Fenster des Freizeitbades werden nicht verhüllt

Von: mas
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Baesweiler. Sichtschutz oder nicht: der Kulturausschuss Baesweiler hat eingehend über das Thema diskutiert. Im Auftrag muslimischer Frauen fordert der Integrationsrat Baesweilers einen Sichtschutz an der Schwimmhalle Parkstraße.

Um muslimischen Frauen die Möglichkeit zu geben, am regelmäßigen Mittwochsschwimmen für Frauen teilzunehmen. Der Integrationsrat stellte unter anderem heraus, „muslimischen Frauen sei es aus religiösen Gründen nicht möglich an dem Angebot teilzunehmen”. Bestimmte Voraussetzungen seien nicht erfüllt. Dazu gehört, dass eine weibliche Fachangestellte die Beckenaufsicht übernehmen muss und dass die Anbringung eines Sichtschutzes erforderlich sei, um nicht von außen ins Bad sehen zu können.

Die Fachkraft ist mit Hilfe der Stadt Alsdorf inzwischen gefunden und übernimmt im Rhythmus von drei Wochen die Beckenaufsicht. Bislang hat sich aber seit Einsatz der weiblichen Fachkraft weder „die allgemeine Besucherzahl noch die Anzahl der muslimischen Frauen erhöht”, hält die Stadt fest. Seitens der Teilnehmerinnen am Frauenschwimmen sei ein Anliegen weder an die Verwaltung noch an die Bediensteten des Schwimmbades herangetragen worden.

Im Gegenteil: Die Stadt argumentiert, ein Sichtschutz könnte eine „erdrückende Wirkung” nach sich ziehen. Man müsse auch Rücksicht auf die Schwimmerinnen nehmen, die teilweise langjährig dabei sind und sich durch die Maßnahme gestört fühlen könnten. Es seien alle Beteiligten in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. In der Summe empfahl die Stadt dem Ausschuss „die Anbringung eines Sichtschutzes abzulehnen”.

Integrationsrätin Hilal Bayram sieht das ganz anders. Sie formulierte ebenso wie ihre Kollegin Elvira Resch-Beckers (Bündnis 90/Grüne): „Dieser Sichtschutz ist eine Notwendigkeit”, hielt sie der Verwaltung vor, dass es sich dabei nur um zwei Stunden in einem Drei-Wochen-Turnus handele. Auch Elvira Resch-Beckers hakte ein. „Dieser Beschluss ist nicht richtig, er ist einfach nur endgültig formuliert. Als ob man darüber nicht sprechen möchte”. Fehlende Toleranz bei der Stadt bemängelte Alfred Mandelartz (SPD): „Ich sehe den Verwaltungsbeschluss als überzogen an”.

Dagegen folgten Dieter Hermanns (FDP) und Wolfgang Scheen (CDU) der Verwaltungsvorlage. Scheen wies darauf hin, „ohne den Zaun zu überwinden ist es gar nicht möglich ins Bad einzusehen”. Mehrheitlich und gegen die Stimmen von Grünen und SPD wird auf einen Sichtschutz verzichtet.
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