Alsdorf - Flotte Bühnenfassung der „Feuerzangenbowle”

Flotte Bühnenfassung der „Feuerzangenbowle”

Von: pt
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Alsdorf. Es gibt zeitlose Geschichten, die Jung und Alt gleichermaßen faszinieren - weil jeder sie auf die ein oder andere Weise selbst am eigenen Leibe erfahren hat.

So eine Geschichte ist die „Feuerzangenbowle” von Heinrich Spoerl, unübertroffen verfilmt mit Heinz Rühmann als spätberufenen Pennäler Hans Pfeiffer („Pfeiffer mit drei f”).

Dass die Handlung der berühmten Lausbuben-Geschichten auch auf der Bühne ihren unwiderstehlichen Reiz entfalten kann, hat jetzt das Landestheater „Burghofbühne” Dinslaken bei seinem Gastspiel in der Alsdorfer Stadthalle bewiesen.

In der Inszenierung von Kai Festensen wurde der alte Stoff - ohne ihm Gewalt anzutun - gewürzt mit modernen Elementen der Jugendsprache und -musik. Heraus kam eine dreistündiger Spaß.

Köstlich dabei neben Philipp Sebastian als Verwandlungskünstler Hans Pfeiffer die Darsteller der „ewig jungen” Lehrergestalten: Michael Gabel als Dr. Krey (von allen nur „Schnauz” gerufen) und Anton Schieffer als nur scheinbar trotteliger „Bömmel” („Wat is en Dampfmasching? Da stellen wir uns mal janz dumm”), einem hintergründigen Melancholiker mit viel Herz und Menschenfreundlichkeit.

Die mit modernen Einsprengseln versehene Inszenierung wusste der zeitlosen Feuerzangenbowlen-Geschichte neue Nuancen hinzuzufügen. „We don´t need no education” sangen die brav gekleideten Primaner beim Hit „The Wall aus den 80er Jahren. Es ging aber auch lyrischer: So stimmten die eben noch rotzigen Buben sanft „Die Loreley” an, um ihrer angehimmelten Referendarin Eva Knauer und Freundin Pfeiffers zu imponieren.

Bei irgendeinem der vielen ausgeheckten Streiche - von der Entwendung von Utensilien und Kleidungsstücken der Lehrer bis hin zu ersten Alkoholgenüssen - fühlte sich wohl jeder im Publikum noch einmal an seine eigene Schulzeit erinnert. Dass deren Ende so etwas wie die Vertreibung aus dem Paradies ist, wird allen - den Stadthallen-Besuchern wie den gesetzten Herren der Feuerzangenbowle auf der Bühne mit ihren Erinnerungen - manchmal erst später so richtig klar...
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