Freude in der KOT St. Sebastian: Rüttgers empfängt Ehrenamtler

Von: Stefan Klassen
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Viel mehr als nur ein warmes Mittagessen und Betreuung: Beim Projekt „One 2 four” werden Kinder und Jugendliche zu ehrenamtlichen KOT-Mitarbeitern ausgebildet. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat KOT-Leiterin und Initiatorin Sabine Bischof (r.) deshalb stellvertretend zum Empfang eingeladen. Foto: Stefan Klassen

Würselen. Das Geschenk liegt schon bereit und muss nur noch eingepackt werden: Es ist der schwarze Ehrenschal der KOT St. Sebastian. Nur Menschen, die sich besonders für die KOT einsetzen, bekommen diesen.

Am Mittwochabend wird sich Jürgen Rüttgers, NRW-Ministerpräsident, das flauschige Stück um den Hals legen dürfen. Beim Empfang in der Staatskanzlei in Düsseldorf, zu dem Vertreter von 80 herausragenden Ehrenamts-Initiativen eingeladen sind. Aus Würselen wird KOT-Leiterin Sabine Bischof anreisen - im Gepäck der Ehrenschal, an ihrer Seite Bürgermeister Werner Breuer.

Vom Betreuten zum Betreuer

Nimm man es genau, dann müsste sich Sabine Bischof den Schal selbst schenken. Und ihren Kindern und Jugendlichen, mit denen sie das nun gekrönte Betreuungs- und Ehrenamts-Projekt „One 2 four” umgesetzt hat. Denn „One 2 four”, das montags bis donnerstags von 13 bis 16 Uhr im Jugendheim von St. Sebastian beheimatete Angebot für Zehn- bis Vierzehnjährige, hat mehr zu bieten.

Mehr als nur Hausaufgabenbetreuung, mehr als ein warmes Mittagessen „für Kinder aller Schulformen und aus allen erdenklichen Familiensituationen”, wie Bischof sagt. Bei „One 2 four” - zwölf Kinder können teilnehmen - werden Kinder aus der Gruppe selbst zu Ehrenamtlern ausgebildet. Die können dann das Sozialarbeiter-Team um Sabine Bischof in der KOT und bei den Ferienspielen unterstützen.

Derzeit machen fünf der zwölf „One 2 four”-Kinder den Schritt vom Betreuten zum Betreuer. „Wenn die Kinder früh an das Ehrenamt herangeführt werden, steigert sich ihr Selbstwertgefühl und die Leistungen in der Schule bessern sich”, betont Sozialpädagogin und Sozialmanagerin Bischof.

Bestes Beispiel dafür ist Claudia Omozeghian, 17, in Deutschland geboren, die Eltern sind Nigerianer. Sie ist die erste in zwei Wochenendseminaren fertig ausgebildete „Junior-Mitarbeiterin”. In der bis 20 Uhr geöffneten KOT hilft sie so manche Stunde mit, passt auf, „ob die Besucher die Regeln einhalten”, assistiert bei den Hausaufgaben, organisiert ein Tanzprojekt.

Auf dem Stundenplan ihrer Seminare für die Ausbildung zur „Junior-Mitarbeiterin” standen Rechts- und Aufsichtspflicht, Konfliktmanagement, der Umgang mit schwierigen Situationen und Erste Hilfe. „Ich bin zielstrebiger geworden, gehe Sachen vernünftiger an”, sagt Claudia Omozeghian. Mittlerweile ist sie von der Realschule auf dass HGG gewechselt, „nach dem Abitur will ich Jura studieren”.

„Total überwältigt”

Dass das Ehrenamts-Projekt morgen von höchster Stelle gewürdigt wird, findet die 17-Jährige „einfach super. Viel zu oft bleibt solch ein Engagement in unserer Gesellschaft unbeachtet. Endlich kommt mal etwas zurück!” Freude herrscht in der gesamten KOT: Als die Einladung zum Rüttgers-Empfang bekannt wurde, „waren die Jugendlichen total überwältigt”, schildert Sabine Bischof. Sie selbst freut sich „riesig”, sieht den Erfolg ihrer Arbeit bestätigt. „Das Konzept von ,One 2 four´ ist erfolgreich. Und es ist schön zu sehen, dass das Engagement der Kinder und Jugendlichen geschätzt wird.”
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