Festliche Orgelklänge aus vielen Epochen

Von: ehg
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Virtuos auf der Klaviatur: Kirchenmusikdirektor Wolfgang Karius begeisterte beim Konzert in St. Sebastian. Foto: W.Sevenich

Würselen. Pfingstliche Orgelmusik unterschiedlicher Epochen erklang anlässlich des vierten Geburtstags der Eule-Orgel im „Dom“. Meisterlich intoniert wurde sie von Wolfgang Karius, der mehr als 20 Jahre lang Organist und Kantor der Annakirche in Aachen war und den traditionsreichen Aachener Bachverein leitete.

Pfarrer Rainer Gattys freute es, den renommierten Musiker und künstlerischen Leiter der jährlich stattfindenden Aachener Bachtage zu einem ausgefallenen Orgelkonzert in St. Sebastian begrüßen zu können. Allen, die den Weg in den abgedunkelten, mit Kerzen illuminierten „Dom“ gefunden hatten, servierte Wolfgang Karius Orgelmusik vom Feinsten, wobei er das Würselener Instrument in seinen differenzierten Klangfarben nach allen Regeln der Kunst auslotete.

Mit Hymnus eröffnet

Karius eröffnete die Darbietung mit dem Hymnus „Veni creator spiritus“ des französischen Komponisten Nicolas de Grigny. Barocker Glanz – Bach war ein Bewunderer seiner Werke – und kontemplative Ruhe erfüllten den Kirchenraum. Die Eule-Orgel wurde den an sie gestellten Herausforderungen des Organisten, der sich drei Tage zuvor eingespielt hatte, vollends gerecht.

Die Besucher waren fasziniert, auch von der Darbietung des „Ave Maria“ von Jakob Arcadelt, das der Romantiker Franz Liszt für die Orgel bearbeitet hatte. Franz Tunder, ein Vertreter der norddeutschen Orgelschule, kam ebenfalls zu „Wort“. Durch seine Choralfantasie „Komm, heiliger Geist, Herre Gott“, flehte Wolfgang Karius, der sich auch als Cembalist und Dirigent einen Namen gemacht hat, den Geist des Pfingstfestes inbrünstig herbei.

Dann erklang das „Andantino“ des französischen Komponisten César Franck, getragen und stimmungsvoll zugleich.

Erneut machte sich barocker Glanz im Kirchenraum breit, als der virtuose Organist das Werk „Pièce d‘orgue“, eine frühe Fantasie des großen deutschen Komponisten dieser Epoche, Johann Sebastian Bach, zu Gehör brachte. Auch bei der Choralbearbeitung „Komm, Gott, Schöpfer, Heiliger Geist.“ Aus der Feder von Ernst Köhler stammten die sensibel dargebotenen Variationen über ein Thema von Louis Spohr, der sich als früher deutscher Romantiker in Europa einen Namen machte.

Den Schlusspunkt setzte der Meister seines Faches mit der „Sonata Finale“ von Vincenzo Antonio Petrali, des italienischen Komponisten vieler geistlicher Werke, der Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in Bergamo auch als Dirigent tätig war.

Angesichts des wunderbaren vielseitigen Musikgenusses spendeten die begeisterten Konzertbesucher am Ende anhaltenden Beifall.

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