Festzug: Schicke Kleider und starke Tuchakrobaten

Von: ehg
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Sehenswert: Auch die Elchenrather Spielspitze bekam beim großen Festzug reichlich Applaus. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Das letzte Frühschoppen-Bierchen war auf den Festzelten in den sieben Quartieren noch nicht heruntergespült, da machten sich die Spellsleute mit ihren Musikanten erneut auf den Weg Richtung Innenstadt, wo sie sich zum großen Festzug aller 13 in Würselen beheimateten Jungenspiele formierten.

Die Schaulustigen stellten sich zwar aus allen vier Himmelsrichtungen erst etwas zögerlich ein, säumten aber dann doch in so großer Zahl den Zugweg, dass Plätze in der ersten Reihe wie in den vielen Jahren zuvor Mangelware waren. Bei dem, was sie erwartete, übten sie sich in Geduld.

Wegen der WM in Südafrika war noch keine Eile geboten. Dann der „Anpfiff” zu einem 65-minütigen Defilee ohne Vuvuzelas, dem die Jubiläumsspiele auf unterschiedlichste Weise ihre Stempel aufdrückten. Von der ersten Minute an sprang der Funke der Begeisterung, die die jungen und in die Jahre gekommenen Spellsleute verbreiteten, auf die Schaulustigen über. Sie ließen sich von einem Bardenberger Fahnenschwenker nicht zweimal bitten. Wer die Hände frei hatte, spendete fleißig Applaus.

Elegantes Synchronschwenken

In Rot-Gelb legte das Morsbacher Königsspiel auch in diesem Jahr vorneweg die Messlatte hoch. Von anno dazumal bis zur Gegenwart bot es anlässlich des 155-jährigen Bestehens Ehemalige auf. Unter ihnen Stadtverordneter Karl-Heinz Pütz, der 1971 in Morsbach Maikönig war, und der ehemalige Vorsitzende des Würselener Karnevalsvereins, Hans Bücken.

Im Zweispänner chauffieren ließen sich die Senioren, auch der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Alfred Mundt. Mit ihm eine Einheit bildete das Bardenberger Jungenspiel in Schwarz und Gelb. Seine Fahnenschwenker bestachen durch elegantes Synchronschwenken. Mit von der Partie war bei den dortigen Schützen der Volkskönig 2009, Ex-Bürgermeister Werner Breuer. Durch ihren Auftritt im gemeinsamen Festzug rührten die Bardenberger fleißig die Werbetrommel für ihre Peter-und-Paul-Kirmestage vom 25. bis 28. Juni.

Bunte Fahrradformation

Es folgte das Scherberger Königsspiel mit seinem noch jungen Schützenkönig Andreas Nobis. 25 Pärchen hatte es aufzubieten, eine stolze Zahl. Wie bei allen übrigen Spielen machten die Maibräute in ihren langen schicken Kleidern mächtig Eindruck.

Die Fahnenschwenker erregten durch ihre Einlagen Aufsehen. Ein Spellsjong wurde wegen einer Beinverletzung im Rollstuhl „befördert”. So groß tief sitzt die Liebe zu den Jungenspielen.

Als „Spiel mit Herz” präsentierte sich gerade beim 40-Jährigen Oppen-Haal. Auf eine bunte Fahrradformation folgten die Pritschenkinder und die Maibräute in spe in großer Zahl. Mit 37 Pärchen dürfte das Spiel auch 2010 wieder den Vogel abgeschossen haben.

Auf originelle musikalische Art und Weise heizte die Prinzengarde Alsdorf die Stimmung nicht nur bei den Spellsleuten an. Es bedurfte keiner Frage, dass der gemeinsame Festzug nicht nur zügig „lief”, sondern auch reichlich und platziert mit Musikkapellen und Korps ausgestattet war.

Da durften die ortsansässigen Vereinigungen, die „Alten Kameraden” und die Spielleute aus dem „Dörflein”, nicht fehlen. Den Nerv der Südtirol-Urlaubsfans traf der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Stolberg mit dem „Jägerlied”. Auch für die Musikanten gab es mehr als einmal nur Szenenapplaus.

In freundschaftlicher Verbundenheit mit Oppen-Haal schloss sich das Weidener Jungenspiel mit 14 grünweißen Fahnenschwenkern und das Spiel aus dem Doppelort Linden-Neusen an. Fehlen durften genauso wenig das Jungenspiel Vorweiden Nassau mit seinen blauweißen Fahnenschwenkern unter Dieter Künkeler und das Euchener Jungenspiel mit seinen spektakulären Tuchakrobaten. Zweifelsohne katapultierten sie ihre Tücher am höchsten in den Himmel hinein.

Komplettes Altspiel

Während die einen noch einmal das Bad in der Menge genossen, freuten sich die anderen auf ihre eigene Kirmes am ersten Wochenende im September. Anlässlich des 60-Jährigen bot Markt-Preck ein komplettes Altspiel auf, mit einer Reihe von gestandenen Sängern des MGV „Liederkranz”, allen voran Geschäftsführer Karl-Heinz Kohnen. Die fußkranken Senioren machten es sich in Oldtimern aus den Niederlanden bequem. Ein weiterer Farbtupfer bei diesem glanzvollen Spektakel.

Noch waren längst nicht alle Spiele durch: Von Ferne kündigten die „Trommelaere va Heerle” das Schweilbach-Teuter Königsspiel mit Bogenschützen an. Zwei belgische Kaltblüter zogen die Kutsche mit den Alt-Schützen. Zwei Einradfahrerinnen sorgten beim Elchenrather Jungenspiel sportlich für Furore. Gelegentlich wurde - bemerkenswerterweise von Mädchen - das Rad geschlagen, was leider etwas außer Mode gekommen ist.

Dann das jubilierende Bissener Königsspiel, vorneweg eine Fahrradformation und dahinter charmante junge Bräute - in der „Warteschleife”. Voller Stolz ließen die Fahnenschwenker unter dem Dirigat von Hans-Josef Bülles ihre neuen Tücher durch die Lüfte wehen.

Mit 26 Pärchen konnte sich Bissen mehr als sehen lassen. Viel Spaß hatten die Ehemaligen, die sich anlässlich des 75-Jährigen zu einem Altspiel formiert hatten, unter ihnen der Ehrenvorsitzende des Stadtsportverbandes Peter Mommertz genauso wie „Ülle”-Präsident Achim Mallmann, dem nur noch die Bonbons fehlten. Franz-Josef Mohren griff noch einmal zur Fahne und erinnerte so an seinen legendären Vater.

Einen drauf setzte noch die St. Sebastianus-Schützengesellschaft 1624 mit König Rudi Mainz und Volkskönig Winfried Hahn, Vize-Bürgermeister der Stadt, traditionell musikalisch untermalt von den Dudelsack-Pipers aus Heerlen. Am Ende hieß es unter den Schaulustigen nur noch: Chapeau!

Integrative Kita freut sich über Spende

Am Rande des großen Fahnenschwenkens, das vor dem Festzug auf dem Marktplatz stattgefunden hatte, überreichte der Präsident der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft 1624, Hans-Peter Claessen, einen Scheck über 350 Euro an die hocherfreute Leiterin der integrativen DRK-Kindertagesstätte „Abenteuerland”, Melanie Carduck.

Es war der Erlös, der beim Volkskönigsschießen im Stadtgarten erzielt worden war.
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