Fotoausstellung erinnert an einen Aachener Pionier des Graffiti

Von: Elisa Zander
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Vergangenheit und Gegenwart: Bei „Streetart” treffen Fotografien von Regina Weinkauf auf Graffiti-Werke von Lars Kesseler. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Damit hat Regina Weinkauf nicht gerechnet: Dass das, was sie in den 1980er Jahren fotografiert hat, einmal zu einer Ausstellung führen würde. Sie und ihr Mann Dieter sind Hobbyfotografen, „und wir haben alles an bunten Wänden festgehalten, was ging”, erinnert sich die Aachenerin.

Ihre Fotos zeigen insbesondere die Arbeiten von Klaus Paier. Der 1945 in Essen geborene und 2009 in Köln gestorbene Physiker lebte lange Zeit in Aachen. Bekannt geworden ist er durch regierungskritische Text-Bild-Werke, die er illegal mit Farbe an öffentliche Wände brachte. Nicht selten wurden sie schon am nächsten Tag von der Verwaltung entfernt; heute gibt es noch etwa zwölf erhaltene Werke des Mannes, der mittlerweile als Künstler des Expressionismus verstanden wird.

Beginn einer Ära

„Er ist ein Vorfahre des Graffiti in Aachen”, sieht Lars Kesseler in Klaus Paier ein Vorbild. „Seine Kritik ist zeitlos, und mit ihm begann eine neue Kunst-Ära.” Kesseler selbst ist Graffiti-Künstler und sprüht seit 25 Jahren. Die Anerkennung, die Klaus Paier nun nach seinem Tod entgegengebracht wird, wünscht sich Lars Kesseler generell für die Graffiti-Szene. Um die Vergänglichkeit der Kunstwerke präsent zu machen und die Verbindung zwischen den Werken von Klaus Paier und der modernen Graffiti-Kunst zu zeichnen, hat das Ehepaar Weinkauf gemeinsam mit Lars Kesseler eine Ausstellung konzipiert.

„Streetart 1978-2012 - Eine Zeitreise” lautet der Titel, unter dem zwischen gerahmten Fotografien von Klaus Paier, neben denen kleine Texte mit Hintergrundinformationen zur Entstehung zu lesen sind, Malereien und aktuelle Werke von Lars Kesseler auf Leinwand zu sehen sind.

Altes mit Neuem verbinden - das wollten die drei, die von der Graffiti- und Straßenkunstszene nicht loskommen. Für Lars Kesseler ist es darüber hinaus auch ein Medium, das Kinder anspricht, - und durch das eine Brücke zur Kunst geschlagen werden kann.

Öffnungszeiten und eine „Midissage”

Die Ausstellung „Streetart 1978-2012 - Eine Zeitreise” ist im Nell-Breuning-Haus, Wiesenstraße 17, bis zum 31. Mai zu sehen. Öffnungszeiten sind montags bis freitags, 9 bis 20 Uhr, samstags, 9 bis 18 Uhr, und sonntags, 9 bis 15 Uhr.

Am Freitag, 23. März, findet im Nell-Breuning-Haus um 19 Uhr eine „Midissage” in Anwesenheit aller drei Künstler statt. Aus diesem Anlass wird auch eine kurze Dokumentation über Leben, Werk und Wirkung von Klaus Paier gezeigt.
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