Baesweiler - Friedenskirche: Prachtvolles Konzert zum Erntedank

Friedenskirche: Prachtvolles Konzert zum Erntedank

Von: Johannes Gottwald
Letzte Aktualisierung:
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“Ein‘ feste Burg ist unser Gott”: Passend zum Reformationsjubiläum intonierte Jens-Peter Enk beim Orgelkonzert in der Friedenskirche den berühmtesten Choral von Martin Luther. Foto: Johannes Gottwald

Baesweiler. Karg und nüchtern sieht es meist in einer evangelischen Kirche aus. Die Schlichtheit dieser Räume ist beabsichtigt, denn nichts soll von Gottes Wort ablenken. Und doch findet man hier oft einen reichen Schmuck von anderer Art: Die Kirchenmusik, die bei den Protestanten groß geschrieben wird und einen weitaus höheren Stellenwert einnimmt als bei den Katholiken.

Dies wurde zuletzt auch bei einem Orgelkonzert in der Friedenskirche eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zu Gast war Kantor Jens-Peter Enk aus Wuppertal-Barmen, der erst kürzlich zum Kirchenmusikdirektor ernannt worden war.

Er hatte ein farbiges Programm zusammengestellt, das vom Barock bis zur Moderne reichte und in jedem Takt eine vorzügliche Spieltechnik und ein ausgezeichnetes Stilempfinden hörbar werden ließ. Begonnen wurde mit dem festlich bewegten „Trumpet Air“ von Telemann, womit an den 250. Todestag dieses barocken Großmeisters erinnert wurde.

Stark improvisatorische Züge trug das Choralvorspiel „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr“ von Georg Böhm, während das Rondeau von Henry Purcell von herber Schwermut erfüllt war. Auch von J.S. Bach erklang ein anschließend ein Orgelchoral und danach die wenig bekannte Fantasie in C-Dur, die nur fragmentarisch überliefert ist.

Jens-Peter Enk spielte zunächst die zwölftaktige originale Version und danach die stilistisch vorzüglich gelungene Ergänzung von Wolfgang Stockmeyer. Einen Ausflug in die Romantik stellte „Präludium und Fuge G-Dur“ op. 37 Nr. 2 von Mendelssohn dar, dann folgten Werke zeitgenössischer Meister. Mit der Niederländerin Christine de Jong war sogar eine Komponistin dabei; ihre großangelegte Fantasie kombinierte das bekannte Lied „Großer Gott, wir loben dich“ mit Motiven aus dem „Sanctus“ der h-moll-Messe von Bach.

Sehr ruhig und romantisch-sentimental zog „The heart of Peace“ von Mons Leidvin Tacke vorüber, danach bildete die Choralfantasie „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“ aus der Feder des Kanadiers Denis Bédard passend zum Reformationsjubiläum den fulminanten Abschluss. Ähnlich wie bei Max Reger wurden hier die Liedstrophen programmatisch vertont, die Harmonik erinnerte dagegen mehr an Pepping und Hindemith. Eine Zugabe mit dem Titel „Kirchenfenster“ von Gregg Sewell rundete das prachtvolle Konzert stimmungsvoll ab.

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