Nordkreis - Frostschäden: 500.000 Euro für provisorische Reparaturen

Frostschäden: 500.000 Euro für provisorische Reparaturen

Von: Stefan Schaum
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Aufgeplatzt: Schlaglöcher nerven dieser Tage die Autofahrer. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Kaum ist die Schneedecke geschmolzen, geht die Flickschusterei wieder los. Dann sind die Bauhöfe der Kommunen wieder gefordert, die Schlaglöcher in den Straßen wenigstens provisorisch zu stopfen, bevor im Frühjahr vielleicht umfangreichere Arbeiten beginnen.

Es gibt viel zu tun, in diesem Jahr hat der Frost dem Asphalt nämlich besonders übel zugesetzt. Ob auf der in Sachen Schlaglöcher berüchtigten Blumenrather Straße in Alsdorf oder der Bardenberger Straße in Würselen: Wo in den vergangenen Wochen Wasser eindringen und sich beim Gefrieren um gut zehn Prozent ausdehnen konnte, sind Straßendecken aufgeplatzt und zu Rumpelpisten geworden. Ein Graus für Autofahrer, die beim Rollen über die kleinen Krater das Wohl ihrer Felgen und Reifen riskieren.

Schnell gefüllt

„Das ist diesmal ganz erheblich”, sagt Franz-Josef Mahr, Leiter der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW). „Wir haben wesentlich mehr Frostschäden als in den vergangenen Jahren.” Seit zwei Tagen sind drei Mitarbeiter unterwegs, um zu glätten, was zu glätten ist. Auf Wanderwegen kippen sie Splitt in die Mulden, auf Straßen Kaltasphalt.

Das geht wenigstens schnell. „Entdeckte Löcher sind meist am selben Tag gefüllt”, sagt Mahr. Doch lange hält das nicht. Bloß ein paar Tage vielleicht, bestenfalls einige Wochen. Denn der kalt aufgebrachte Asphalt geht keine dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund ein und wird von den Reifen abgerieben.

Dass man sich im Grunde von Notbehelf zu Notbehelf hangelt, weiß Mahr. „Aufgrund des Sanierungsstaus sind die Oberflächen vieler Straßen eindeutig verschlissen.” Leichte Beute für den Frost. Doch eine dauerhafte Aufbesserung ist nicht in Sicht, denn die Gemeindeprüfungsanstalt hat der klammen Kommune einen guten Zustand der Straßen attestiert.

Mahr: „Das ist mir völlig unverständlich. Das heißt, dass immer nur geflickt werden kann - und zwar an immer mehr Stellen!” Und das kostet einiges. 500.000 Euro stehen laut Walter Buttgereit, kaufmännischer Leiter des Eigenbetriebs Technische Dienste in Alsdorf, für die Beseitigung der Erstschäden bereit.

„Das wird wohl ein teurer Winter.” Zumal der noch lange nicht vorbei ist. Auch beim Landesbetrieb Straßenbau NRW hat man das Thermometer im Blick. „Dauerfrost wäre halb so wild”, sagt Sprecher Andreas Roth. „Aber wenn die Temperaturen immer wieder um den Gefrierpunkt pendeln wie dieser Tage, leiden die Straßen richtig.”

Häufiger nachkippen

Zwar seien die Fahrzeuge der Straßenmeistereien derzeit nicht häufiger unterwegs als sonst - aber sie müssten immer häufiger anhalten und Füllmaterial auskippen. Immer hilft selbst das nicht. Roth: „Wenn ein Loch zu groß ist, wird ein Warnschild mit Tempohinweis aufgestellt. Dann müssen die Fahrer einfach warten, bis in wärmeren Monaten ausgebessert werden kann.”

Warten muss auch Markus Schlösser. „Es ist noch zu früh, um alle Schäden zu entdecken”, sagt der Baubetriebsleiter in Roda. Zumindest, was die Gehsteige betrifft, hofft er darauf, dass sich die derzeitige Schieflage vieler Platten von selbst regelt. „Wenn der Frost ganz aus dem Boden ist, senken sich die Platten oft wieder.” Andernfalls müsste auch auf den Bürgersteigen rasch nachgebessert werden.

Ein paar Schwachstellen gibt es auch in Baesweiler. „An den Einfassungen der Kanaldeckel dringt das Wasser leicht ein und reißt den Asphalt auf”, sagt der Technische Beigeordnete Peter Strauch. Diese Stellen seien derzeit im Fokus der Bauhofmitarbeiter. Im Übrigen setze er auf Vorbeugung. „Wenn weniger Risse in den Straßen sind, dringt auch weniger Wasser ein.”
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