Flüchtlingskinder werden schnell in Schulen vermittelt

Von: Beatrix Oprée
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Endlich wieder: Flüchtlingskinder freuen sich aufs Lernen, so die Erfahrungen. Foto: stock/Friedel

Herzogenrath. Flüchtlingskinder zwischen sechs und 18 Jahren sind in Deutschland schulpflichtig, sobald sie einer Kommune dauerhaft zugewiesen worden sind. In Herzogenrath etwa besuchen 41 Kinder die Grundschulen in Kämpchen (4), Kohlscheid-Mitte (4), Pannesheide (1), Straß (3), Regenbogenschule (8 am Standort Mitte, 7 in Bierstraß), Alt-Merkstein (6) und Dietrich-Bonhoeffer-Straße (8).

Zahlen, die sich mit Blick auf die Zuweisungsprognosen im Laufe des Jahres noch deutlich ändern können.

„Es ist das Bestreben der Landesregierung“, so erläutert Josef Poqué, Bereichsleiter Schule in Herzogenraths Stadtverwaltung, „ab 25 zugewiesenen Flüchtlingskindern eine neue Klasse zu bilden.“

Für ältere Kinder sind an der Europaschule in Merkstein, der Erich-Kästner-Schule in Kohlscheid und am Gymnasium sogenannte Vorbereitungsklassen eingerichtet worden, die Höchstzahl wurde auf 20 festgelegt.

Wie aber Kinder auf Schulen verteilen, die der Landessprache und oft auch der lateinischen Schrift noch nicht mächtig sind, die meist keine Zeugnisse über ihren bisherigen schulischen Werdegang beibringen können, unter Umständen traumatisiert sind respektive durch längeres Lagerleben über eine geraume Zeit keine Schule mehr von innen gesehen haben?

Wertvolle Arbeit leistet da das Kommunale Integrationszentrum (KI) der Städteregion Aachen. In Kooperation mit den Meldeämtern schreibt das KI mittlerweile alle schulpflichtigen Kinder nicht deutscher Herkunft an, die neu zugezogen sind – egal, wodurch die Migration bedingt ist. Ihnen allen wird ein Beratungsgespräch angeboten, wie KI-Leiter Timur Bozkir auf Anfrage erläutert. „Der Flur ist immer voll“, freut er sich über die gute Resonanz gleichermaßen wie die bereits erzielten Erfolge mit seinem hochmotivierten Team, zu dem nunmehr fünf Lehrer gehören. Die Kinder, so schildert er, seien natürlich immer aufgeregt. „Sie glauben zunächst, es handelt sich um einen Test“, sagt Bozkir. Doch diese Anspannung werde immer schnell gelöst. Auch sprachlich gebe es kaum Probleme.

Eine Feststellung machen die KI-Berater immer wieder: „Die Kinder wollen lernen, sie freuen sich auf den Unterricht!“ Entsprechend ist der Andrang, wurden seit den Sommerferien rund 800 Gespräche geführt.

Acht Wochen Wartezeit hatte es schließlich gegeben, eine Aufstockung der eingesetzten Lehrer war die Folge. Zwei Wochen Wartezeit sind das Ziel, unter vier bereits erreicht. „Wir werden bei uns im Hause sehr stark unterstützt“, betont Bozkir, und: „Bildung ist das Fundament gelungener Integration. Was wir jetzt nicht geben, müssten wir später sehr viel mehr geben.“

Mit Blick auf die bisherigen Wartezeiten für die KI-Gespräche hat Herzogenrath bereits gehandelt und Flüchtlingskinder auch ohne Beratung auf Schulen möglichst in Wohnortnähe verteilt.

Ähnlich möchte die Stadt jetzt in Abstimmung mit den Schulen auch bei den älteren Kindern vorgehen. Denn 21 zwischen 11 und 15 Jahren sowie 25 über 16 seien noch nicht „beschult“. Zusätzliche Vorbereitungsklassen, auf alle Fälle noch eine an der Europaschule, je nach Bedarf und Qualifikation auch am Gymnasium, sollen bis spätestens nach den Osterferien mit Leben gefüllt sein. Jugendliche über 16 werden dem KI gemeldet, um diese nach einer Beratung dem Berufskolleg zuweisen zu können. Seite 16

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