Forum für Kunst und Kultur: Spannung aus Kreis-Stücken

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
11968541.jpg
Künstler Dirk Gottfriedt, der in Waldfeucht-Bocket lebt und arbeitet, präsentiert in Herzogenrath unter anderem dynamische Bögen. Foto: N. Krüsmann

Herzogenrath. Für Dirk Gottfriedt ist der Kreis, oder besser gesagt ein bestimmtes Kreissegment Ausgangspunkt für seine Arbeiten. Und die Größe dieses Kreissegments ist nicht zufällig gewählt, sondern beträgt exakt sieben Zwölftel.

45 spannende Arbeiten in Skulptur, Relief und Bild zeigt der Künstler jetzt unter dem Titel „Dynamische Konstellationen“ im Forum für Kunst und Kultur im Eurode Bahnhof. Auf den ersten Blick stehen die ruhigen, klaren Metallplastiken im krassen Gegensatz zu leuchtend gelben Bildfragmenten. Der Aachener Kunsthistoriker Dr. Josef Gülpers erklärte in der Einführung bei der Ausstellungseröffnung mit Forumsleiter Professor Fritz G. Rohde Wissenswertes zum Hintergrund der Werke. „Sowohl die Zahl Sieben als auch die Zwölf spielen in den Religionen des westlichen Welt eine wichtige Rolle.

Für den Künstler bedeutet das Maß größtmögliche Offenheit. Der geschlossene Kreis ist einerseits Sinnbild der Perfektion, im übertragenen Bereich Symbol der Unendlichkeit“, sagte Gülpers.

Die Farbe Gelb bildet in den aktuellen Arbeiten einen auffälligen Kontrast, ist ein Hingucker. „Die neuen Arbeiten könnte man als künstlerische Resümee begreifen. Wir haben die Farben Gelb und Schwarz und wir haben den Durchbruch, der die dahinterliegende Wand in das Kunstwerk einbezieht. Gottfriedt verbleibt in der Geometrie. Eine undefinierbare Tropfenform, deren Spitze nahezu einen rechten Winkel darstellt“, erklärt Gülpers. Ein schwarzer, Rahmen korrespondiere mit diesen Formen, es entsteht eine Interaktion des Innen und Außen. Bei einigen Skulpturen arbeitete Gottfriedt bewusst mit der Oxidation, ließ das Material Rost ansetzen. Diese Veränderung bringt einen spannenden Effekt.

„Aus früheren Arbeiten, die sich der Bewegung widmeten, entstanden neue Arbeiten, die Dynamik ausstrahlen“, erklärt Gottfriedt. Seine Werke inspirieren sich gegenseitig, reifen im Arbeitsprozess. „Eine feste Strategie verfolge ich dabei nicht von Anfang an. Die Ideen kommen bei der Arbeit“, erzählt der Künstler. Klassisch und in ästhetischer Weise ruhen seine Stahlobjekte in sich selbst. Ihre meist runde Formgebung des rostfarbenen Stahl bringt Dynamik in die Stille.

Gottfriedt lebt und arbeitet in Waldfeucht-Bocket. Er studierte an den Kölner Werkschulen sowie an der Düsseldorfer Kunstakademie und war lange Jahre Leiter der dortigen Werkstatt für Bildhauerei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert