Frauentheater: Viel Vergnügen mit der Puppenkiste

Von: Ingrid Puhl
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Ganze Kerle? Die kriegen Beggendorfs Frauen spielerisch hin. Vier ausverkaufte Theaterabende zum Thema „Augsburger Puppenkiste“ amüsierten das Publikum heftig. Foto: Sigi Malinowski
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Ganze Kerle? Die kriegen Beggendorfs Frauen spielerisch hin. Vier ausverkaufte Theaterabende zum Thema „Augsburger Puppenkiste“ amüsierten das Publikum heftig. Foto: Sigi Malinowski
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Ganze Kerle? Die kriegen Beggendorfs Frauen spielerisch hin. Vier ausverkaufte Theaterabende zum Thema „Augsburger Puppenkiste“ amüsierten das Publikum heftig. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Mit Übungsfleiß, Kreativität, Herzblut und viel Liebe zum Detail verbreiteten die 26 Darstellerinnen der Frauentheatergruppe Beggendorf wieder an drei Veranstaltungstagen in der EWV Bürgerhalle an der Langgasse aufs Neue Begeisterung und Spaß an der Freud.

In Anlehnung an die Eröffnung der Augsburger Puppenkiste am 26. Februar 1948 starteten die Akteurinnen ihr abwechslungsreiches vierstündiges Programm im Beggendorfer Puppentheater mit Jim Knopf und Emma, Frau Waas und König Alfons, die sich zu einem gemeinsamen Picknick trafen. Mit von der Partie auch die herrlich kostümierte große Blechbüchsenarmee. Als Überflieger outete sich der hochbegabte Erstklässler Uwe, der auf Grund seines Wissens zu seiner Schwester in die dritte Klasse versetzt werden möchte.

Ob Ausflug mit dem Kegelclub, Tour mit der Mannschaft oder einem Trip mit den Kollegen – was auf der Tour passiert, bleibt das Geheimnis der Teilnehmer oder auch nicht. Eine Kolonne Putzfrauen mit ihren Lovern (mannsgroße Puppen) amüsieren das Publikum. An der Kasse im Supermarkt hat so mancher schon seine Erfahrungen gemacht, meist negative Begleitumstände wie zankende und schreiende Kinder oder begriffsstutzige Kunden. Man würde entspannter einkaufen, wenn es an der Kasse so zuginge wie bei den Beggendorfer Frauen. Ein südamerikanisches Lebensgefühl im Zweivierteltakt vermittelte die elfköpfige Sambatruppe bei ihrem synchronen Tanzvergnügen. Wen wunderte es da, dass die Tänzerinnen ihr Können gleich zweimal unter Beweis stellen durften, weil das Publikum unbedingt eine Zugabe forderte. Bei einer Verkehrskontrolle rettet man sich mit etwas Bauernschläue aus so mancher Situation. Nachdem eine Autofahrerin im Gespräch mit ihrer Freundin wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt und darauf hin von einem Wachtmeister herausgewinkt wird, tischt sie ihm die tollsten Sachen auf: Kein Führerscheinbesitz, gestohlenes Fahrzeug, Pistole im Handschuhfach sowie eine Leiche im Kofferraum. Völlig geschockt und entnervt bittet der Polizist über Funk einen Kollegen um Amtshilfe. Dieser überzeugt sich, dass alles in bester Ordnung ist, also keine Straftat vorliegt. Nach dem Ausspruch der Fahrzeugführerin: „Ich glaube, ihr Kollege ist nervös, kann das?“ setzt sie ihre Fahrt fort.

Der Sandmann wird der wiederholten Körperverletzung beschuldigt und vor den Kadi gezogen. Während Staatsanwalt und Richter deutlich machen, dass dem Angeklagten die Kinderquälerei mit Sand in die Augen streuen nicht genug war, kontert Sandmanns Verteidiger: „Mein Mandat ist nur seinem Beruf nachgegangen. Von Generation zu Generation wurde dieser Beruf vererbt und bisher ein Millionenpublikum in den Schlaf versetzt.“ Darauf hin gibt der Sandmann eine Kostprobe seines Einschlafliedes – und siehe da, das hohe Gericht kann den Sandmann nicht verurteilen, weil alle tief und fest eingeschlafen sind.

Das Kernstück einer kleinen musikalischen Show ist der Luftballon. Während Eva illusioniert vom Schweben und Fliegen des Luftballons träumt, will dieser nicht mehr. Mit viel zureden gelingt es ihr jedoch, den Ballon noch ein einziges Mal zum Mitmachen zu bewegen. Ein tolles Zwei-Personen-Stück voller Leichtigkeit und Lebensfreude. Im Wartezimmer kann man allerhand erleben, wenn ausgerechnet am Karnevalsdienstag ein Arztbesuch nötig wird. Für die „Aktuelle Stunde“ soll mit dem Lottogewinner Erwin Lindemann, einem 66-jährigen Rentner mit einem Gewinn von 500 000 Euro, ein Film gedreht werden. Er wird befragt, was er mit dem Geld anfangen möchte. Zuerst soll eine Reise nach Island anstehen, dann möchte er mit seiner Tochter zur Papstaudienz nach Rom, und im Herbst möchte er eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnen. Name, Alter, Gewinnhöhe und Zukunftsvorstellungen soll er dann vor laufender Kamera wiederholen. Da Herr Lindemann bedingt durch die Nervosität und der Vielzahl der Sprechversuche immer mehr verdreht und durcheinander bringt, kann der Filmbeitrag nicht gesendet werden. Ein herrliches Durcheinander und eine tolle Leistung des Herrn Lindemann (Liesel Bürschgens).

Eine prächtige Revue

Nach einem schwungvollen Schneemann-Tanz ging es in einer Englischstunde um einen Versuch der Wissensvermittlung. Zum Finale startete der Flieger vom „Begga-Airport“ zu einer großen Reise in ein Land, das Sehnsüchte weckt – in die USA. Auf der großen Bühne gaben sich unter anderem Candymen, Biker auf der Route 66, Indianer inmitten von Büffeln, die Bonanza-Helden, Pokerfaces, Saloon-Tänzerinnen, Hula-Girls sowie namhafte amerikanische Sängerinnen und Sänger ein Stelldichein und boten eine prächtige Revue.

Ein starkes Team

Es spielten, parodierten, sangen und tanzten: Liesel Bürschgens, Anneliese, Christine und Michaela Hilgers, Gabi Hielscher, Doris Horbach, Doris Kaever, Karin Lenzen, Bärbel Marpe, Birgit Marso, Annelie Michel, Lisa Morgenstern, Marita Palmen, Ines Pletz, Petra Porschen, Angela Roosen, Trudi Sauren, Ulrike Schaffrath, Edith, Inge und Karin Strank, Lilly Strauch, Eva und Gabi Schaffarczyk sowie Marlene und Melina van de Winkel. Das Bühnenbild schuf wieder Eva Schaffarczyk. Durch das Programm führten Karin Strank und Ruth Pütz, für Musik und Beleuchtung sorgte Heinz Dautzenberg.

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