Für die Feuerwehr ein Leben lang das Beste gegeben

Von: Sigi Malinowski
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In diesem Moment dauerte es noch einige Stunden, bis Hans-Josef Hermanns (links) in „Club der Sechziger“ eintreten durfte: Die Entlassung aus dem aktiven Feuerwehrdient wurde per Urkunde aber schon von Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens vollzogen. Foto: Sigi Malinowski
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Geschenk zum Abschied: Beste Wünsche gab es auch von der neuen Wehrführung Dieter Kettenhofen (r.) und Dirk Grein (Mitte).

Baesweiler. Hans-Josef Hermanns hat Zeit seines Lebens fast nur eines im Kopf gehabt: die Feuerwehr. So sehr, dass selbst seine Mutter ab und an mal nörgelte. „Gibt’s denn gar nichts anderes wie Deine Feuerwehr?“ Der Chef der Baesweiler Blauröcke gab dann frank und frei zu: „Nein“.

 Außer, in späteren Jahren, Ehefrau und Tochter natürlich. Die Verabschiedung von Stadtbrandmeister Hermanns ließ einige Einblicke ins ganz Persönliche des tatkräftigen Mannes zu. Am Vorabend seines 60. Geburtstages fand im Gerätehaus Grabenstraße der Stabwechsel statt.

Die Gesetzgebung schreibt das vor. Mit 60 Jahren scheiden aktive Wehrleute aus ihrem Dienst aus und werden der Alters- und Ehrenabteilung zugeführt. Das ist auch beim Stadtbrandinspektor Hermanns so. Aber, so der allgemeine Tenor beim Festakt, Hermanns wird auch den Rest seines Lebens in den Dienst der Wehr stellen. Auch wenn es ein paar Takte ruhiger zugehen wird. Das versicherte Hermanns nach der Aushändigung der Entlassungsurkunde seinen vielen Kameraden und Kameradinnen und auch dem Bürgermeister Dr. Willi Linkens.

Der Erste Bürger hatte Hans-Josef Hermanns zuvor mit eingehenden Worten gewürdigt. 16 Jahre stand Hermanns an der Spitze des Stadtverbands, seit 1975 ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Baesweilers. Die Lebensgeschichte und die berufliche Laufbahn des abtretenden „Kommandeurs“ hörten sich neben vielen Gästen auch Kreisbrandmeister Bernd Hollands, sein Stellvertreter Werner Graf und Marlies Cremer vom Amt für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz der Städteregion Aachen an. Hoch erfreut war die gesamte Wehr, dass unter anderem frühere Wehrkräfte wie Ex-Bürgermeister und Unterbrandmeister Hans Plum, Walter Scholl oder Heinrich Pohlen (in den 80er Jahren Stadtbrandmeister Baesweilers) der Zeremonie folgten. Ebenso wie Hermanns‘ Stellvertreter Wolfgang Behrendt, der in gut vier Monaten (ebenfalls altersbedingt) ausscheidet und dann durch Dirk Grein als Vize-Chef ersetzt wird.

Mut, außerordentliche Entschlossenheit, rasche Auffassung und gekonnte Improvisation sind die Tugenden funktionierender Wehren, die gerade durch ihre Wehrführer ständig in der Öffentlichkeit stehen. „Auf so ein Handeln kann unsere Gesellschaft durch und durch stolz sein“, betonte Bürgermeister Linkens. Mit dem Hinweis: „Gerade dafür möchte ich der Wehr und ganz besonders Dir, lieber Hans-Josef, ganz herzlich danken.“ Hermanns, der viele Auszeichnungen erhalten hat und unter anderem Träger des Feuerwehr-Ehrenzeichens in Gold ist, wurde vom Rat der Stadt einstimmig zum Ehrenstadtbrandmeister auf Lebenszeit ernannt.

Hervorragend qualifiziert

Dafür bekam der Fast-Sechziger noch eine zusätzliche Urkunde. Verbunden mit dem Lob des Bürgermeisters: „Hans-Josef Hermanns hat mit seiner freundlichen und ausgeglichenen Art immer wieder dazu beigetragen, Missstimmungen und Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg zu räumen und seine Aufgaben mit großer Sorgfalt erfüllt.“ In den Dank band Linkens auch Hermanns‘ Ehefrau Hildegard und Tochter Tamara mit ein, die beide oft auf den Papa und Ehemann verzichten mussten. Hans-Josef Hermanns sprach von einer „schönen und erfolgreichen Zusammenarbeit“ mit seiner Mannschaft. „Etwa zwei Drittel davon habe ich doch selbst ausgebildet“, freute sich der angehende Ruheständler. Nicht nur die Führung der Wehr sei ihm unablässig ein Anliegen gewesen, auch die Ausbildung habe ihm stets am Herzen gelegen.

Zum Nachfolger (wir berichteten) ins Amt des Stadtbrandmeisters wurde Stadtbrandinspektor Dieter Kettenhofen gewählt. Seine Amtszeit beträgt zunächst sechs Jahre. Kettenhofen, der per einstimmigem Ratsbeschluss gewählt wurde, habe auch die uneingeschränkte Zustimmung der gesamten Wehr, stellte Linkens bei der Ernennung heraus. Sowohl Kettenhofen als auch sein – nach dem Ausscheiden von Wolfgang Behrendt – bestimmter Vertreter Dirk Grein „bringen ohne jede Einschränkung alle Voraussetzungen zur Übernahme von Führungsaufgaben mit“, stellte der Bürgermeister den beiden neuen Chefs exzellente Zeugnisse aus. Linkens wünschte beiden, die sich in der Vergangenheit „als äußerst qualifiziert und engagiert“ erwiesen hätten, „eine immer glückliche Hand bei Ihren Aufgaben“.

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