Feiner Riss ist der Grund für vorübergehende Schließung

Von: Verena Müller
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Der Grund der vorübergehenden Schließung der Martin-Luther-Kirche in Alsdorf- Mitte: Ein feiner Riss, der sich quer durch ein Zierelement über der Empore zieht. Es sieht zwar wie ein tragender Balken aus, erfüllt aber rein optische Zwecke. Foto: V. Müller

Alsdorf. Das hört sich erstmal harmlos an: Der Innenraum der Martin-Luther-Kirche in Alsdorf sei vorübergehend nicht nutzbar, da Reparaturarbeiten anstünden. Eine reine Vorsichtsmaßnahme zur Instandsetzung eines Zierelements. Zu Schaden gekommen sei bislang niemand.

An sich „nix Besonderes“ und „beherrschbar“ lautet die Einschätzung des Baukirchmeisters der evangelischen Kirchengemeinde Alsdorf, Franz-Willi Jansen. Aber auch: „aufwendig“, nicht zuletzt, da sich die empfindliche Orgel keinen Meter weiter befindet.

Jansen zeigte am Montag vor Ort, worum es eigentlich geht: Über der Empore, auf der die Orgel steht, liegt quer auf zwei Keilen etwas, was wie ein massiver Deckenträger aussieht, tatsächlich aber nur der Optik dient. „Pliesterwerk“, erläutert der Fachmann. „Auf die beiden Halterungen rechts und links wurden Holzlatten gelegt und dann einfach Putz reingedrückt.“ Heute würde man das nicht mehr so machen, aber früher sei das ein gängiges Verfahren gewesen. Rund neun Meter ist der Zierbalken breit – geht also über die gesamte Breite der Empore –, ist 40 Zentimeter hoch und 46 Zentimeter tief.

Bei einer turnusmäßigen Baubegehung, teilte die Pressestelle des evangelischer Kirchenkreis Aachen mit, sei ein Schaden festgestellt worden, ein Riss in der Breite von etwa fünf Millimeter Dicke, wie Jansen schätzt. Wann das Zierelement angebracht wurde, vermochte er nicht zu sagen. „Der erste Bau stammt aus den Jahren 1927 bis 1931, danach sind aber innen und außen zahlreiche Veränderungen vorgenommen worden, sagt er.

Könnten diese eventuell der Grund für den Riss sein? Probleme mit der Statik, Spannungen? Jansen sieht keine baulichen oder andere Probleme wie Feuchtigkeit, sondern geht von normalem, altersbedingtem Verfall aus. „Es könnte genau so gut sein, dass das noch 100 Jahre hält, aber vorsichtshalber wird das doch repariert“, sagt er. Herunterfallende Putzstücke würden auf die Kanzel und in den Altarraum fallen, schlimmstenfalls auf Menschen, die sich in dem Moment dort aufhalten.

Drei Varianten zur Reparatur würden derzeit geprüft, sagt Jansen weiter. Wahrscheinlich sei, dass das gesamte Element samt Keilen entfernt und durch ein Abbild 1:1 in Rigips ersetzt wird. Und das sei gar nicht so einfach. Es muss eingerüstet und für die Orgel ein entsprechender Schutz hergestellt werden. Deren Sanierung würde sonst zusätzlich teuer werden.

Apropos: Zu den anfallenden Kosten konnte Jansen noch keine Angaben machen. Nur zur Dauer der Reparaturen: Er und die in dieser Angelegenheit beiden anderen Verantwortlichen, die Presbyteriumsvorsitzende Pfarrerin Elisabeth Peltner sowie der Architekt des evangelischen Kirchenkreises Aachen, Thomas Link, gehen von einer Dauer von vier bis acht Wochen aus. Gottesdienste finden vorübergehend im Luthersaal statt.

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