Herzogenrath - Flüchtlingsberaterin von 200 Gästen verabschiedet

Flüchtlingsberaterin von 200 Gästen verabschiedet

Von: mabie
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Herzliche Szenen spielten sich beim Abschied der Flüchtlingsberaterin Judith Kuntz (3.v.l.) im evangelischen Lukas-Gemeindezentrum in Herzogenrath ab. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Alles hat seine Zeit“, meinte Judith Kuntz, als sie sich nach dem Gottesdienst zum vierten Advent offiziell von ihrer Tätigkeit in der Flüchtlingsarbeit verabschiedete. Neun Jahre lang hat sie „der Flüchtlingsarbeit ein Gesicht gegeben“, wie Pfarrer Frank Ungerathen von der Evangelischen Kirchengemeinde, bei der Kuntz tätig war, es formulierte.

„Ich habe meine Arbeit sehr gerne und mit Herz gemacht“, gab dann auch eine sichtlich gerührte Judith Kuntz, die insgesamt mehr als zwei Jahrzehnte beruflich in der Flüchtlingsarbeit tätig war, zu.

Es dürften viele Wegbegleiter von allen Seiten der Flüchtlingsarbeit in der Stadt Herzogenrath unter den rund 200 Gästen im Lukas-Gemeindezentrum in Kohlscheid gewesen sein, die sich von ihr verabschieden wollten. Es waren natürlich auch Me-nschen darunter, denen sie direkt nach ihrer Ankunft in Herzogenrath beim ersten Bezug der Unterkunft, bei Behördengängen und im täglichen Leben eine wertvolle Hilfestellung gab.

„Sie kommen aus aller Herren Länder“, fasste es Pfarrer Joachim Wehrenbrecht so passend zusammen. Er würdigte die Verabschiedete als eine Mitarbeiterin, die aufopferungsvoll für die Würde jedes einzelnen Menschen eintrat. „Das hast Du mit Deiner ganzen Person und ohne Ansehen der Person getan“, so Wehrenbrecht.

Im gesellschaftlichen Spannungsfeld zwischen Zustimmung und Ablehnung habe Judith Kuntz neun Jahre lang nicht nur für die Anliegen der Geflüchteten gekämpft, sondern sich auch als Charakter bewiesen, der oft genug mit Behörden, Institutionen und auch dem Arbeitgeber gerungen habe.

„Wir haben aber stets hinter Dir und Deiner Arbeit gestanden“, schloss Wehrenbrecht. Pfarrer Ungerathen zog die zufällige Parallele zum Gedenktag der Vereinten Nationen für alle Migranten. Und er ließ nicht den selbstlosen Einsatz von Judith Kuntz außer Acht, der auch schon einmal über das vereinbarte Stundenmaß hinausging.

Bürgermeister dankte für Einsatz

Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch bedauerte, dass das Lukas-Gemeindezentrum und die Stadt eine „echte Persönlichkeit“ verlieren, die mit „unglaublichem Enthusiasmus“ gearbeitet habe. Und nachdem die pädagogische Mitarbeiterin der Evangelischen Kirchengemeinde, Dorothea Scheu, den viel zitierten Satz vom Abschied, dem immer auch ein neuer Anfang innewohnte, sagte, offenbarte Judith Kuntz noch die Gründe für ihr Weggehen.

Mehr Zeit für die Familie

So sei es vor allem ihr Sohn gewesen, der viel mehr Zeit von ihr brauche, als sie ihm nicht nur zur Hochzeit der Flüchtlingswelle hat geben können. Diese Zeit wünschten ihr alle Weggefährten bei ihrer neuen Tätigkeit bei der Evangelischen Kirchengemeinde in Düren, wo Judith Kuntz ab Januar rund um die Themen Familie, Adoption und Kinderpflegedienst zuständig sein wird.

Ihre bisherige Stelle ist allerdings noch vakant, weshalb Joachim Wehrenbrecht hier um passende Bewerbungen von Sozialarbeitern bat.

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