„Freigeist” öffnet seinen Tresor

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Skulpturen aus Stahl: Albert Sous gab Einblicke in sein Atelier und zeigte aktuelle Arbeiten. Foto: Nina Krüsmann

Würselen. Einen Blick über die Schulter von Bildhauer und Kunstschmied Albert Sous zu werfen, dies ist für Kunstinteressierte ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Zum Abschluss des Denkmaltages hatte der Künstler in sein privates Refugium eingeladen.

An der Ravelsberger Straße hat er sich einen Arbeitsplatz geschaffen, der einem Abenteuerspielplatz gleicht. Vor 25 Jahren hat Sous hier den „Kunsttresor”, einen runden Ausstellungsraum mit einem ganz besonderen Dach geschaffen.

Sous, der sich selbst gerne als „Freigeist vom Ravelsberg” bezeichnet, ist mit Leib und Seele Künstler. Wenn er seine Besucher durch die Ausstellungsräume und seine Werkstatt führt, erklärt er gerne und ausführlich: „Die Kuppel habe ich aus rund 20.000 Glasflaschen zusammengebaut - das war wohl meine härteste künstlerische Arbeit.”

Die Gäste strömten zahlreich zum Ravelsberg. Auch viele Besucher von weit her waren begeistert, den Schöpfer vieler bekannter Kunstwerke wie etwa des Aachener Kugelbrunnens kennen zu lernen.

Bei einem Gläschen Wein erzählte der Künstler auch von aktuellen Arbeiten: „Zurzeit beschäftige ich mich mit Skulpturen aus verformten Stahl.” Die Rohstoffe für die entstehenden Unikate, zum Beispiel den Torso einer Madonna, hat er wie so oft auf dem Schrottplatz gefunden. Ein Blick in Werkstatt und Atelier offenbart, mit wie viel Fantasie Sous aus Fundstücken die unterschiedlichsten Skulpturen fertigt.

Von winzig klein bis riesig groß setzt er seinen Ideen keine Grenzen. So bestaunten die Gäste neben kleinen Schmuckstücken aus der Ausstellung „Faszinosum Gold” auch ein Modell eines 25 Meter hohen Turms, den Sous für die Stadt Aurich in Ostfriesland geschaffen hat. Wesentlich zum Gelingen des Tages trugen auch Bärbel Ehlert und Friedhelm Lutzer bei. Mit Geige und Akkordeon spielten sie zwischen Wohnhaus, Garten und Kunsttresor wunderschöne jiddische Musik - die Zuhörer waren begeistert.

Ausstellung in St. Sebastian

Der bundesweit stattfindende Denkmaltag am 13. September war in Würselen durch eine Ausstellung in der Kirche St. Sebastian ergänzt worden. Neben restaurierten Kunstschätzen aus der Kirche wurden zahlreiche Werke von Albert Sous gezeigt: etwa Goldschmiedearbeiten aus einer früheren Schaffensperiode, in der Sous sakrale Gegenstände herstellte; oder Pilgerköpfe aus Edelstahl, zu denen Sous sich bei einem Besuch in Santiago de Compostela inspiriert wurde.

„Die Resonanz auf die Ausstellung in St. Sebastian war sehr groß”, bilanziert Sous. Zufrieden ist auch Hubert Wickerath, Verwaltungsmitarbeiter der Pfarre St. Sebastian: „Die gesamte Veranstaltung war ein großer Erfolg. Auch im Laufe des letzten Tages strömten bis zum Abend immer mehr Interessierte in die Kirche.”
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