Frank Küster nimmt in Baesweiler Aktuelles aufs Korn

Von: Sigi Malinowski
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„Den Eierlikör kann nur ein Alkoholiker erfunden haben, dem es zu anstrengend war, sich ein Frühstück zu machen“, vermutete Frank Küster. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Wenn Küster kommt, wird’s messerscharf. Dann rast das kabarettistische Hackebeil auf die Bank. Der Düsseldorfer Comedy-Star bestach auch im fünften Jahr, in dem er nun in Baesweiler auftritt, durch scharfzüngige Pointen. Dies tat er im Rahmen des Programms „Kultur nach Acht, die Küster-Nacht.“

Um gleich auch mal Werbung, nicht für sich, vielmehr für die Liebenden vorzunehmen: „Am Sonntag ist Valentinstag. Tolle Geschichte. Aber dieser Tag wurde vom Heiligen Valentin erfunden. Und das war ein Märtyrer“, stellte Frank Küster den „segensreichen“ Tag dann doch noch in Frage.

Ein beliebtes Thema Küsters ist auch die Flüchtlingskrise. „Sie scheint vorbei“, hat er mit Ende der närrischen Zeit erkannt. Denn „die Flüchtlinge sind auf dem Rückweg. Vom Skiurlaub ins heimische Rheinland“. Peinlichkeiten im Kampf gegen den Internationalen Staat (IS) deckt Frank Küster auch auf. Sechs Aufklärungsflugzeuge können nicht eingesetzt werden, weil die Instrumente zu hell beleuchtet sind. Sein Tipp: Hätte man doch den guten alten VW-Bus eingesetzt, „bei dem die Lichter noch zu dimmen sind. Aber der passt ja nicht ins Cockpit“.

Stolz ist der Kabarettist – wie viele andere auch – auf die Handball-Europameister. Nur: „Dieses ewige hin und her hältst Du ja nicht aus“, deshalb hat er sich alle Spiele „noch mal in Zeitlupe angesehen“.

Nicht nur die Handballer haben eine neue Zeitrechnung zu Jahresbeginn eingeläutet. „Ein Entsetzensschrei ging durchs Land“, befindet Frank Küster. „Der Iwan kommt“, soll Oma geschrien haben. Doch er klärte seine Großmama auf: „Nein, Oma nicht der Iwan, der IBAN ist jetzt bei uns.“

Unverständnis überkommt den Bühnenstar, „wenn ich sehe, dass 80 Prozent der Deutschen pessimistisch in die Zukunft sehen.“ Er hält dagegen: „Der Wirtschaft geht es blendend, die Lebenserwartung steigt, aber wir haben Angst.“ Ängste können allerdings jene haben, die im Aachener Raum leben und die Atomkraftwerke aus Belgien vor der Tür haben. Die „neue Zeitrechnung: das Jahr Eins nach Köln“, nahm Frank Küster ebenfalls aufs Korn. Sein Fazit: „Für mich hat sich das nicht alles zufällig ergeben. Das war das internationale Bundestreffen der Straßenräuberbanden.“ Und: Ladendiebstähle gehen in erster Linie auf die Konten anderer Kulturkreise? Küster: „Delikte dieser Art werden dort mit dem Abhacken einer Hand bestraft.“

Die beiden Gäste

Gerne lädt sich Küster, auch das hat Tradition, Gäste ein. Als Open Spot überzeugte diesmal der Würselener Lorenz Böhme mit einer Kurz-Show. Die Umsetzung von Krankheiten in Klavier-Tönen gelang. Wie bringe ich einen Brechreiz in Klänge? Na klar, wie Waldi!

Aus seinem aktuellen Programm brachte Stargast Marc Breuer – ehemalige Hälfte des Rurtal-Trios – einige Ausschnitte. „Isch hab die Ruhe weg“, behauptete er und griff auf Erfahrungen aus 18-monatiger Elternzeit zurück. Zum Beispiel als einziger Mann unter allwissenden Müttern auf dem Spielplatz oder beim „Mutter-Kind-Turnen“ mit frauentypischen rhythmischen Bewegungen. Wenn er mal wieder in letzter Minute seine Kinder in der Maulwurfgruppe abgeben wollte, er aber die „Ablieferungszeiten“ der Kita verpasst hatte, warf er eine Abholkarte in den Briefkasten und gab die Kinder beim Nachbarn ab, wie es bei Hermes so üblich ist. In seiner eher bedächtigen selfkanter Art erzählte er und man erinnerte sich sofort an die eigene Zeit, als man bei der Entbindung im Kreißsaal wie Falschgeld daneben stand und man noch nicht mal ein Brötchen bekam ...

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