Baesweiler - Fremdenfeindlichkeit keine Chance geben

Fremdenfeindlichkeit keine Chance geben

Von: Stefan Schaum
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„Den Dialog fördern“: Diese Botschaft hob Integrationsrats-Vorsitzende Reyhan Akkas hervor. Foto: Stefan Schaum
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Der Reyplatz war schon zu Beginn der Mahnwache gut gefüllt, als dort Bürgermeister Dr. Willi Linkens die Teilnehmer begrüßte. Foto: Stefan Schaum
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„Keine Religion unter Generalverdacht stellen“: Diesen Wunsch hatten die Imame der Baesweiler Moscheen: Fatih Durgut, Halil Ertugrul und Murat Güven. Foto: Stefan Schaum
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Friedenstauben: Die durften Kinder zunächst streicheln, bevor die Vögel auf dem Reyplatz aufstiegen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Das Zeichen war deutlich, die Beteiligung groß: Mehr als 200 Menschen sind am Freitagabend bei einer Mahnwache auf dem Reyplatz für Frieden, Freiheit und Toleranz eingetreten. Kerzen und weiße Tauben inklusive.

Der Integrationsrat und die Verwaltung hatten vor dem Hintergrund von Terrorakten und islamkritischen Demonstrationen eingeladen, gemeinsam für die Meinungs- und Religionsfreiheit einzustehen.

„Das ist uns allen sicher ein besonderes Anliegen“, begrüßte Bürgermeister Dr. Willi Linkens die Teilnehmer. Zwar war der Himmel klar und die Sonne schien, doch waren die Temperaturen eher frostig. Dass es trotz der Kälte so viele wurden, war wohl ein Beleg dafür, dass das Thema die Menschen bewegt. Und nur so kann es gehen in der Gesellschaft.

Linkens sagte: „Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass jede Form von Gewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit in Baesweiler keine Chance hat.“ Man müsse deutlich differenzieren zwischen „unseren friedliebenden und offenen Mitmenschen muslimischen Glaubens und den Terroristen, die sich fälschlich als Verteidiger ihres Glaubens ausgeben“.

Dazu forderte auch der Imam der Moschee am Carl-Alexander-Park, Murat Güven, auf. „Fanatiker und Gewalttätige dürfen nicht die Tagesordnung bestimmen, Verallgemeinerungen spielen nur den Terroristen in die Hände.“ Die seien im übrigen keine Sprecher des Glaubens.

„Auch wir Muslime sind für Meinungs- und Pressefreiheit als Grundlage des gesellschaftlichen Lebens“, sagte er mit Blick auf die Ermordung von Journalisten durch die Terrorgruppe IS. „Wir können nicht zulassen, dass der gesellschaftliche Frieden auf diese Weise vergiftet wird.“ Reyhan Akkas, Vorsitzender des Baesweiler Integrationsrates forderte dazu auf, den interreligiösen Dialog zu intensivieren. „Nur wenn man miteinander spricht, kann man eine multikulturelle Gesellschaft stärken.“

Für dieses Miteinander trat ebenfalls Pfarrer Ferdi Bruckes ein, der auf der Bühne sprach. Dort gab es zwischen den Redebeiträgen Lieder, die längst weltweit für den Frieden stehen. John Lennons Hymne „Imagine“ etwa, auch Leonard Cohens „Hallelujah“. Gespielt von zwei Musikern der Band „Fahrerflucht“: Benny Simmat und Andy Zentis. Und mitgesungen von vielen, die auf dem Reyplatz standen und Kerzen in Händen hielten. Dass nicht jeder eine bekam, sprach dafür, dass die tatsächliche Resonanz größer als erwartet war.

Mit etwa 100 Besucher hatte man vorab gerechnet, doch es wurden mehr als doppelt so viele. Und die endeten zum Finale der knapp einstündigen Mahnwache in einem großen Wirrwarr. Von der Bühne aus flogen zahlreiche Wollknäuel in das Publikum, das sich in den Fäden gern verstrickte. Klare Symbolwirkung: „Wir gehören alle zusammen, wir sind miteinander verbunden.“

Einen weiteren Akzent hatte zuvor die Brieftaubenvereinigung Baesweiler und Umgebung gesetzt: Einige weiße – oder zumindest helle – Tauben hatten Franz Keulen, Vorsitzender der Brieftauben-Reisevereinigung Baesweiler und Umgebung, und Erwin Naumann, Vorsitzender des Settericher Vereins, mitgebracht. Die ließen sie aufsteigen. Unter großem Beifall der Menge. Ein Applaus, der nicht zuletzt auch dem gemeinsamen Wunsch nach Frieden galt.

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