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Forum Medizin: Betroffenes Gewebe muss entfernt werden

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Setzt auf den Patienten schonende minimalinvasive Operationen: Prof. Dr. Karsten Junge vom Medizinischen Zentrum Würselen ist Referent beim Forum Medizin zu Darmkrebs. Foto: MZ/Harald Reusmann

Würselen. Der Chirurg ist bei Darmkrebs nicht automatisch die erste Adresse, aber bei gebotener Notwendigkeit immer noch die sicherste. Prof. Dr. Karsten Junge sagt unmissverständlich: „Darmkrebs kann nur geheilt werden, wenn das betroffene Gewebe entfernt wird. Wenn das nicht mehr endoskopisch, also im Zuge einer Darmspiegelung, möglich ist, muss dies chirurgisch erfolgen.“

Dabei sucht der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie am Medizinischen Zentrum Würselen (MZ) den großen Schnitt, also den massiven Eingriff zu vermeiden. Er setzt auf ein Patienten schonendes Vorgehen. Minimalinvasive Chirurgie ist ein Verfahren, bei dem Operationen am Darm mittels Kameratechnik über nur sehr kleine Schnitte vorgenommen werden.

Dabei werden nicht nur bösartige Tumore entfernt, sondern gegebenenfalls auch verdächtiges bzw. betroffenes Gewebe im Umfeld ausgeräumt. Junge wird dies beim nächsten Forum Medizin des MZ und unserer Zeitung am Mittwoch, 26. April, im Alten Rathaus Würselen genauer erläutern.

Der Klinik-Chef spricht von bestmöglicher, ja maßgeschneiderter Behandlung „nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Dabei werde eng mit weiteren Fachklinken des MZ und niedergelassenen Kollegen zusammengearbeitet. Besonders mit der „Schwesterklinik“ für Innere Medizin und Gastroenterologie unter Leitung von Prof. Dr. Jens Tischendorf wird kooperiert.

Gemeinsam bildet man das Darmzentrum, eine besonders anerkannte und speziell zertifizierte Form des Zusammenwirkens. Als Kernstück ist laut Junge das „interdisziplinäre Tumorboard“ anzusehen. Gemeint ist damit eine gemeinsame und regelmäßige Konferenz aller Behandlungspartner. Dabei kommen sämtliche Befunde auf den Tisch und werden bewertet. Daraus abgeleitet wird ein genau auf den Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept entwickelt und umgesetzt.

Im Zuge des Masterplans zur Modernisierung des MZ wurde kräftig investiert. Modernstes Gerät wurde angeschafft, wie Junge bei einem Rundgang erklärt. Unter anderem stehen für die Koloskopie (Darmspiegelung) HDTV-Geräte der aktuellsten Generation zur Verfügung, die klare Bilder vom Innenleben des Darms liefern. Auch im Operationssaal ermöglicht dem Chirurgen neueste Technik den notwendigen Blick.

Immer wieder werden in Patientengesprächen ein künstlicher Ausgang und die Beeinträchtigung des Schließmuskels durch Krankheitsverlauf und Eingriff thematisiert, wie Junge aus Erfahrung weiß. „Es kommt auf die Lage des Tumors an.“

Je näher das zu entfernende bösartige Gewebe am Schließmuskel liegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Stoma (künstlicher Ausgang) vorübergehend angelegt werden muss. Nur in äußerst seltenen Fällen ist eine Entfernung des Schließmuskels mit Anlage eines dauerhaften Stomas erforderlich, um den Patienten vom Tumor zu befreien.

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