Friedwald ist ein Bürgerwunsch: Prüfauftrag erteilt

Von: mabie
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Neben dem bereits breit gefächerten Angebot, den Verstorbenen zu gedenken, soll geprüft werden, ob in Herzogenrath bald auch eine Ascheverstreuung an Bäumen möglich ist wird. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Roda bietet viele Möglichkeiten, der Verstorbenen zu gedenken. Künftig könnte eine weitere Art, seine Trauer auszudrücken, dazukommen. So beschäftigte sich der Bau- und Verkehrsausschuss mit dem Antrag eines Bürgers, einen so genannten Friedwald einzurichten. Das Konzept dieser Bestattungsform, bei der die Asche von Verstorbenen an den Wurzeln eines Baumes in freier Natur beigesetzt wird, geht auf den Schweizer Ulrich Sauter zurück.

Durch einen Grundbucheintrag ist der Fortbestand des Bestattungsareals auf 99 Jahre hin zu sichern, während die Grabpflege alleine der Natur überlassen bleibt. Zugesichert ist allerdings ein Zugangsrecht für die Besucher, das der Betreiber jederzeit gewährleisten muss. Die Stadtverwaltung sprach sich in der Sitzungsvorlage dafür aus, aufgrund von patentrechtlichen Bedenken „zum jetzigen Zeitpunkt keinen Friedwald in Herzogenrath einzurichten“. Gerhard Neitzke von der SPD schlug vor, eben aufgrund der patentrechtlichen Bedenken, das Ausstreuen auf einem der drei Waldfriedhöfe an einem bestimmten Baum zu prüfen. „Damit ist dem Ansinnen des Antragsstellers bereits geholfen“, so Neitzke.

Die Verwaltung gab zurück, dass es bereits 2004 im Vorfeld der Einrichtung von Urnenfeldern eine Untersuchung in Richtung Aschefelder mit dem Ergebnis, dies sei für Roda weniger geeignet, gegeben habe. „Wir wollen wissen, was es gibt und den Bürgern so weit wie möglich entgegenkommen“, hielt Neitzke dagegen. Dass die Verstreuung der Asche problemlos möglich sei, entgegnete auch die Erste Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann. „Ich könnte mir vorstellen, dass es etliche Bürger gibt, die eine Ascheverstreuung bevorzugen würden“, ergänzte sie. Reimund Billmann von der CDU sah die Beerdigungskultur an sich etwas anders. „Wir haben in unserer Stadt so viele Möglichkeiten der Bestattung selbst für Andersdenkende“, gab er an. Wenn einer der 47 000 Bürger ein Anliegen habe, müssten dann alle anderen 46 999 folgen, fragte er: „Ist das unsere neue Art der Demokratie?“ Toni Ameis von den Linken forderte ebenfalls eine Prüfung der Anregung und Gerhard Neitzke schlug in dieselbe Kerbe. „Wir unterscheiden uns von der CDU, denn wir nehmen Anregungen der Bürger sehr ernst“, schloss er. „Ich kann nicht erkennen, warum ein Bürger mehr sein soll, als der Rest von Herzogenrath“, gab der angesprochene Billmann zurück. „Ich möchte, dass der Bürgerantrag so behandelt wird und ich werde auch in Zukunft darauf pochen, dass jede Bürgeranregung angenommen wird“, schloss Folker Morschel von Bündnis 90/Die Grünen.

Fachbereichsleiter Rolf-Peter Kalmbach sagte abschließend die Prüfung des Anliegens zu.

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