Friedliches Zusammenleben fördern

Von: ny
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Zeigen Ergebnisse der Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturen: Leyli Mamian (l.) und Juline Müthrath vom städtischen Gymnasium Würselen... Foto: Conny Stenzel-Zenner
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... sowie Eva Broszy vom Heilig-Geist-Gymnasium. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. „Wir starten heute öffentlich mit dem Projekt ‚Engel der Kulturen‘, das unseren Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in unserer Stadt zum Ausdruck bringen soll.“ Jürgen Hohlfeld vom Arbeitskreis Asyl stand mit kleinen Kindern, mit Jugendlichen, Lehrern, Eltern, Großeltern und Politikern dicht gedrängt im Foyer des Rathauses und eröffnete eine ganze besondere Ausstellung, die bis zum 16. November zu sehen sein wird.

„In vielen Kitas, Schulen und sozialen Gruppen haben sich Kinder und Jugendliche seit Wochen mit verschiedenen Kulturen beschäftigt und auseinandergesetzt und haben dabei den Reichtum der unterschiedlichen Denk- und Lebensweisen entdeckt“, sagte Hohlfeld.

Nun zeigt die Ausstellung Ergebnisse der Auseinandersetzung mit Beiträgen des Familienzentrums Lebensspielraum in der Gerhart-Hauptmann-Straße, des Gymnasiums Würselen und des Heilig Geist Gymnasiums. Dabei verbindet der Engel der Kulturen die drei Religionen Abrahams – das Judentum mit dem Davidstern, das Christentum mit dem Kreuz und den Islam mit dem Halbmond. „Alle drei gehören zusammen und gestalten als Einheit einen Engel. Den Engel der Kulturen“, sagte Hohlfeld.

Nachdem der syrische Musiker Khalaf Karniwar mit dem Tambour die Ausstellung musikalisch eröffnet hatte, standen die Gymnasiasten zum Gespräch bereit.

„Wir haben mit Flüchtlingen gefrühstückt“, erzählte Juline Müthrath (13), die mit ihren Mitschülern gespannt den fünf Männern im Alter zwischen 20 und 35 Jahren zugehört hatte. „Bevor wir uns getroffen haben, haben wir uns vorbereitet“, sagte die Gymnasiastin. So waren beispielsweise ein paar Fragen Tabu. „Wir haben nicht gefragt, wie die Flucht war. Wie sie sich gefühlt haben oder was sie erlebt haben“, sagte Juline, denn das hätte möglicherweise Trauer ausgelöst. Dafür hörten die Würselener über die Hoffnung, in Deutschland eine sichere Zukunft zu haben.

„Die Stimmung während des Frühstücks war total schön. Wir hatten gar keine Berührungsängste. Mit viel Respekt, aber mit viel Vertrauen haben wir miteinander geredet“, sagte Leyli Mamian, die neben der deutschen auch die persische Sprache beherrscht und deshalb mit den Flüchtlingen aus Syrien ohne Sprachbarriere reden konnte. Die Erkenntnisse haben die Schüler in kleinen Schaubildern aufgeschrieben.

Anders haben es die Religions- und Kunstschüler des Heilig-Geist-Gymnasium der zehnten Klassen gemacht. „Wir haben bildlich die unterschiedlichen Religionen zusammengefügt“, erklärte Eva Broszy.

Die Ausstellung ist der Beginn des Projektes „Engel der Kulturen“. Am Samstag, 14. November, wird in Würselen das „Fest der Kulturen“ gefeiert. Dabei wird ein 1,50 Meter hohes Stahlrad des „Engels der Kulturen“ von Station zu Station durch die Innenstadt gerollt. „Dieser Weg symbolisiert den Willen der Würselener nach einem fruchtbaren Zusammenwirken aller in Würselen lebender Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Geschlecht“, erklärte Jürgen Hohlfeld.

Das „Fest der Kulturen“ dauert von 10.30 bis 20 Uhr. Es beginnt mit einer festlichen Eröffnungsveranstaltung um 10.30 Uhr im Ratssaal, gefolgt von dem Stationenweg durch die Innenstadt. Es endet mit einem Kulturfest ab 18 Uhr im Forum des Euregio-Kollegs.

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