Herzogenrath - Ferienspiele: Wie eine Kinderstadt entsteht

Ferienspiele: Wie eine Kinderstadt entsteht

Von: mabie
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Herzogenrath hatte dank der Ferienspiele an St. Josef in Straß mit der Kinderstadt „Spektakoli“ für zwei Wochen einen neuen Stadtteil. Foto: Bienwald

Herzogenrath. „Morgen haben Post und Bank geschlossen“, stand auf einem Zettel, der am Abend beinahe unbeachtet auf dem Boden des Pfarrzentrums von St. Josef in Straß lag. Dabei hatte dieses Hinweisschild tags zuvor noch eine wichtige Funktion in der Kinderstadt „Spektakoli“, wies es doch auf die geschlossenen Gebäude hin.

Denn bei den Ferienspielen in den ersten beiden Wochen hatte sich das Team von St. Josef in Straß zum inzwischen 29. Mal vorgenommen, nicht einfach nur unterhaltsame und abwechslungsreiche Spiele zu veranstalten, sondern auch inhaltlich und thematisch etwas zu bieten.

So kam es, dass Herzogenrath mit „Spektakoli“ zumindest für zwei Wochen einen neuen Stadtteil hatte. „Unsere Idee war es, den Kindern spielerisch und mit viel Freude im kleinen Maßstab zu zeigen, wie ein Gemeinwesen funktioniert“, so Wilfried Hammers von der Gemeinde.

Und so gab es in Spektakoli alles, was eine Kommune ausmacht: Bank, Kirche, Post, eine eigene Radiosendung und auch eine in vier Ausgaben erschienene Zeitung. Dazu wurde gebastelt, was das Zeug hielt, mit Holz, in Textildesign und auch ein Restaurant wurde betrieben. Natürlich wurden die so tätigen Kinder auch mit Geld entlohnt, den „Spektakolis“, die sie morgens „verdienten“ und dann nachmittags gegen gelungene Gemeinschaftsaktivitäten eintauschen konnten. Sogar ein eigenes Fitnessstudio mit dem vielsagenden Namen „Spekfit“ gab es für die 70 Kinder rund acht Betreuer. „Bei einer Altersstruktur von sechs bis 14 Jahren haben wir darauf geachtet, dass wir passende Angebote für die jeweiligen Altersgruppen dabei hatten“, berichtet Wilfried Hammers weiter.

Und natürlich gab es wie in jeder echten Kommune auch, einen Bürgermeister samt Stellvertreter. Unter 15 Kandidaten wurden Luisa Gilles schließlich zur ersten und Stella Noppeney zur zweiten Bürgermeisterin gewählt. „Das war ein gutes Gefühl“, so die elfjährige Luisa, die gemeinsam mit ihrer Altersgenossin zwar am letzten Abend von „Spektakoli“ Abschied vom Amt nehmen musste. „Wir hatten viele gute Ideen, und die anderen haben es akzeptiert, dass wir die Bürgermeisterinnen waren“, ergänzte Stella.

Und die beiden offiziellen Wahlplakate zur Wahl der obersten Spektakoli-Repräsentanten dürften bei den beiden – nach dem Abschiedsfest mit viel selbstgemachter Musik, leckerem Essen und einem tollen Beisammensein auch mit den Eltern – einen ganz besonderen Platz im eigenen Zimmer einnehmen.

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