Franz Keulens Herz schlägt für den Brieftaubensport

Von: Tyrone Schwark
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Feiert am Montag seinen 80. Geburtstag: Franz Keulen hat mit seinen Tauben viele Preise gewonnen. Foto: Tyrone Schwark

Baesweiler. Geht man durch die Stadtzentren der Region, dann sind sie überall: Tauben. Für viele Menschen sind sie die „Ratten der Lüfte“, nerven und sind gefräßig. Dass die Vogelrasse jedoch eine stolze Tradition besitzt, wissen nur noch wenige.

Das bedeutet auch, dass sich immer weniger Nachwuchs für das Hobby von Franz Keulen finden lässt. Sein Herz schlägt seit 66 Jahren für den Brieftaubensport. Am Montag feiert Keulen seinen 80. Geburtstag.

Keulen blickt auf eine erfolgreiche Zeit als Züchter, Preisrichter und Vereinsmitglied zurück. Seit seinem 14. Lebensjahr interessiert sich das Baesweiler Urgestein für die Taubenzucht. „Meine Mutter und ihre Brüder haben Tauben gezüchtet. Sie waren es auch, die mich gesponsert und unterstützt haben. Als Kind konnte man sich das ja ansonsten gar nicht leisten“, blickt er zurück.

Nur Futter und Wasser

Neben dem eigentlichen Sport lag sein Interesse immer im organisatorischen Bereich. So war er Mitgründer des Vereins 07219 Vereinte Freunde Baesweiler, den er 17 Jahre lang leitete. Sollte man auf die Idee kommen, dass ihm seine langjährige Zeit als dortiger Vorstand gereicht hatte, liegt man deutlich daneben. Seit 30 Jahren ist er Geschäftsführer der Brieftaubenreisevereinigung Baesweiler, seit zehn Jahren bekleidet er das Amt des 2. Vorsitzenden des Taubenzucht-Regionalverbandes. Und auch vorher hatte er in einem anderen Verein schon als Mitgründer seine Hände im Spiel. Während seines langjährigen Engagements sieht Keulen eine klare Entwicklung in der Taubenzucht.

„Alles ist professioneller geworden, ob es Haltungsmöglichkeiten, Verbandsrichtlinien oder die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt sind. Früher, das sage ich immer so, bekamen die Tauben nur Futter und Wasser“, erzählt er. In dem Zusammenhang fällt ihm eine Anekdote ein: „Früher wurden die Tauben vor einem Flug sogar noch in Lokalen vorgestellt. Da kam es ab und zu vor, dass jemand aus Jux eine Katze aus dem Sack gezogen hat. Da war das Gelächter groß, heute findet die Vorstellung komplett elektronisch statt.“

Es fehlt der Nachwuchs

Im Bereich Elektronik sieht Keulen aber auch ein Problem der Taubenzucht: „Ich kümmere mich natürlich auch um den Nachwuchs, doch leider sieht es mit dem nicht so gut aus. Die jungen Leute interessieren sich meist nur noch für Computer. Es sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche dabei, die in der Familie jemanden mit dem gleichen Hobby haben. Quereinsteiger gibt es kaum.“

Zu seiner Zeit als Züchter besaß Keulen 120 bis 130 Rassetauben, seit Mitte des vorletzten Jahres hat er selbst keine mehr. Ein gutes Auge musste er immer wieder bei seiner Aufgabe als Preisrichter beweisen. 23 Jahre lang war er Teil der Preisrichtergruppe 25 in Aachen und konnte so seine Freude an der Schönheit der Tiere ausleben.

„Man musste schauen, dass die Tiere keine Macken an den Federn, den richtigen Körperbau und eine passende Kopfform haben“, zählt er die Merkmale für eine schöne Brieftaube auf.

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