Würselen - „Foxton Music“: Mit neuem Tonstudio zurück zu den eigenen Wurzeln

„Foxton Music“: Mit neuem Tonstudio zurück zu den eigenen Wurzeln

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Am funkelnagelneuen Mischpult: Hans Haas eröffnet mit 48 Jahren in Bardenberg sein eigenes Tonstudio. Foto: Verena Müller

Würselen. Als Kind Autodidakt an der Orgel, in der Jugend Alleinunterhalter, dann der Branchenwechsel ins Gebäudemanagement und nun wieder zurück zur Unterhaltungsmusik: Hans Haas eröffnet in dieser Woche in Bardenberg sein eigenes Tonstudio. „Foxton Music“ heißt es.

Total überraschend ist dieser Schritt nicht, immerhin hat der gebürtige Aachener gemeinsam mit seinem Sandkastenfreund Stefan Cremers mehrere Jahre nebenbei ein Tonstudio betrieben, bis der eigentliche Beruf das zeitlich nicht mehr zuließ. Warum er nun doch wieder Zeit für das Produzieren von Schlagermusik hat und wer die Zielgruppe ist, erzählte Hans Haas Verena Müller im Interview im frisch eingerichteten kleinen Studio.

Herr Haas, was hat Sie nach Bardenberg verschlagen?

Haas: Das hat sich so ergeben, da die Betreiber des Bistros nebenan Freunde von mir sind. Das hier war ursprünglich ein Lager. Irgendwann saßen wir zusammen und ich meinte: „Eigentlich wäre das hier für den Anfang perfekt.“ Drei Wochen haben wir renoviert und alles neu eingerichtet, jetzt kann es losgehen.

Sie hatten schon mal ein Tonstudio.

Haas: Ja, von 1999 bis 2006 in Jülich. Aber das habe ich aufgegeben, als das mit der Zeit zu viel wurde.

Wie kommt es, dass Sie jetzt wieder Zeit haben?

Haas: Der Arbeitgeber, bei dem ich 24 Jahre lang als gelernter Elektroinstallateur im Gebäudemanagement gearbeitet habe, führt derzeit eine große Umstrukturierungsmaßnahme durch und hat für jeden ein Angebotspaket geschnürt. Ich dachte, das passt, und habe es angenommen.

Wie alt sind Sie jetzt, wenn ich fragen darf?

Haas: 48.

Das ist ein gutes Alter, um noch mal einen Neuanfang zu wagen, oder?

Haas: Sehen Sie, genau das war mein Beweggrund. Lustigerweise hat mir das vor zehn Jahren schon eine Wahrsagerin vorausgesagt. Sie meinte: „Mit 48 Jahren werden Sie beruflich etwas völlig anderes machen. Ich kann nicht erkennen, was es ist, aber es etwas anderes.“

Das hat sie in Ihrer Hand gelesen?

Haas: Nein, in den Karten.

Kurios.

Haas: Ja. In der Zeit hatte ich gerade eine sehr stressige Phase, ich war am Kölner Hauptsitz eingesetzt. Meine damalige Frau hat damals immer im Scherz gesagt: „Mach Dir nix draus, mit 48 machst Du ja eh was anderes.“

Ein mutiger Schritt ist das trotzdem.

Haas: Ich habe immer Mut zu Entscheidungen gehabt. Auch wenn ich mir damit die eine oder andere blutige Nase geholt habe. Aber für mich ist das der einzige Weg.

Und Sie würden das nicht machen, wenn Sie keine guten Kontakte und Aussichten auf Erfolg hätten.

Haas: Aufträge sind reichlich vorhanden, ich muss sie nur abarbeiten.

Wenn ich mich so umschaue, würde ich sagen: Eine Band, geschweige denn ein Orchester, passt nicht in die Kabine. Wer ist also die Zielgruppe?

Haas: Das stimmt. Samstag hatte ich noch einen Junggesellinnenabschied hier, die haben mit sieben Mann ein Karaoke-Stück aufgenommen. Das geht noch. Und ich habe theoretisch auch ein mobiles Studio, bin aber mehr auf Solokünstler ausgerichtet. Der Doppelsampler „100 Prozent Foxalalarm Vol.1“, den ich produziert habe, ist richtig gut angekommen. Der ist in Zusammenarbeit mit Peter Andree entstanden. Der Schlager boomt einfach im Moment.

Sein eigener Chef zu sein, ist sicherlich recht angenehm, oder?

Haas: Falls Sie jetzt meinen, dass ich erst mittags zu arbeiten anfange... So ist das nicht. Die Playbacks und Texte machen sich nicht von selbst.

Wie viel bringen denn die Künstler selbst mit und wie viel stammt aus Ihrer Feder?

Haas: Manche bringen einen Text mit und sagen: „Mach mir mal was daraus.“ Für andere mache ich zu 100 Prozent alles. Bei mir gibt‘s aber kein friss oder stirb. Die können immer noch was ändern. Außerdem muss der Song ja auch auf den Künstler passen. Er muss den später auf der Bühne verkaufen.

Was kostet so was?

Haas: Das ist ganz unterschiedlich. Das richtet sich immer nach dem, was der Künstler letztlich haben möchte. Günstig sind einfache Karaoke-Aufnahmen, teurer wird es logischerweise bei aufwendigeren. Ich bin selbst Musiker und weiß, was draußen los ist.

Wie kamen Sie zur Musik?

Haas: Über Stefan Cremers, der zwei Häuser weiter wohnte. Der bekam irgendwann eine Mini-Orgel geschenkt. Da hatte ich echt Spaß dran. Mein Vater sagte dann nach einer Weile: „Gut, Du bekommst auch eine.“ Und als der gesehen hat, dass ich auch ohne Noten was spielen konnte, hat der das gefördert. Dann kamen immer mehr Instrumente dazu. Mit 18 bin ich dann als Alleinunterhalter rumgetingelt. Irgendwann bin ich auch in einer Band gelandet, den Bumerangs, über die ich im Grunde in Aachen überhaupt erst bekanntgeworden bin. Wenn man das professionell betreiben will mit der Musik, muss man aber wahrscheinlich auch aus Aachen weggehen. Nach Köln zum Beispiel. Aber das ist ja jetzt nicht mehr nötig, jetzt kommen die Musiker ja zu mir (lacht).

Warum ausgerechnet Schlager?

Haas: Daran ist mein Vater schuld. Der hat immer im Radio Schlager gehört.

Wie kamen Sie auf den Namen Foxton Music? Warum der Fuchs?

Haas: Nein, mit dem Fuchs hat das nichts zu tun. Ich war im Urlaub und sinnierte über einen Namen. „Der gute Ton“, „Sie geben hier den Ton an“... „Ton“ sollte es auf jeden Fall sein. Eigentlich machst Du nur Discofox, dachte ich mir dann. Discofox, Foxton! So ist der Name entstanden.

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