Fotograf klettert auch in Baumhäuser hinein

Von: Stefan Schaum
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Große Auswahl: Willi Filz sic
Große Auswahl: Willi Filz sichtet seine Motive. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Letztlich geht es ihm immer um den Menschen. Um einen besonderen Ausdruck in den Augen oder ein faszinierendes Lächeln. Für Willi Filz spielt es dabei keine Rolle, ob er nun Migranten in Marokko fotografiert oder Grenzgänger zwischen Belgien und Luxemburg.

Oder, wie jüngst in Alsdorf geschehen, Jugendliche, die in den Porträts viel von sich und ihren Gefühlen preisgeben. Als Gewinner des jüngsten Stipendiums „Kunst für Alsdorf” war der Belgier mit seiner Kamera unterwegs.

Gut drei Wochen hatte der 49-Jährige Zeit, sein Projekt „Alsdorf im Blick” umzusetzen, das die Jury des Kunstvereins Alsdorf und ihres Projektpartners, die Kulturstiftung der Sparkasse Aachen, überzeugt hatte. Sein Atelier hatte der freischaffende Fotograf in einem leerstehenden Ladenlokal in der Stadthalle bezogen. Doch dort war er nicht so oft. Denn er hat die Jugendlichen dort besucht und abgelichtet, wo sie sich gern aufhalten. Das konnte ein Angelsteg am Alsdorfer Weiher sein, ein Baumhaus, eine Sporthalle, ein offenes Feld oder ganz einfach das eigene Zimmer. Hauptsache, die Umgebung passte zu der Geschichte, die die Jugendlichen dem Fotografen zuvor erzählt hatten.

Das war stets der erste Schritt: Die 18- bis 25-Jährigen Modelle haben in das Diktiergerät von Willi Filz gesprochen. Von besonderen Erlebnissen, Ärger mit den Eltern, Problemen in Schule, Studium und Beruf oder von besonders schönen Erlebnissen. Dann ging es zu dem Ort in Alsdorf, den die Jugendlichen mit dem Erzählten verbinden. Dort hat der Fotograf keine großen Anweisungen gegeben - sondern einfach die Geschichte im Gerät abgespielt und die Jugendlichen fotografiert, während sie den eigenen Worten lauschten. „Eine besondere Situation für die Modelle und auch für mich als Fotograf”, sagt Willi Filz. „Sehr intim. Alle Bilder sind einfach so geschehen.” Auf vielen Aufnahmen wirken die Porträtierten gedankenversunken, während sie ihren Schilderungen nachhängen. Der Betrachter spürt: das ist für sie ein besonderer Moment. So sollte es sein.

Leicht war es indes nicht. „Am Anfang habe ich mich einfach auf den Denkmalplatz gestellt und habe die Jugendlichen angesprochen”, sagt Willi Filz. Ergebnis: nicht einer wollte fotografiert werden. . . Über Kontakte und mit Hilfe des Kunstvereins fanden sich dann Kandidaten, gut 20 waren es am Ende. Einer davon ist Raphael Marso. Der 17-jährige hat konkrete Ziele. Erstmal Abi machen, dann Maschinenbau studieren. „Gesundheit ist für mich das Wichtigste”, sagt er, nachdem er vor der Krebserkrankung eines Onkels erzählt hat. Diese Sätze wird er später am Alsdorfer Weiher hören. Dorthin bittet er den Fotografen, denn dort angelt er des öfteren. „Ich bin einfach neugierig auf diese Aktion”, sagt er. Und das ist für Willi Filz die beste Voraussetzung.

Finissage rundet das Projekt ab

Die in Alsdorf entstandenen Bild präsentiert der Kunstverein zum Abschluss des Stipendiums am Freitag, 14. Oktober, 19 Uhr, in dem Ladenlokal in der Stadthalle, Ecke Rathausstraße.

Karten für „Goal” sind in der Alsdorfer Stadthalle sowie unter Telefon 02405/94102 erhältlich. Sie kosten jeweils zehn, zwölf oder 14 Euro. Zuzüglich zwei Euro pro Karte, die als Spende weitergegeben werden.

Auch ein Spendenkonto haben die Musicalmacher eingerichtet: Kto.-Nr.: 8805541, Sparkasse Aachen, BLZ: 390 500 00, Verwendung: „Benefizgala 2011”. Infos online: www.mutik.org.

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