Forum Medizin: Präzise Diagnosen in der Urologie

Von: Karl Stüber
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Ultraschalluntersuchungen helfen bei der Diagnose: Dr. Verena Starke-Rueben (l.) demonstriert mit Jennifer Desgronte, Medizinische Fachangestellte in Ausbildung, wie das vonstatten geht. Foto: Karl Stüber

Würselen. Immer mehr Patienten bringen beim Arztbesuch eine erste Diagnose gleich mit – dank „Dr. Google“ aus dem Internet. Das erlebt auch Dr. Verena Starke-Rueben, Hausärztin und Fachärztin für Innere Medizin und Internistische Rheumatologie, immer öfter.

Sie hat im Januar eine Hausarztpraxis in der Mitte von Würselen übernommen. „Die Patienten sind aufgeklärter“, sagt sie. Einerseits hilft das, weil die Betroffenen sensibler mit den Signalen des eigenen Körpers umgehen. Zum anderen kann aber dadurch der Blick auf Risiken verstellt werden. Ferndiagnosen aus dritter Hand sind so eine Sache. Den Beschwerden auf den Grund zu gehen, sollte doch besser dem direkten Gespräch mit dem Mediziner und mit angemessenen Methoden der Diagnose vorbehalten sein. Auch bei urologischen Problemen, sagt Starke-Rueben.

Sie ist eine der Referenten des Forum Medizin zum Thema „Urologie – moderne Behandlungsmethoden“, das am Mittwoch, 22. Juni, um 19.30 Uhr im Kulturzentrum Altes Rathaus beginnt. Das Forum Medizin wird vom Medizinischen Zentrum Würselen (MZ) und unserer Zeitung mit Unterstützung der Stadt Würselen organisiert.

Starke-Rueben kennt die Medizin aus verschiedenen Blickwinkeln. Sie hat zuvor 13 Jahre lang an beiden MZ-Standorten Marienhöhe und Bardenberg gearbeitet – unter anderem in der Gastroenterologie (Magen und Darm betreffend), Radiologie, Inneren Medizin und schließlich internistischen Rheumatologie. „Am MZ habe ich meinen Facharzt für Inneres gemacht“, sagt Starke-Rueben. Kann der Hausarzt bei einer Nierenkolik helfen oder muss der Patient besser direkt ins Krankenhaus?

Mit Medikamenten kann beim Hausarzt die Erstbehandlung erfolgen und der Schmerz gelindert und für Entspannung gesorgt werden, in der Hoffnung, dass die Ursache, der oder die Steine, abgehen. Wenn nicht, übernimmt der Facharzt, der Urologe, sagt Starke-Rueben. Hat der denn einen Termin frei? Da gilt, so Starke-Rueben, das Prinzip Notfall mit Blick auf die Schmerzen. Notfalls in der Ambulanz eines Krankenhauses nach Ende der Sprechzeiten des niedergelassenen Facharztes. Starke-Rueben betont, dass sie von der Überweisung zur Urologie möglichst viel Diagnostik (Ultraschall/Computertomographie) veranlasst, um dem übernehmendem Kollegen die Arbeit zu erleichtern.

Bei Entzündung der Harnwege kommt erst einmal ein Standard-Antibiotikum zum Einsatz, sagt die niedergelassene Hausärztin. „Wenn der Infekt nicht weggeht, folgen spezifische Antibiotika mit Blick auf Resistenzen.“ Zudem gilt es verschiedene, die Behandlung beeinflussende Faktoren beziehungsweise Erkrankungen abzuklären, so zum Beispiel Diabetes oder Rheuma. Blut im Urin kann auf einen Polyp oder gar Tumor hinweisen. Ultraschall hilft bei der Klärung, auch bei dieser Diagnose erfolgt die Überweisung an den Facharzt.

Zum Thema Blasenentzündung räumt die Medizinerin mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf. Dass Frauen davon oft betroffen sind, liegt nicht etwa daran, dass sie Röcke tragen, die schon mal eher Wind und Kälte durchlassen. Es ist eher ein Problem der Konstruktion: Die Harnröhre der Frau ist im Vergleich zu der des Mannes recht kurz, gerade mal etwa fünf Zentimeter. Bakterien, die da nicht hingehören, haben einen kurzen Weg, um Unheil anzurichten.

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