Flüchtlingsaufnahme: Großes Lob an alle Einsatzkräfte und Ehrenamtler

Von: Verena Müller
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Alsdorf. Positive Nachrichten sind dieser Tage rar, wenn es um Flüchtlinge geht, und umso willkommener ist da die wahre Flut an erfreulichen Mitteilungen, die rund ums Alsdorfer Aufnahmelager gemacht werden können.

Die Unterbringung verlief reibungslos und ruhig, der Gesundheitszustand der Flüchtlinge ist gut, die Sachspenden und Unterstützung aus der Bevölkerung ist überwältigend – rundum: die Stimmung war hervorragend, als Bürgermeister Alfred Sonders am Donnerstag auf dem Berufskolleggelände allen Helfern dankte. „Man merkt bei der vorbildlichen Zusammenarbeit im Einsatzteam, dass sich alle schon lange kennen. Da stimmt die Abstimmung einfach“, so Sonders. „Und ich weiß, was hier geleistet worden ist.“ Nur eine Frage, „was von oben vorgelebt wird“, meinte Markus Dohms, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Alsdorf.

„Ich denke, es ist nicht selbstverständlich, dass ein Bürgermeister um kurz vor zehn abends mit seinem Privatauto noch schnell zum Supermarkt fährt, weil das Wasser ausgegangen ist.“ Oder dass Dezernenten schon um 6 Uhr morgens auf dem Gelände stünden, um mit anzupacken. Und die Liste derer, die ein großes Lob verdienten, setzte sich fort: gut ein Dutzend Alsdorfer Ärzte, die teils bis Mitternacht die Erstuntersuchung vorgenommen haben und teils dauerhaft in ihren Praxen spezielle Sprechstunden für Flüchtlinge eingerichtet haben, 57 Feuerwehrleute, 29 Mitarbeiter des Roten Kreuzes, 33 des Technischen Hilfswerks, zwölf Mitarbeiter von Sozial- und Ordnungsamt, 60 ehrenamtliche Dolmetscher und viele mehr zählte der Bürgermeister auf, die an den ersten Tagen eingebunden waren.

Die Versorgung laufe gut – „keine Verwöhnküche, aber alles, was nötig ist“, betonte Sonders. Nun ist es das Ziel, den Menschen eine Struktur zu geben und Perspektiven, um einen Lagerkoller zu vermeiden und ihnen den Weg in den Alltag zu erleichtern, wie auch Schulleiter Thomas Becker bei dem Treffen unterstrich: „Die Leute müssen was tun.“

Viele gute Ansätze gibt es schon: Armada Euchen bietet ein Fußball-Turnier an, der Tennisclub Rot-Weiß lädt Kinder zum Training ein und die Marien-Realschule bietet verschiedene Kurse für Kinder an und eine Alsdorfer Familie will mit einer syrischen Familie einen Tagesausflug machen – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Wie die Betreuung generell weiter gestaltet werden soll, wird noch Thema im Rat sein. Ein paar Flüchtlinge hätten schon Deutschkenntnisse und sich als Helfer angeboten, andere hätten mit Ehrenamtlern spontan erste Wendungen gelernt. Große Dankbarkeit hätten er und die Helfer erlebt, sagte Sonders. Der Auftakt ist gelungen, nun folgt die Übergabe vom Ehrenamt ans Hauptamt. Konkret: an das Deutsche Rote Kreuz unter der Leitung von Andreas Bögel.

Die Belegung in der Dreifachturnhalle sieht nun folgendermaßen aus: 156 Menschen, davon 104 Männer, 25 Frauen und 27 Kinder aus 16 Familien. Herkunftsländer: Albanien, Bosnien, Syrien, Mazedonien, Serbien, Irak, Iran, Palästina, Marokko, Eritrea, Nigeria, Kosovo und Bangladesch.

Die Kleiderannahme an der Otto-Wels-Straße 18 b kann übrigens aus platztechnischen Gründen bis auf Weiteres keine Kleidung mehr entgegennehmen.

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