Figuralchor Aachen brilliert in Würselen

Von: ehg
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Überzeugende Leistung: Der Figuralchor Aachen gastierte in Würselen. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Würselen. Unter dem Titel „Meine Seele dürstet nach dir“ (Psalm 63,2) gestaltete der ursprünglich unter den Fittichen der Dreifaltigkeitskirche Aachen gegründete und heute als freie Chorgemeinschaft mit 20 Mitgliedern singende Figuralchor im Rahmen von „Pius am Mittwoch“ ein hochanspruchsvolles Konzert in der Pfarrkirche an der Ahornstraße.

Wie der Titel bereits vermuten ließ, war das Programm angereichert mit geistlicher Musik zur Karwoche und zu Ostern. Die ausgezeichnete Akustik auskostend, erklangen Werke von Komponisten, die von der Renaissance bis zur Neuzeit gelebt und gewirkt haben. Souverän geleitet wurde der gemischte Chor bei den mehrstimmigen A-Cappella-Gesängen von Kirsten Willnat-Blasig, die viele Jahre als Lehrerin am Rhein-Maas-Gymnasium in Aachen tätig war und derzeit als Dozentin für Stimmbildung an der Universität Köln, aber auch als freischaffende Sängerin und Organistin unterwegs ist.

Eine erste Kostprobe ihres anspruchsvollen Gesangs lieferten die 20 Akteure zur Einstimmung mit „Sicut Cervus“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Nahtlos schlossen sich „Hear my prayer, O Lord“ und „Nunc Dimittis“ des englischen Barockmusikers Henry Purcell an, der sich mit „miserere mei“ noch einmal zu „Wort“ meldete. In der Zeit der englischen Reformation komponierte Thomas Tallis (um 1505 bis 1585) sein „if ye love me“ in Anlehnung an Johannes 14,15-17. Vom deutschen Kirchenmusiker des Frühbarocks, Heinrich Schütz, brachte der sensibel eingestellte Chor dessen „spes mea, Christe Deus“ und „Ehre sei dir, Christe“ zu Gehör. Als Kontrast zu den vorausgegangenen Stücken steuerte der zeitgenössische Komponist Fernando Moruja das „Lux aeterna“ (ewiges Licht) aus „Piezas Sacras“, Nr. 4 zum Gelingen des Konzertes bei.

Aus der Feder von Claudio Monteverdi, der mit seinem Werk den Übergang von der Renaissance markiert, stammte das ausgewählte „Lamento d‘Arinna“. Mit „Four Part Songs“ grüßte aus den frischen Kehlen des Chores der neuzeitliche englische Komponist Gustav Holst. Als deutscher Komponist des 20. Jahrhunderts machte sich Paul Hindemith einen bedeutenden Namen. Ihm widmete sich der Chor in besonderer Weise durch dessen „Six Chansons“. Den Text dazu lieferte der berühmte Dichter Rainer Maria Rilke.

Bereichert und ausgeschmückt wurde das abwechslungsreiche Programm durch lyrisch-meditative Texte aus der Feder von Gottfried M. Graaff (Aachen). Er arbeitete viele Jahre als Priester in der katholischen Kirche. Heute ist er Therapeut, Coach und spiritueller Begleiter. Wie er den Menschen in seiner Entwicklung unterstützt, spiegelte sich in seinen Texten „Sehnsucht, Klage und Hoffnung“ wider.

Zugleich wurde im benachbarten Pfarrsaal die Ausstellung „Kreuzanlagen in Würselen“ des ortsansässigen Künstlers Willi Lemke gezeigt. Mehr als 70 in seiner Heimatstadt existierende Kreuze hat er fotografiert, digital überarbeitet, auf Leinwand ausgedruckt und anschließend mit Acrylfarbe überarbeitet. Auf diese Weise erschließt er den Betrachtern der jeweiligen Kreuzanlage, die neu in Szene gesetzt wird, eine neue Sichtweise bekannter Anblicke. Die Ausstellung kann bis Ende Juni nach der sonntäglichen Messe (ab 12.30 Uhr) besichtigt werden. Bereits 2004 hatte Lemke seinen „Kreuzweg“ anlässlich der Denkmaltage erarbeitet und in St. Sebastian ausgestellt. Die Besucher erlebten, so der Team-Sprecher von „Pius am Mittwoch“, Hans-Günter Leuchter, einen Abend „mit vielen unterschiedlichen Ansatzpunkten für Auge und Ohr und damit für die Seele“. Für die Sänger des Figuralchores war es eine Freude, wieder in der Kirche an der Ahornstraße gastieren zu dürfen.

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