Herzogenrath - Frank Ungerathen ist neuer Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde in Kohlscheid

Frank Ungerathen ist neuer Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde in Kohlscheid

Von: Nina Krüsmann
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Frank Ungerathen

Herzogenrath. „Kirche ist für Menschen da“, bringt es Frank Ungerathen auf den Punkt. Er ist seit Kurzem der neue Pfarrer im Bezirk Kohlscheid der Evangelischen Kirchengemeinde Herzogenrath. Jetzt feierte er seine offizielle Amtseinführung im Lukas-Gemeindezentrum.

Frank Ungerathen ist 54 Jahre alt, verheiratet und hat im Januar sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum begangen. „In dieser Zeit habe ich als Pfarrer Stationen in Solingen, Amsterdam, Remscheid, Düsseldorf und zuletzt Meckenheim bei Bonn hinter mir. Ein roter Faden war für mich immer schon die Verbindung von traditioneller Gemeindearbeit mit diakonischen und seelsorgerischen Aufgaben“, erklärt er.

In die Stadtgemeinde wirke man als evangelische Gemeinde dezidiert mit einem diakonischen Profil. „Das gilt für den Jugendbereich ebenso wie für die Flüchtlingsarbeit. In beiden Bereichen gibt es neben unseren Hauptamtlichen viele Ehrenamtliche, wie auch in der Seniorenarbeit.“ Die Verbindung der Generationen sei eine wichtige gesellschaftliche Klammer.

In die Kohlscheider Gemeinde bringt Ungerathen seine große seelsorgerische Erfahrung mit. „Ich bin ein guter Zuhörer. Mein Konzept für Gemeindeaufbau ist, ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende im Rahmen unserer gemeinsamen Ausrichtung zu unterstützen und angestoßene Entwicklungen zu fördern.“

Traditionelle Aufgaben wie Konfirmandenarbeit oder Amtshandlungen bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen sind dem neuen Pfarrer ebenso wichtig wie seine Spezialgebiete. „Für den diakonischen Schwerpunkt unserer Gemeinde in der Flüchtlingsarbeit bringe ich Erfahrungen aus mehreren Kirchenasylen, Asylverfahrensberatung und besonderen Hilfsprojekten für damals bosnische Flüchtlinge mit. Über die „normale Arbeit“ eines Pfarrers hinaus möchte ich besonders die mittlere Generation ansprechen“, betont Ungerathen.

Mit viel Engagement will er den Auswirkungen des demografischen Wandels und den aktuellen finanziellen Sorgen begegnen. „Eines ist dabei klar geworden: Bürger wollen ihre Kirche im Quartier behalten. Auch religiöse Infrastruktur wird wertgeschätzt.“

Die Ökumene ist ihm ein Herzensanliegen. „Ich freue mich über die hier gewachsene Selbstverständlichkeit, mit der die Menschen aus zumeist konfessionsverbindenden Partnerschaften und Familien sich in beiden Gemeinden aufhalten. Hier kann ich mir mit den katholischen Schwestergemeinden weiterhin viel Gemeinsames vorstellen. Unser Gott ist derselbe“, betont Ungerathen, der in seiner Predigt auf einen der bekanntesten Texte aus dem 1. Korintherbrief einging. „Paulus macht darin viele Ausführungen über das Zusammenleben der Menschen in Gemeinschaft. Bei Gott gibt es kein draußen. Die Bereitschaft zur Offenheit gegenüber Fremdem wird immer wichtiger in einer Welt, in der sich viele zurückziehen und einigeln in ihrer eigenen Identität“, betont Ungerathen. Gemeinde dürfe sich nicht „einigeln“: „Die tiefe Wahrheit hat Paulus erkannt: Nur in Gemeinschaft vermögen wir dauerhaft mehr als bloß für uns selbst zu leben! Es geht um eine Gemeinschaft in Achtsamkeit auch für die Verletzungen im Leben, mit diakonischer, ökologischer und leibhaftiger Spiritualität, um gemeinsam zu tun, was nötig ist: trösten und heilen, Gastfreundschaft üben und teilen.“

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