einzog? Überhaupt nicht. Der Grund: „Ich hatte eigentlich keine Zeit, zu überlegen”, sagt sie.

Unmittelbar nach der Wahl hat sie als Expertin in Sachen Wohnungsbau an den Koalitionsverhandlungen teilgenommen, ist also direkt voll in die politische Arbeit auf Landesebene eingestiegen. Um ein Büro hat sie sich nicht kümmern müssen. „Wenn man hier anfängt, bekommt man ein Büro zugewiesen. 2010 bin ich in das ehemalige Büro meiner Kollegin aus Heinsberg eingezogen, die den Sprung in den Landtag leider nicht mehr geschafft hat”, erklärt die Würselenerin. Und über die Ausstattung: „Das richtet man sich natürlich selbst ein, sowohl was die gesamte Arbeitsweise als auch die Atmosphäre angeht. Technik und Möbel sind vorhanden”. Zu ihrem Ersteinzug nahm ein Kollege sie an die Hand. Das hat ihr die Integration in den politischen Landesbetrieb leicht gemacht.

Zu Beginn der 16. Legislaturperiode, für die sie von den Menschen im Nordkreis direkt mit einem Mandat zur Landtagsarbeit nach Düsseldorf entsandt wurde, besteht noch Handlungsbedarf im Arbeitszimmer. Kaum ist die Schwelle zu den Räumen der Sozialdemokratin auf dem Fraktionsflur überschritten, schon entschuldigt sie sich für die kühle Leere im Raum. Wieder ist Zeitmangel der Grund. „Der Einstieg war beim zweiten Mal nicht entspannter”, stellt Voigt-Küppers fest.

Auf den zweiten Landtagswahlsieg im Nordkreis folgten die zweiten Koalitionsverhandlungen und - nicht zu vergessen - die Beförderung zur stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden. Praxis spielt für sie eine große Rolle im Alltag und im Zusammenspiel mit theoretischem Wissen - gerade in der Politik. „Meines Erachtens kann ich nicht über das Leben der Menschen und ihre Lebensgrundlage bestimmen, wenn ich die nicht kenne.” Deswegen sei sie viel unterwegs, um einen Einblick in die Lebensrealität Anderer zu gewinnen, um zu sehen, ob das in der Politik Beschlossene auch in der Realität ankommt.

Jeder Abgeordnete hat in der Regel einen persönlichen Mitarbeiter. Eva-Maria Voigt-Küppers wird darüber hinaus von zwei Fraktionsreferenten, einer Sekretärin und einem Referenten der Enquete-Kommission unterstützt. Privilegien, die das Amt der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden mit sich bringt. In den Fraktionsvorstand wird man gewählt, insofern ist der neue Posten Beleg für das Vertrauen, das sie in der Partei genießt.

Ihre neue Rolle beschreibt sie als Vermittlerin zwischen Arbeitskreisen und Vorstand und als Vertretung der Fraktionsmeinung nach Außen. Für die SPD war es also ein Glücksfall, dass sich die heute 54-Jährige vor drei Jahren ein Herz gefasst hat. „Ich hatte eigentlich für mich festgelegt, Kommunalpolitik zu machen. 2009 stellte sich die Frage: wer wird Landtagskandidat im Nordkreis?” Der Rest ist Geschichte - sie trat an und gewann.

Nach ihren Einflussmöglichkeiten auf die Landespolitik gefragt, identifiziert sie zwei Stellen: die Debatte innerhalb der Fraktion und die Diskussion im Parlament. Dort setzt sie an, um Dinge für den Nordkreis durchzusetzen. Dabei betont sie stets: „Ich vertrete alle Bürger des Nordkreises, unabhängig von ihrer politischen Gesinnung.”

Und: „Ich bin mir vollständig im Klaren darüber, dass es ein schweres Geschäft ist, weil es im Wahlkreis und sogar in jeder Stadt widerstrebende Interessen gibt.”
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