Flüchtlingszahlen in Herzogenrath konstant

Von: Yannick Longerich
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71 Neuankömmlinge in 2017. Viele verlassen die Gemeinschaftsunterkünfte und wechseln in private Wohnungen. Ehrenamtliche Helfer passen Hilfsangebote an Foto: Yannick Longerich

Herzogenrath. Aufgrund der nach wie vor unsicheren Prognosen, wie viele Flüchtlinge in nächster Zukunft nach Herzogenrath kommen, bleibt die Lage zwar noch sensibel. Dennoch hat sich die Lage etwas entspannt. Die Anzahl der Neuankömmlinge bleibt konstant, die „Anerkannten“ werden bestens versorgt. Für ein kollektives Aufatmen sei es jedoch noch zu früh, heißt es aus der Verwaltung.

Zurzeit werden in Herzogenrath 382 Flüchtlinge durch die Stadtverwaltung betreut. Im laufenden Jahr wurden der Roda-Stadt insgesamt 71 Neuankömmlinge zugewiesen. Die Spitzenpositionen in der Herkunftsstatistik halten Nigeria (11), Irak (9) und Guinea (8).

Westafrika mit hoher Quote

27 minderjährigen Neuankömmlingen stehen 44 Volljährige gegenüber, das Verhältnis zwischen Männer und Frauen ist ausgeglichen. Es bleibt festzuhalten, dass der Anteil von syrischen Flüchtlingen (4) im Vergleich zum Vorjahr stark rückläufig ist. Damals waren es noch ganze 40 Prozent.

Auch das Themenfeld „Willkommenskultur“ ist in den Augen der Stadtverwaltung einem stetigen Wandel unterworfen. Durch die immer längeren Verweilzeiten von Flüchtlingen in Herzogenrath verändern sich die Tätigkeiten von bürgerschaftlich engagierten Helfern massiv. Besonders stark gewachsen ist die Nachfrage nach sogenannten „Flüchtlingspaten“, welche eine „Eins-zu-eins-Betreuung“ in verschiedensten Alltagssituationen bieten. Es bestehen bereits 51 solcher Patenschaften, im Gegenzug sinkt das Bedürfnis nach Freizeitangeboten in großen Gruppen.

Die hohe Zahl an Anerkennungen hat dazu geführt, dass eine Vielzahl von Flüchtlingen die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen haben und privaten Wohnraum aufsuchen. Der stetige und finanziell gering ausfallende Rückbau der ehemaligen Gemeinschaftsunterkünfte wird als Erfolg gewertet.

Die in der Flüchtlingsberatung Herzogenrath engagierten Träger, die Evangelische Kirchengemeinde Herzogenrath (EKH), das Diakonisches Werk im Kirchenkreis Aachen e. V. (Diakonie) sowie der Caritasverband für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen Land e. V. (Caritas), haben fortlaufend die Konzeptionierung der Flüchtlingsberatung überarbeitet und personell angepasst.

Während die vertraglichen Vereinbarungen zwischen der Kommune und dem EHK sowie der Caritas noch bis Ende 2020 bzw. 2017 (Caritas) laufen, endet der Kontrakt mit der Diakonie formell zum 31. Oktober diesen Jahres.

Die Diakonie konnte laut Verwaltung die vertraglich zugesicherte Laufzeit der Vereinbarung von zwölf Monaten (ab dem 1. November 2016) nicht voll ausschöpfen. Die Vereinbarung wurde durch die Verwaltung entsprechend gekündigt. Der Ausschuss für Arbeit und Soziales gab nun grünes Licht für neue Verhandlungen. Die Stadtverwaltung wird mit der Diakonie eine neue Vereinbarung rückwirkend für den Zeitraum vom 1. September 2017 bis zum 31. August 2018 abschließen, in welche die vorherige Vereinbarung entsprechend übergeht.

Kooperation mit Diakonie

Entsprechend Paragraph vier des Flüchtlingsaufnahmegesetzes sollen 3,83 Prozent der Landeszuweisungen ausschließlich für die soziale Betreuung der Flüchtlinge verwendet werden. Die städtische Finanzierung von Beraterstellen bei den genannten Trägern ist demnach unmittelbar abhängig von der Höhe der Landeszuweisungen. Die Diakonie sei laut Verwaltung derzeit bereit, die Förderung eines Landesprogramm in die Finanzierung der benötigten Fachberaterstelle einzubringen. Beide Parteien würden sich somit auf dem knapp bemessenen Finanzterrain annähern.

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