Floverichs Schützen sind seit 30 Jahren Papiersammler

Von: ssc
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Schütze mit Warnweste: Auch Markus Engstfeld packt bei den Papiersammlungen in und rund um Floverich gern an. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Als die Flovericher St.-Willibrordus-Schützen ihre erste Papierfuhre eingebracht haben, hatte im Ort noch kein Mensch eine blaue Tonne. 1985 war das, damals rückte der Trupp mit Traktor und Kleintransporter an, um Kartonbündel und Papierstapel vom Straßenrand wegzuholen.

„Am Anfang war das eine echte Schinderei. Da bist du mit 10, 15 Leuten rumgefahren und hast bis zum späten Nachmittag alles eingesammelt. Wenn es da geregnet hat, waren die Bündel so richtig durchweicht“, erinnert sich Schützenbruder Heinz-Hubert Paffen an die Anfänge.

Heute sind Floverichs Schützen im Nordkreis der einzige Verein, der mit dem Segen der Regioentsorgung unterwegs ist. Im Lauf der Zeit ist aus den Sammlern eine richtig professionell agierende Truppe geworden. Am morgigen Samstag werden wieder ein paar von ihnen ausschwärmen und in Loverich-Floverich, in Puffendorf und Teilen von Beggendorf das Altpapier abholen.

Wer nicht weiß, dass da Schützen unterwegs sind, der sieht es nicht. Zwei ihrer Transportfahrzeuge samt Fahrern stellt die Regioentsorgung, auch deren Schutzwesten tragen die Schützen und für den richtigen Umgang mit den blauen Tonnen und das Einhängen in den Transporter gab es gründliche Einweisungen. „Alle Sammler sind über uns auch versichert“, sagt Stephanie Pfeifer, Sprecherin der Regioentsorgung.

Im Dürener Raum gebe es viele Vereine, die seit langem sammeln. Im Nordkreis sind es nur die Flovericher. Man kann durchaus sagen, dass sie seinerzeit einen guten Riecher hatten. Denn mit Altpapier lässt sich durchaus was verdienen, wenn man pro Termin zwischen zehn und 20 Tonnen davon einfährt.

Zwar zieht die Regioentsorgung ihre Kosten für den Aufwand ab, doch bleibt etwas hängen. „Das Geld investieren wir vor allem in die Jugendarbeit“, sagt Brudermeister Daniel Koch. Ausflüge sind auch deshalb möglich weil es die Sammlungen gibt. So schwer wie für die Männer der ersten Stunde ist es nicht mehr, selbst wenn das Sammelgebiet sich im Lauf der Jahre vergrößert hat. Heute sind die Schützen am frühen Mittag mit der Arbeit durch.

Das macht keine Schule

Es ist ein Beispiel, das keine Schule machen wird. Denn was das Papier betrifft, werden die Flovericher Schützen Exoten im Nordkreis bleiben. Alle übrigen Sammeltermine bleiben mit Blick auf die Kalkulation der kommunalen Abfallgebühren fest in Hand der Regioentsorgung. „Für Sammler, die das seit Jahren machen, gilt aber Bestandsschutz“, sagt Stephanie Pfeifer. Und was jetzt seit 30 Jahren in Floverich funktioniert, sollte es auch in den kommenden Jahren können.

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