Frohe Botschaft für den Cinram-Standort

Von: Georg Pinzek
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Das Interesse an der Zukunft der CD- und DVD-Produktion in Alsdorf ist seit jeher groß: Cinram-Verkaufsdirektor Cappi Frenger ermöglichte erst kürzlich bei einer exklusiven Führung für unsere Leser ein Blick hinter die Kulissen des Werks. Archivfoto: Stefan Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Die Verhandlungen der IGBCE-Tarifkommission mit der Geschäftsführung von Cinram sind am Donnerstag bis in die Abendstunden fortgesetzt worden – mit dem Ergebnis: Der Standort ist voraussichtlich bis Ende 2016 gesichert! Diese frohe Botschaft verkündete IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch unter dem Vorbehalt, dass die Gewerkschaftsbasis und die Konzernleitung in Toronto dem Vertragswerk, an dem auch am Freitag noch gefeilt wird, zustimmen werden.

Maresch: „Wir schrauben noch ein wenig an der Endfassung des Vertrags. Im Grundsatz sind wir uns aber über die Sanierungspläne einig.“ Hatte die Geschäftsführung ursprünglich ein Sparpaket von 6 bis 7,5 Millionen Euro von der Belegschaft verlangt, sehen die Zugeständnisse jetzt ein Volumen von über 4 Millionen Euro vor.

„Schließung ist vom Tisch“

„Für uns ist das jenseits dessen, was eigentlich zumutbar ist. Aber der Erhalt der Arbeitsplätze war uns natürlich das Wichtigste“, betonte Maresch. Zu den Eckpunkten: Nach den angestrebten tariflichen Regelungen soll bei Cinram ab Januar 2013 die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich gelten. Das Weihnachtsgeld soll nur noch 25 Prozent eines Monatslohns betragen.

IGBCE-Mitglieder sollen in der Laufzeit des Vertrags von vier Jahren jeweils weitere 25 Prozent als Einmalzahlungen erhalten. Das Urlaubsgeld wird komplett gestrichen. Im kommenden Jahr wird es keine Entgeltverhandlungen geben. Ab 2014 sollen jeweils gesonderte Verhandlungen über die Tarife geführt werden, um bei entsprechenden wirtschaftlichen Entwicklungen profitieren zu können. „Als Gegenleistung ist damit die Schließung vom Tisch“, sagte Maresch.

Auch die erforderlichen Investitionen sollen laut Geschäftsführung getätigt werden, um den Standort Alsdorf zukunftsfähig zu machen. Beim Stellenabbau will sich die IGBCE ein Mitspracherecht sichern, eine konkrete Zahl soll aber nicht mehr festgelegt werden. Die Rede war einst von 220 festangestellten Mitarbeitern, die entlassen werden sollten.

Für die Laufzeit des Vertrags wird sich die Gewerkschaft ein Sonderkündigungsrecht sichern. Die Mitarbeiter sollen am 13. Januar 2013 bei einer Betriebsversammlung über die Pläne informiert werden. Zeitgleich wird die IGBCE schriftlich um Zustimmung für das Verhandlungsergebnis bei den Mitgliedern werben. Cinram beschäftigt in Alsdorf derzeit im Dreischicht-Betrieb etwa 1000 festangestellte Mitarbeiter plus rund 200 mit befristeten Verträgen .

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