Ferdi Baumanns: Ehrenvorsitzender der Kolpingsfamilie gestorben

Von: red
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Sozial, kirchlich und im Karneval engagiert: Im Alter von 78 Jahren ist der Ehrenvorsitzende der Kolpingsfamilie Alsdorf, Ferdi Baumanns, gestorben. Foto: Kolpingsfamilie

Alsdorf. Die Kolpingsfamilie Alsdorf und ihre Karnevalsabteilung, die KG Prinzengarde, trauern um ihren Ehrenvorsitzenden Ferdi Baumanns, der am vergangenen Freitag im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Viele Alsdorfer erinnern sich an ihn als bescheidenen, sozial, kirchlich und im Karneval engagierten Menschen, der in seiner Heimatstadt Spuren hinterlassen hat.

„Er war immer sehr loyal, ehrlich, zuvorkommend und ein fester Mitstreiter“, so Klaus Mingers, Präsident des Festkomitees Alsdorfer Karneval, am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung. Es gebe kaum noch jemanden, der solche Büttenreden verfassen würde. Die „netten Animositäten, mit denen er die Politik durch die Mangel genommen hat“, würden fehlen, so Mingers weiter. Dabei sei Baumanns immer fair und ehrlich gewesen. Außerdem sei er auch der Ideengeber für viele Sitzungen der Prinzengarde gewesen, habe ihnen ihr Motto gegeben.

„Ferdi Baumanns war Kolping in Person für Alsdorf“, sagte Bernd Funken, vom Leitungsteam der Kolpingsfamilie Alsdorf. Eine Lichtgestalt sei er gewesen, der Verlust sehr schmerzhaft. „Auch für mich persönlich. Er war wie ein väterlicher Freund für mich.“

Bürgermeister Alfred Sonders beschrieb ihn als einen Menschen mit einem großen Herzen, der „im Karneval Pflöcke gesetzt hat“.

1955 war Baumanns Mitglied der Kolpingsfamilie geworden und sollte schon bald deren Geschicke in Alsdorf leiten; zunächst von 1960 an als Mitglied im Vorstand, von 1991 bis 2007 als deren Vorsitzender. Für dieses unermüdliche Engagement ist er zum Ehrenvorsitzenden der Kolpingsfamilie Alsdorf ernannt worden.

Damit endete aber sein ehrenamtlicher Einsatz bei weitem nicht. Fortan leitete Ferdi Baumanns als Vorsitzender 28 Jahre den Kolping-Bezirksverband Aachen, sogar 30 lange Jahre dessen Studienfahrten. Über 30 Jahre organisierte er für den Bezirksverband Aachen die Schuhe- und Altkleidersammlung. 20 Jahre lang wirkte er maßgeblich am Aufbau des Kolpingbildungswerkes mit. Anlässlich seines 70. Geburtstages hatte er unserer Zeitung gesagt, was immer eine Triebfeder für sein Wirken gewesen ist: „Jungen Menschen das Gefühl geben, dass sie anerkannt sind, dass sie dazu gehören, dass sie etwas wert sind und dass sie für andere etwas bewegen können.“ Ferdi Baumanns ist Zeit seines Lebens ein zufriedener und fröhlicher Mensch gewesen. Durch seine Adern floss das Blut des Karnevalisten. Kein Wunder, dass er auch der Karnevalsabteilung der Kolpingsfamilie, der KG Prinzengarde, seinen humorvollen Stempel aufgedrückt hat. 50 Jahre lang stand er in der Bütt und begeisterte sein heimisches Publikum mit Geschichten aus der lokalen Szene. Kein Politiker kam ungeschoren davon. Und jedes Mal fieberte sein Publikum dem Augenblick entgegen, wenn er wieder mal einen Satz mit einem kräftigen „Ömme?!“ beendete. Das närrische Publikum liebte seinen Ferdi.

Das Bütten-Ass prägte durch Textbeiträge für die „Broichbach-Lerchen“, als Programmgestalter und Bühnengestalter die schon damals legendären Sitzungen der Prinzengarde im ehemaligen Kasino Anna, also dort, wo heute die Stadthalle steht. Einmal durfte er auch Prinz Karneval sein, mit seiner Ehefrau Hilde als Prinzessin an seiner Seite. Ferdi der I. und Hilde waren für die Session 1962 nominiert worden. Aber in dem Jahr fand kein Karnevalsumzug in Alsdorf statt. Dagegen sprachen 299 tote Bergleute beim Grubenunglück vom 7. Februar auf der Zeche Luisenthal in Völklingen und 315 Todesopfer bei der Sturmflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar. Da mochten auch Ferdi und Hilde nicht mehr Karneval feiern. Ein Jahr später jubelte ihnen das Narrenvolk zu.

Entschlossen und zielstrebig

Ferdi Baumanns hat nie viel Aufheben um seine Person gemacht. Er drängte sich nicht in den Vordergrund. Aber er wirkte entschlossen und zielstrebig für das, was ihm wichtig war, woran er Freude hatte und womit er anderen Menschen Freude geben konnte.

Für sein vielfach gemeinnütziges Wirken und seine ehrenamtliche Richtertätigkeit am Sozialgericht in Aachen ist Ferdi Baumanns vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau 2002 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen worden.

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