Freude über Kalkhalden-Teich getrübt

Von: ehg
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Trauriger Anblick: Die Teichan
Trauriger Anblick: Die Teichanlage im Kalkhaldenpark wird durch wilden Müll und Zerstörungen zum Foto: Georg Pinzek

Würselen. Die Missstände an der Teichanlage am Dreiecksplatz, Elchenrather Straße, wachsen sich immer mehr zu einer unendlichen Geschichte aus. Die Debatte über den Kalkhaldenpark wurde im Ausschuss für Technik, Gebäude und Flächenmanagement erneut losgetreten, diesmal durch einen Antrag der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG).

Wegen der ins Uferlose steigenden Wartungs- und Unterhaltungskosten der Anlage beantragt sie zu prüfen, „ob die Planer wegen grob falscher Angaben hinsichtlich des notwendigen Pflegeaufwands der Anlage zu einer Beteiligung an den Unterhaltungskosten herangezogen werden können.”

Alternativ dazu, „ob ein Ersetzen des Teiches durch ein anderes Gestaltungselement, wie zum Beispiel ein Feuchtbiotop, mit sehr geringen Wasseranteilen oder eine erhöhte Bühne, keine Teilrückzahlung von Fördermitteln zur Folge hat”. Die UWG-Sprecherin Martina Dubois zur Begründung: „Nach der Vorhersage der Planer sollte der Teich praktisch keinerlei Wartungsaufwand verursachen. Dass von der Bevölkerung widerrechtlich Fische ausgesetzt worden seien, sei nur zu einem kleinen Teil Ursache der hohen Unterhaltungskosten, ebenso das Einbringen von Grobschmutzteilen. „Die ständige Veränderung der Teichbiologie durch Verwehung und Abschwemmungen von der Hangseite der Halde in den Teich ist ein schwerwiegender Konstruktionsfehler, den die Planer zu verantworten haben.”

In der Sitzungsvorlage hieß es von Seiten der Verwaltung, die Teichanlage am Kalkhaldenpark sei an einer Stelle und in einer Form errichtet worden, die durch natürliche und widernatürliche Umwelteinflüsse charakterisiert sei. Extrem störend wirke sich das Verhalten von Bürgern aus, die ihren Müll in den Teich werfen, an den Ufern bei schönem Wetter Trinkgelage abhielten, Hunde darin baden ließen sowie Teichfische darin aussetzten. In vernünftiger Art und Weise werde der Teich von einem Modellbootverein genutzt. Die Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW) - so Betriebsleiter Franz-Josef Mahr - unterstützten ihn dabei, den Müll zu entsorgen.

Außerdem wirkten sich eine Reihe von natürlichen Faktoren negativ auf die Biologie des Teiches aus, „der als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und andere Organismen wie Algen und Bakterien ein sensibles geschlossenes Ökosystem bildet”. Da ein regelmäßiges Abfischen als nicht probat angesehen werde, schlägt die Verwaltung vor, den Teich in der Elchenrather Straße auch mit dem vorhandenen Fischbesatz zu erhalten. Dazu entwickelte KDW-Landschaftsgärtner Heinz-Gerd Groten alternative Konzepte mit zahlreichen Maßnahmen, die der Ausschuss wohlwollend zur Kenntnis nahm und noch Gegenstand von Beratungen sein dürfte. Wie die Aussprache zeigte, herrscht noch viel Beratungsbedarf, ehe ein endgültiger Beschluss gefasst werden kann.

Würselen soll schöner werden

SPD-Sprecher Frank Zimmer bekam es nicht unter die Hutschnur, „dass wir kein Geld in die Hand nehmen dürfen, um den Teich zu sanieren, andererseits aber gezwungen werden, ihn zu erhalten”. Noch unmissverständlicher: „Wir sind vor einen Karren gespannt worden, den wir nicht ziehen können.” Obwohl seine Fraktion bei der Anlage gegen den Teich gestimmt habe, wolle auch sie heute, dass er erhalten bleibe. CDU-Sprecher Joseph Bongard glaubte nicht daran, „dass wir die Erlaubnis bekommen, die Teichanlage zu verändern. Wir dürfen den Teich nicht verkommen lassen. An dieser zentralen Stelle muss Würselen schöner werden.” Den Platz zu möblieren, sobald das „Carpe Diem”-Seniorenprojekt fertig gestellt ist, hielt er die Verwaltung an. Was dort entstehe, sei Kultur, regte er an, bei der Kulturstiftung um finanzielle Unterstützung anzuklopfen.

Gespräche laufen

Heiner Breuer (FDP): „Wir dürfen uns von der Regierung nicht zwingen lassen, weitere Fehler beim Dreiecksplatz zu machen.” Zur Sache zurück kehrte der Sprecher der Bündnisgrünen, Bernd Parschmann: „Das Problem ist nicht der Teich an sich, sondern sind unsere üblen Zeitgenossen.”

„Wir müssen gut abwägen, was wir hier machen”, meldete sich Technischer Beigeordneter Till von Hoegen zu Wort. „Dass Müll in den Teich gekippt und Fische darin ausgesetzt werden, dafür können wir nicht den Planer zur Rechenschaft ziehen.” Er werde den Planer ansprechen, mit der Stadt gemeinsam nach einer Lösung zur Beseitigung der Missstände zu suchen. Die Zugänge zur kleinen Kalkhalde in der dunklen Jahreszeit schon zu öffnen, hielt von Hoegen für „zu riskant”. Der Bündnisgrüne Dr. Ansgar Klein: „Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir den Teich zukippten.” KDW-Betriebsleiter Franz-Josef Mahr gab vor: „Unser Ziel muss es sein, den Teich wegen der damit verbundenen Steigerung der Aufenthaltsqualität zu erhalten. Wir müssen den Platz beleben.” Sobald das von Till von Hoegen anvisierte Gespräch mit den Planern geführt ist, wird der Teich erneut auf die Tagesordnung im Ausschuss kommen.
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