Film ab für Erfolgsgeschichte von Metropolis

Von: Georg Pinzek
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Willkommen im Metropolis: Das treue Publikum schätzt die besondere Atmosphäre. Immer wieder erleben anspruchsvolle Filme eine große Resonanz.
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„Streifen“ die waren einmal, das Programm wird heute digital abgespielt, ohne Ehrenamtler wie Gerd Möhlenbdick im Vorführraum läuft aber nichts. Foto: Sevenich und Pinzek
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Willkommen im Metropolis: Das treue Publikum schätzt die besondere Atmosphäre. Immer wieder erleben anspruchsvolle Filme eine große Resonanz.

Würselen. Das Filmtheater Metropolis im Würselener Bahnhof wird 25 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Zeit für eine Rückblende: Im Drehbuch der wechselvollen Geschichte findet sich einfach alles, was gutes, echtes Kino ausmacht: Drama, Liebe, Wahnsinn und noch viel mehr.

Dramatisch ging es bisweilen hinter den Kulissen zu, denn mehrfach stand der eingetragene Verein vor dem Aus. Mit bewundernswertem Engagement haben die Akteure das liebenswerte Kino aber nicht nur am Leben gehalten, sondern daraus eine Institution gemacht, die in der Region ihresgleichen sucht. 99 Sitze hat das cineastische Kleinod.

Seit jeher setzen die Programm-Macher auf den ausgewählten Geschmack des treuen Publikums, rund 3500 sind es durchschnittlich im Jahr. Nicht nur das Kinder-Ferien-Kino oder das Metropolis-best-of sowie Frühstücks-Matineen bereichern das Angebot, sondern auch die neue Reihe Mittwoch-Morgen-Metropolis stößt auf eine beachtliche Resonanz. Immerhin 64 Zuschauer lockte in dieser Woche die 10-Uhr-Vorstellung von „Monsieur Claude und seine Töchter“ an die Bahnhofstraße.

Für das digitale Zeitalter gerüstet

Dass das kleine Kino jetzt das Silberjubiläum erleben kann, stand sogar noch vor wenigen Monaten in den Sternen. „Da standen wir vor einer echten Zerreißprobe“, erinnert Gerd Möhlendick vom Vorstand des Trägervereins. Innerhalb von vier Monaten stellten die Verleiher von 35-mm-Filmen auf riesigen Rollen, mit denen die alten Projektoren bestückt werden konnten, auf digitale Träger um. Eine 50 000-Euro-Investition stand in Rede, die der Verein aber nicht stemmen konnte. Unterstützung dafür von der Filmförderung war auch nicht zu erwarten.

„Wir konnten uns eine Technik beschaffen, um DCP-Formate abspielen zu können. Dafür mussten immerhin noch 10 000 Euro aufgebracht werden. Für die großen Hollywood-Filme ist das nicht ausgelegt“, erklärt Möhlendick. „Braucht es aber auch nicht. Wir spielen etwa 80 Prozent deutsche oder auch europäische Produktionen, neue und alte Schätze“, erläutert Möhlendick.

Auf dem Wunschzettel steht jetzt noch ein neuer Beamer, der mit über 10.000 Euro zu Buche schlägt. Aber eins nach dem anderen. „Wir sind der Stadt und der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) sehr dankbar, dass wir den Bahnhof nutzen können. Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Wir zahlen Nebenkosten, die können wir auch nur aufbringen dank des ehreamtlichen Einsatzes des Teams“, sagt Möhlendick.

Rund 30 ehreamtliche Helfer sind aktiv, 130 Fördermitglieder zählt der Verein. Verstärkung ist übrigens stets willkommen, ob als Filmvorführer, Ticketverkäufer, Thekenkraft oder Programmheftverteiler. „Wir sind ein gutes Team“, das weiß Möhlendick zu schätzen. „Das ist keine Gruppe von Nostalgikern. Wir machen hier Kino mit einem professionellen Anspruch.“ Und das eben schon seit einem Vierteljahrhundert.

Die Geschichte des Metropols begann im Jahre 1981. Nachdem die Schülervertretung des städtischen Gymnasiums im November 1980 beschlossen hatte, eine Cafeteria für Schüler und Lehrer einzurichten, trat das Jugendamt der Stadt Würselen an die SV heran und bot ihr das Untergeschoss des Hauses Klosterstraße 33 an, um dort eine Art „Jugendcafé“ einzurichten.

Heute ist unter dieser Adresse die SEW zu finden. Am 22. März 1981 eröffnete schließlich diese erste offene Jugendeinrichtung in Würselen unter dem Namen „Oase“. Nachdem die Räume schon bald zu klein waren, beschloss man im Dezember 1981, in den von der Stadt gemieteten ehemaligen Würselener Bahnhof umzuziehen. Am 22. Mai 1982 schließlich startete mit einem Eröffnungskonzert der selbstverwaltete Jugendtreff „Bahnhof“.

Kinogutscheine werden verlost

Konzerte und Filme standen auf dem Spielplan. Am 6. Juni 1989 wurde der Metropolis-Verein gegründet. Anfangs wurden vier Vorführungen pro Woche gezeigt. Von 1992 bis 1996 leitete Bernd Steixner als Geschäftsführer die Metropolis-Filmtheater GmbH, sein Nachfolger wurde Axel Petry, der das Kino über zehn Jahre führte. Täglich wurden bis Ende 2005 Filme gezeigt. Filmpaläste auf der einen und das Video/DVD-Heimkino auf der anderen Seite brachten das kommunale Kino in Bedrängnis.

2007 gab es einen Neustart, Vorsitzender des Trägervereins wurde Uwe Oelsen-Fritz. Der Spielbetrieb wurde neben den Sonderreihen auf donnerstags beschränkt – mit besagtem Erfolg.

Die amtierende Metroplis-Vorsitzende Monika Krämer lädt nun zum Tag der offenen Tür ein: Gefeiert wird das Silberjubiläum am Sonntag, 19. Oktober, ab 13 Uhr. Im Saal werden Trailer gezeigt, der Vorführraum kann besichtigt werden und im Foyer werden nicht nur Popcorn und Getränke serviert, sondern dort werden die „Bluesaders“ gute Musik zur Geburtstagsparty beisteuern. Eine Verlosung von Kinogutscheinen steht ebenfalls auf dem Programm.

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