Würselen - Frauenplenum: Ellen Thielen-Vafaie berichtet über ihr Engagement

Frauenplenum: Ellen Thielen-Vafaie berichtet über ihr Engagement

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Sie sorgten für eine interessante Veranstatung im Alten Rathaus: Ellen Thiele Vafaie und Silke Tamm-Kanj (r.), Gleichstellungbeauftragte der Stadt. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Politisch ist sie. Streitbar. Kantig und mutig. Ellen Thielen-Vafaie hat in Würselen schon große Spuren hinterlassen. Darüber sprach sie während des Frauenplenums im Alten Rathaus. Bei ihrer ersten Bürgerinitiative war sie elf Jahre. Weil die Würselener Realschule eine Jungenschule werden sollte, setzte sie sich zur Wehr.

„Das hätte für Mädchen bedeutet, dass wir die Schule hätten wechseln müssen“, erinnerte sich die in Bardenberg Geborene. Also taten sich Schüler, Lehrer und Eltern zusammen und rannten gegen den Entschluss des Kreises Sturm. Die Schule blieb eine gemischte Schule.

Nach der Mittleren Reife wechselte Ellen Thielen-Vafaie aufs Einhard-Gymnasium. Mit dem Abitur machte sie eine kaufmännische Ausbildung, um dann an der Pädagogischen Hochschule in Aachen ein Lehramtsstudium zu beginnen. Während dieser Zeit war Ellen Thielen-Vafaie schon politisch aktiv. „Ende der 70er Jahre waren wir erbost über ein Gesetz, in dem Mord nach 30 Jahren verjährte“, erinnerte sich die Würselnerin.

Mit diesem Gesetz wären alle Nazimorde verjährt gewesen. Also nahm sie an einem europaweiten Protest teil, stand in Straßburg vor dem Justizpalast mit vielen Mitstreitern und demonstrierte. „Das Gesetz wurde umgeschrieben. Mord verjährt nicht mehr“, sagte sie, die auch heute noch Zorn bei Ungerechtigkeiten empfindet.

„Ich wünsche mir, dass Menschen gleich und würdig behandelt werden. Auf niemanden soll herablassend geblickt werden“, vertritt Ellen Thielen-Vafaie ihre Meinung. Nachdem sie schon in Aachen bei der Aachener Friedensinitiative besonders engagiert war, setzte sie nach ihrem Umzug nach Würselen Mitte der 80er Jahre ihre aktive Friedensarbeit fort.

Sie engagierte sich bei der Flüchtlings- und Ausländerarbeit, baute das Café Zuflucht in Aachen auf, gründet in Würselen den Arbeitskreis Flüchtlingshilfe und hatte immer wieder die doppelte Staatsbürgerschaft im Fokus. „Schon Mitte der 70er Jahre sind wir für die doppelte Staatsbürgerschaft eingetreten“, sprach sie auch für ihren Mann Mohammed, mit dem sie seit 1975 zusammen ist.

„Würselen hatte bereits die Städtepartnerschaft mit Morlaix, die ihrerseits eine Partnerschaft mit Reo, Burkina Faso, aufgebaut hatten. Martin Schulz, der damalige Bürgermeister von Würselen, fand diesen Ansatz so gut, weshalb die Dreieckspartnerschaft Morlaix-Reo-Würselen initiiert wurde“, erinnerte sie sich.

Seit 2004 ist sie Mitglied der Deutsch-Französischen Gesellschaft, seit 2006 deren Vorsitzende. Vor einigen Jahren war sie bei den Grünen aktiv. Sie wurde Agenda-Beauftragten der Stadt Würselen. Umweltthemen, Gesundheitsthemen, Freizeitangebote: Alle Themen trieben sie um. Als hätte das alles noch nicht gereicht, gründete sie den Förderverein der Stadtbücherei und wurde zur 1. Vorsitzenden.

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