Frauen haben bis zum heutigen Tag umsonst gearbeitet

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Die Gleichstellungsbeauftragten in der Städteregion Aachen: Susanne Hark, Alsdorf; Ulrike Lange-Wiemers, Städteregion; Birgit Kuballa, Herzogenrath; Susanne Goldmann, Stolberg; Simone Wetzel, Baesweiler; Andrea Compes, Monschau; Sigrid Harzheim, Eschweiler; Roswitha Damen, Aachen; Lonie Finken, Stadt Aachen, stellv. Gleichstellungsbeauftragte; Silke Tamm-Kanj, Würselen (v.l.n.r.). Foto: Gleichstellungsbeauftragte

Städteregion. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, dass die Lohnlücke in Deutschland gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn im Jahr 2015 immer noch 21 Prozent betrug. Das bedeutet, dass Frauen umgerechnet 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen), also bis zum 18. März, umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.

Gleichberechtigung und faire Löhne bringen Vorteile für Frauen, Männer und Wirtschaft. Doch noch immer fehlen Frauen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter und noch immer ist es in Deutschland schwierig, Familie und Beruf zu vereinbaren. Um die Lohnlücke zu schließen, muss bei den Ursachen angesetzt werden und alle gemeinsam – Frauen, Männer, Unternehmen, Sozialpartner und Politik – müssen konkrete Lösungen entwickeln und diese im Alltag umsetzen. Transparenz ist ausschlaggebend auf dem Weg zur Lohngerechtigkeit.

Dafür ist das im Januar dieses Jahres verabschiedete „Gesetz zur Lohngerechtigkeit“ ein wichtiger Schritt. Ein ebenfalls wichtiger und grundlegender Schritt hin zur Lohngerechtigkeit ist die Bewertung von Arbeit. Bislang werden Tätigkeiten, die überwiegend von Frauen geleistet werden, schlechter bezahlt als Arbeiten, die überproportional von Männern verrichtet werden. Die Arbeit von Frauen ist genauso viel wert wie die Arbeit von Männern. Die Strukturen und Systeme der Bewertung von Arbeit sind entsprechend anzupassen.

Die Gleichstellungsbeauftragten in der Städteregion unterstützen den Equal-Pay-Day für Chancengleichheit und fairen Lohn für Frauen, damit die Lohnlücke geschlossen wird und Frauen ab dem ersten Tag ihrer Arbeit Geld verdienen. „Die ungleiche Verteilung von Löhnen ist ungerecht und wirkt sich nachhaltig auf die existenzielle Sicherung von Frauen aus“, so Silke Tamm-Kanj, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Würselen.

Der Equal Pay Day wurde 2008 auf Initiative des Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. erstmals in Deutschland durchgeführt. Seitdem wächst die Zahl und Vielfalt der Veranstaltungen von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2016 waren es über 1000 Aktionen in hunderten deutschen Städten und Gemeinden.

BPW ist eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbständige Frauen. BPW Germany ist Teil des BPW International, der in rund 100 Ländern vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Inzwischen findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt.

Entstanden ist der Tag für gleiche Bezahlung in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women schufen 1988 mit der Red Purse Campaign ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

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