Freudentaumel: Trainer glauben an deutschen Triumph

Von: Sigi Malinowski
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Taktikfüchse sind gefragt: Marc Gillessen ist ein angesehener Jugendtrainer aus Alsdorf. Während Gillessen die B-Junioren weiter trainiert, hat sich Klaus Herten von den Aachenern verabschiedet. Foto: Sigi Malinowski
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Raphael Garcia-Bernal, neuer Trainer beim JSV Baesweiler, kann sich schon vorstellen, dass der Weltpokal nach Deutschland geholt wird. Foto: Sigi Malinowski

Nordkreis. Fußball vom anderen Stern präsentierte die Deutsche Nationalmannschaft beim 7:1-Prachtsieg über Brasilien. Eine ganze Nation – so sie sich für die schönste Nebensache der Welt interessiert – liegt seit dem 8. Juli im kollektiven Freudentaumel.

Bei aller Ausgelassenheit, die Jogis Jungs mit ihrem bezaubernden Angriffsfußball entfachen und der übergroßen Erwartungshaltung, dass am Sonntag im Finale gegen Argentinien der „Pott“ fällig ist: Die eine oder andere Nachlässigkeit im Abwehrverhalten der DFB-Auswahl – ganz krass zeigte sich das beim Zittersieg über Algerien – scheint doch nicht einfach unter den Teppich zu kehren sein.

Hat der große Favorit auf den Titel möglicherweise ein Abwehrproblem? Ein Defizit, dass gegen die Supertechniker aus Argentinien aufbrechen könnte? Wie sieht das der Fußballfan im Nordkreis, wie bewerten das Fachleute? Unsere Zeitung hörte sich auch bei einigen Trainern um.

Seit dem 1. Juli steht ein „alter Bekannter“ wieder auf der Kommandobrücke des JSV Baesweiler. Raphael Garcia-Bernal war vor Jahren Coach des damaligen Bezirksligisten und will den Klub nun aus der B-Liga herausholen und zu neuem Ansehen verhelfen. Der Spanier hat nach dem frühen Ausscheiden seines Heimatlandes die WM dennoch „sehr interessiert weiter verfolgt“.

Ob Deutschland ein Problem in der Defensive vor sich her schleppt? „Nein, das sehe ich überhaupt nicht“, ist Garcia ist eher der Ansicht, „Deutschland macht viel Druck im Mittelfeld und entlastet somit die eigene Abwehr“. Außerdem ist da ja auch noch Manuel Neuer. „Er ist nicht nur ein Weltklassetorhüter, der spielt auch mit Fußball und das kann ja nur gut sein“, erwartet „Rafa“ Garcia am Sonntag einen 3:0-Erfolg der DFB-Auswahl.

Klassenhöchster Trainer des Nordkreises ist der Alsdorfer Marc Gillessen. Er ist seit fast zehn Jahren mit den C-Junioren in der Regionalliga und später auch mit den B-Junioren der Aachener Alemannia in der Bundesliga unterwegs. Ob das DFB-Team ein Abwehrproblem hat? „Jein“, sagt der sportliche Leiter der Alemannen. Seine Betrachtungsweise lautet, „wenn man ausschließlich die Arbeit gegen den Ball betrachtet haben wir keins“.

Aber: „Von den Außenpositionen erwartet man, dass nicht nur verteidigt wird“, kreist Marc Gillessen eine mögliche Gefahr ein. „Rechts läuft es, aber von der linken Seite kommt zu wenig nach vorne“. Er wünscht sich im Endspiel „ein frühes Tor im Finale für unsere Mannschaft, dann gewinnen wir auch mit zwei Treffern Unterschied“. Sollte es mit zunehmender Dauer 0:0 stehen, „könnte es ziemlich eng werden“.

Den Erfolg holte Klaus Barth als Cheftrainer der Mariadorfer Alemannen wieder zurück. Barth kam in der Winterpause für den glücklosen Redzo Sakanovic in den Südpark. In der nächsten Saison wollen Barth und Co. wieder „angreifen“ und um den Aufstieg in die Landesliga mitspielen. Seine Prognose fürs Finale in Rio ist kurz und knapp. Der frühere Oberligaspieler des SV 09 Baesweiler sagt: „Unsere Elf darf sich nicht zu sehr nach dem Gegner richten, dann wird das nichts.

Drücken wir dem Gegner unser Spiel auf, werden wir Weltmeister“. Könnte die Deutsche Mannschaft denn in im Defensivbereich in Schwierigkeiten kommen? „Nein, die Jungs sind jetzt eingespielt. Es läuft doch, wie die letzten Spiele gezeigt haben“, vertraut Barth dem Löw-Team. Verbunden mit dem Hinweis, „er hat ja rechtzeitig gemerkt, dass Philipp Lahm auf der Sechserposition falsch aufgestellt war“.

Andi Palm schaffte mit den Handball-Frauen des TV Weiden den Klassenerhalt in der Oberliga. Der junge Trainer ist nicht nur auf „seine“ Sportart Handball fixiert. „Regelmäßig sehe ich mir auch die großen Fußballspiele an“, hat der Coach dabei seine eigenen taktischen Sichtweisen. „Immer wenn Mats Hummels nicht dabei war mangelte es an Absprachen in der Abwehr“, will Palm „Defizite nicht wegreden“.

Von einem Finalsieg ist er aber überzeugt. „Da kommen doch mehrere Fakten zusammen“, sieht Andi Palm „dass brasilianische Publikum komplett auf unserer Seite, denn die mögen die Argentinier nicht“. Außerdem hat der Handball-Fachmann auch ausgemacht, „dass in unseren Reihen die besseren Fußballer stehen“. Fußballer, die spüren, der Titel ist zum Greifen nah.

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