Formalia nicht auf die lange Bank schieben

Von: Elisa Zander
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Neue Überweisungsträger: Dort müssen IBAN und BIC bereits eingetragen werden. Eine Ausfüllhilfe erklärt die neuen Felder. Foto: Elisa Zander

Nordkreis. Den Geldtransfer vereinfachen – das Ziel war einfach gesteckt. Die nationalen Zahlungssysteme sollten enden und Überweisungen und Zahlungen im Lastschriftverfahren nur noch nach den Sepa-Regeln erfolgen. Sepa bedeutet „Single Euro Payments Area“ und steht dafür, Zahlungen in Euro schneller und für den Verbraucher auch günstiger umzusetzen.

Der Sepa-Raum besteht aus den 28 EU-Staaten sowie den fünf Nicht-EU-Mitgliedern Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und der Schweiz. Doch so einfach ist das mit der Umstellung wohl doch nicht. Schon seit November 2009 gibt es das Sepa-Verfahren. Der europäische Gesetzgeber „ging davon aus, dass es so verbraucherfreundlich ist, dass sich das von alleine durchsetzt“, sagt Claudia Schmitz, Leiterin der Verbraucherzentrale Alsdorf. Das war aber nicht der Fall, „darum gab man einen Zeitplan vor“. Mittlerweile ist die Frist vom 1. Februar, die zumindest maßgeblich für gewerbliche Anbieter war, auf den 1. August verschoben worden.

Bis zum Sommer 2013 wurden – so geht es aus einer Information der Verbraucherzentrale NRW hervor – 0,19 Prozent der Lastschriften und 10,6 Prozent der Überweisungen über das Sepa-System abgewickelt. Laut der Deutschen Bundesbank erfolgten im November des gleichen Jahres 32 Prozent aller Überweisungen im Sepa-Format.

Dabei haben Endkunden oft wenig Aufwand mit der Umstellung. Sie haben ihrem Versorger, etwa für das Telefon, Gas und Strom, in der Regel eine Einzugsermächtigung erteilt. „Hier ist der Anbieter dazu verpflichtet, die bestehenden Kontonummer und die Bankleitzahl in IBAN- und BIC-Nummern zu konvertieren“, erklärt Schmitz. Damit meint sie die neue, international gültige Kontonummer (IBAN) und die weltweit eindeutige Identifizierung von Kreditinstituten (BIC, siehe Info).

Auf Verbraucher zukommen

Bei bestehenden Verträgen muss der Anbieter auf die Verbraucher zukommen. „Darum kann es sein, dass es vielen nicht bewusst aufgefallen ist, weil es nebenher läuft.“ Manche Anbieter verweisen in einer Rechnung darauf, andere machen es lediglich in der Betreffzeile der Konto-Abbuchung deutlich und wieder andere verschicken gesonderte Schreiben. Aktiv werden müssen Kunden hier in der Regel nicht, da die Firmen die neuen Nummern aus den bestehenden Daten ableiten können. Dazu wurden Mandatsreferenznummern an die Unternehmen vergeben, die mit der jeweiligen Gläubigernummer abgestimmt sind.

Bei privaten Überweisungen ist es noch möglich die Kontonummer und Bankleitzahl anzugeben, da die Kreditinstitute dies noch umrechnen. Dennoch sollte man sich angewöhnen, die IBAN- und BIC-Nummern zu verwenden, um ab dem Stichtag, der für alle am Zahlungsraum beteiligten gilt, vorbereitet zu sein. Die eigenen Nummern sollte man stets vom Kreditinstitut konvertieren lassen. Schmitz: „Es gibt zwar eine Systematik, die man anwenden kann, aber aus Haftungsgründen ist es besser, das von der Hausbank machen zu lassen.“

Herausforderung für Vereine

Die Umstellung auf das Sepa-Verfahren bedeutet auch Arbeit für die Vereine. Fördervereine beispielsweise, die Mitgliedsbeiträge abbuchen, müssen alle Mitglieder über die Umstellung informieren und sich gegebenenfalls die BIC- und IBAN-Nummern erfragen. „Auch als Verein braucht man eine Gläubiger-Ident- und eine Mandatsreferenznummer“, erläutert Schmitz.

„Wir haben uns bereits Anfang Januar 2013 mit der Problematik beschäftigt und alle Schritte eingeleitet und umgesetzt“, sagt Waldemar Schwertner, Kassenwart des Herzogenrather Tennis-Clubs 52 Rot-Gold. Unterstützung bekam der Verein von der Bank. „Die Umstellung auf das Sepa-System in unserem Verein verlief problemlos.“ Ähnliches erlebte Detlef Weber, Kassenwart der Spielvereinigung 1928 Straß. „Da wir das Programm zwecks Mitgliederverwaltung der Sparkasse nutzen und diese im Vorfeld durch umfangreiche Infoveranstaltungen und Schulungen über das Thema Sepa informiert hat, sind wir optimal darauf vorbereitet.“

Auch das Vorweidener Jungenspiel Nassau setzt sich mit der Thematik auseinander. Eine Sepa-Schulung steht an. „Wir haben zwar schon einige Male intern darüber gesprochen, sind aber leider noch nicht genügend in das Thema vorgedrungen“, sagt David Hermanns. Mit einer Broschüre der VR-Bank hat sich die St.-Sebastianus Schützen-Gesellschaft Würselen 1624 auf die Umstellung vorbereitet. Darin zu finden waren „unter anderem Musterbriefe für Lastschriftmandate oder für die Umdeutung bestehender Einzugsermächtigungen“, erläutert Stuart Eason, Schatzmeister der Gesellschaft. Gute Vorbereitung gehört dazu. Dann gibt es auch zum Stichtag keine Probleme.

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