Würselen - Freude über Erfolgserlebnisse an der Albert-Schweitzer-Schule

Freude über Erfolgserlebnisse an der Albert-Schweitzer-Schule

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Glückwunsch: Schulleiter Clemens Sacher gratuliert den Schülern zum Hauptschulabschluß. Foto: Hanna Sturm

Würselen. Welche Perspektive haben Kinder und Jugendliche, für die ein Gymnasium oder eine Realschule gar nicht in Frage kommt und die auf einer Gesamt- oder Hauptschule scheitern? Solche Schüler sitzen vielleicht irgendwann im Büro von Clemens Sacher, Schulleiter der Albert-Schweitzer-Schule in Broichweiden, einer Förderschule für die Schwerpunkte Lernen und emotionale und soziale Entwicklung.

Hier werden Schüler mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten oder mit schweren Auffälligkeiten im Verhaltensbereich unterrichtet. Weil insgesamt nur 90 Schüler die Klassen eins bis zehn der Albert-Schweitzer-Schule besuchen, können die Lehrer in kleinen Gruppen mit 12 bis 15 Schülern arbeiten.

Diese Lerngruppen sind jahrgangsübergreifend, die Schüler werden also nicht nach ihrem Alter, sondern nach ihrem Leistungsstand einer Gruppe zugeordnet.

„Mit dem jahrgangsgemischten Unterricht haben wir sehr gute Erfahrung gemacht. Schließlich ist es eine große Herausforderung, Schülern mit völlig unterschiedlichem Leistungsvermögen gerecht zu werden”, sagt Schulleiter Sacher.

Gezielte Angebote

Schüler für den Schwerpunkt Lernen kommen oft schon im Grundschulalter auf eine Förderschule. Im Unterricht wird sehr individuell an den Basis-Fähigkeiten gearbeitet, so dass jeder Schüler speziell in seinen Problembereichen gefördert wird. Zusätzliche Förderung in noch kleineren Gruppen und gezielte Nachmittagsangebote in der Offenen Ganztagsschule ergänzen den normalen Unterricht.

Zwar verfügten auch viele seine Schüler über ein normales kognitives Potential, hätten aber in ihrer bisherigen Laufbahn viele Traumatisierungen erlebt, erklärt Clemens Sacher. „Viele dieser Jugendlichen leiden unter familiären Bedingungen, sie können sich nicht konzentrieren oder sich an Regeln halten.” Strikte Regeln und vor allem eine enge Kooperation der Lehrer und Sozialarbeiter mit den Eltern und auch dem Jugendamt seien daher sehr wichtig. Nicht immer können Schüler auf der Albert-Schweitzer-Schule bleiben. Werden die Probleme zu groß, bleibt manchmal nur die Überweisung in eine psychiatrische oder erzieherische Einrichtung. Besonders wenn es zu Aggressivität gegenüber anderen Schülern oder Lehrern kommt, muss eine Entscheidung getroffen werden. „Es ist oft ein schwieriger Balanceakt, denn wir wollen dem einzelnen Schüler natürlich eine Chance geben, müssen aber auch an die anderen Jugendlichen und an die Kollegen denken”, beschreibt der Schulleiter diese schwierige Aufgabe.

Natürlich sei in solchen Situationen die Belastung für die Lehrer ziemlich hoch, gibt Clemens Sacher zu, aber es gebe auch viele positive Erlebnisse. „Wenn ein Schüler frustriert und ohne Selbstwertgefühl zu uns kommt, und dann wieder lernt zu lernen und ein stabiles persönliches Verhältnis zu Lehrern und Mitschülern aufbaut, das ist ein großes Erfolgserlebnis.”

Die Chancen verbessern

Einen persönlichen Erfolg hatten auch die 14 Mädchen und Jungen, die ihr Abschlusszeugnis entgegennehmen konnten. Drei von ihnen schafften den Hauptschulabschluss nach der Klasse 9, drei weitere bestanden die zentrale Abschlussprüfung nach der Klase 10. Schulleiter Clemens Sacher sieht für die Absolventen eine gute Zukunftsperspektive: „Einige besuchen im Anschluss Berufsvorbereitungslehrgänge, in Langzeitpraktika schaffen sie dort nicht selten den Einstieg in eine Ausbildung.

Andere streben einen höheren Bildungsweg an, etwa den Abschluss nach der 10 oder den Realschulabschluss und haben dann auch gute Chancen einen Ausbildungsplatz zu finden.”
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