Fischtreppe soll für größere Artenvielfalt sorgen

Von: Elisa Zander
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Herzogenrath. Was wäre mit dem Amstelbach, wenn der Mensch nicht in die Natur eingegriffen hätte? Dieser Frage geht der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) nach. Die Planungen zur Renaturierung stellte der Diplom-Ingenieur Thorsten Schulze-Büssing nun im Umwelt- und Planungsausschuss vor.

 „Wir sind daran interessiert, eine Laufverlängerung zu erreichen“, sagte er und skizzierte den erarbeiteten Umsetzungsfahrplan. Das ehemalige Hochwasserrückhaltebecken in Herzogenrath „ist nicht mehr erforderlich“, erläuterte Schulze-Büssing. „Wir haben die Aufgabe, das Becken aufzuheben und die Gewässer zusammenzuführen.“ Damit meint der Ingenieur den Amstel- und den Schönauer Bach.

Mit der Renaturierung einher geht der Hochwasserschutz. Der Amstelbach, der in Richterich entspringt und bei Kerkrade die Grenze überquert, darf lediglich eine gewisse Wassermenge in die Niederlande tragen. Sieben Kubikmeter pro Sekunde sind das in diesem Fall – eine Vorsichtsmaßnahme, damit es keine Probleme mit dem Hochwasser gibt, erläuterte Schulze-Büssing.

Doch diese sieben Kubikmeter schafft der Amstelbach gar nicht – denn sonst würden am Heyder Feldweg, hinter der Obermühle, die Wiesen eines Landwirtes unter Wasser stehen. Der Bach wird durch ein kleines Rohr unter die Oberfläche abgeleitet. Auch ein Grund für die angestrebte Laufverlängerung mit -verbreiterung.

Da der Amstelbach eben auch auf niederländischem Staatsgebiet verläuft, sind sowohl die Untere Wasserbehörde der Stadt Aachen als auch die Parallelbehörde in den Niederlanden, der Waterschap Roer en Overmaas, eingebunden. Gemeinsam hat man Genehmigungsplanungen eingereicht, die von beiden Behörden abgesegnet werden müssen.

Anschließend können Förderanträge gestellt und die Maßnahmen voraussichtlich ab 2015 umgesetzt werden. Darunter eine EG-Wasserrichtlinie zur Qualitätssteigerung der Oberflächengewässer. 270.000 Euro werden dafür investiert – zu 80 Prozent vom Land bezuschusst. Entstehen soll ein „Löß-Lehm geprägtes Gewässer der Bördenlandschaft“. Dazu gehört auch, das Bachbett zu verlegen, Auen und eine Fischtreppe anzulegen, wodurch ein größeres Gefälle im Bach entsteht und die Artenvielfalt gesteigert werden soll.

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